Herbizideinsatz in Wintergetreide noch möglich?

Leichter Frost kein Problem

Im Herbst aufgelaufene Unkrautpflanzen sollten noch vor der Winterruhe herausgenommen werden. Dies gilt insbesondere dort wo starke Unkrautdruck herrscht oder Probleme mit Resistenzen bestehen:

• Für die nächste Woche ist trockenes Wetter und von den Temperaturen noch kein direktes Ende der Vegetation vorhergesagt. Herbizidanwendungen in Wintergetreide sind daher noch möglich und v. a. bei frühen Saatterminen auch angeraten (Unkräuter und Ungräser sind dann sonst im Frühjahr wieder sehr groß, v. a. in Wintergerste)
• Was würde ich jetzt nicht mehr behandeln: Bestände die eine schlechte Saatgutbedeckung haben (mehr oder wenige Körner liegen offen ohne größere Erdbedeckung da)  hier ist die Gefahr der Wirkstoffaufnahme über die Wurzel und damit ein ausdünnen der Bestände über Winter gegeben.
• Das gleiche gilt auch für Bestände mit rauem Saatbeet und Spätsaaten, hier sollte auch eher nicht mehr behandelt werden.
• Alles andere, v. a. auch frühere Saattermine, insbesondere Ackerfuchsschwanzbestände kann (und sollte) man noch behandeln.
• Frost: generell ist Frost bis – 2 Grad kein Problem. Es sollte aber die erste größere Frostnacht abgewartet werden, damit die Bestände etwas abgehärtet sind. Nachfolgender leichter Frost ist dann zu tolerieren. 
• Abtrocknung der Bestände: die Bestände sollten nicht mehr Klatsch nass sein, v. a. wenn die Getreidepflanzen schon mehr Blätter haben. 
• Drainageauflagen: seit 1.11 dürfen alle Mittel mit der Auflage NW 800 (nicht auf drainierten Flächen vom 1.11 bis 15.03 anwenden) nicht mehr auf drainierten Flächen angewendet werden.
• Auf drainierten Flächen können z. B. noch folgende Lösungen eingesetzt werden:
-IP Pendi + Bakata 
-IP Pendi + Mertil
-Herold SC, Mertil, Battle Delta (+Beflex)
-Picona + Cadou SC