Gerste Aussaat

Saatstärke, Saattiefe & Zeitpunkt bei der Aussaat von Gerste richtig wählen

Die Gersten Aussaat legt den Grundstein für den Ertrag der gesamten Saison. Wer Termin, Saatstärke und Saattiefe richtig abstimmt, schafft die bestmögliche Voraussetzung für einen gleichmäßigen Bestand und eine sichere Ernte. Fehler bei der Aussaat lassen sich jedoch später kaum noch korrigieren.

Gerste ist nach Weizen die zweitwichtigste Getreideart in Deutschland. 2025 stand sie auf rund 1,5 Millionen Hektar, die Erntemenge lag laut Statistischem Bundesamt bei 11,3 Millionen Tonnen. In Deutschland liegen die größten Anbaugebiete in Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Aspekte der Gerstenaussaat. Wir behandeln den optimalen Aussaatzeitpunkt, die Berechnung der Saatstärke in Körnern je Quadratmeter und in Kilogramm je Hektar, die richtige Saattiefe sowie Bodenbearbeitung und Aussaattechnik. Dabei unterscheiden wir konsequent zwischen Wintergerste und Sommergerste, da sich ihre Aussaatparameter grundlegend unterscheiden. Zusätzlich beleuchten wir kurz die rechtlichen Rahmenbedingungen und typische Fehler in der Praxis.

Inhaltsverzeichnis

    Unser Service für Sie rund um die Gerstenaussaat

    Bei allen Fragen rund um die Aussaat und den Anbau von Gerste helfen Ihnen unsere erfahrenen Pflanzenbauberater der BayWa gerne weiter.

    Ihre Vorteile bei BayWa:

    • kompetente Saatgutberatung und Sortenauswahl für Ihren Standort
    • fachliche Unterstützung bei der Berechnung der passenden Saatstärke
    • professionelle Bodenuntersuchung für eine optimale Bestandsetablierung

    Nehmen Sie unkompliziert Kontakt mit uns auf, per E-Mail oder über unser Kontaktformular, oder besuchen Sie uns persönlich an einem unserer BayWa-Standorte. Als verlässlicher Agrarhandelspartner unterstützen wir Sie auch bei der erfolgreichen Vermarktung Ihrer Gerste.

    Markus Steinheber
    Markus Steinheber
    Experte für Pflanzenbauberatung

    Kernwerte der Gerste auf einen Blick

    ParameterAussaatzeitpunkt
    WintergersteMitte September bis Anfang/Mitte Oktober
    Sommergerste

    Ende Februar bis Ende März (Höhenlagen bis Anfang April)

    ParameterAussaatstärke (Standard)
    Wintergersteca. 280 bis 350 keimfähige Körner/m²
    Sommergerste

    ca. 300 bis 350 keimfähige Körner/m²

    ParameterSaattiefe
    Wintergerste2 bis 4 cm
    Sommergerste2 bis 4 cm
    ParameterReihenabstand
    Wintergersteca. 10 bis 13 cm
    Sommergerste

    ca. 9 bis 13 cm

    ParameterVegetationsdauer
    Wintergersteüber Winter, Ernte ab Anfang/Mitte Juli
    Sommergersteca. 100 bis 130 Tage

     

    Grundlagen: Wintergerste & Sommergerste unterscheiden

    Die Wahl zwischen Wintergerste oder Sommergerste entscheidet über ...

    • Aussaatzeitpunkt,
    • Saatstärke,
    • Ertragserwartung.

    Beide Formen haben ein klares Einsatzprofil.

    • Wintergerste wird im Herbst gesät und überwintert auf dem Feld. Sie nutzt die Winterfeuchtigkeit, startet im Frühjahr mit einem frühen Massenwachstum und liefert deutlich höhere Erträge als Sommergerste. Sie ist mit Abstand die dominierende Form. Für die Ernte 2026 wurde in Deutschland nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes rund 1,3 Millionen Hektar Wintergerste ausgesät.
    • Sommergerste wird im Frühjahr gesät und hat eine kurze Vegetationsdauer von etwa 100 bis 130 Tagen. Sie ist besonders anpassungsfähig und wird häufig als Braugerste angebaut, weil sie von Natur aus niedrigere Eiweißgehalte erreicht. Die Anbaufläche ist mit rund 334.000 Hektar deutlich kleiner als bei Wintergerste.

    Zeiligkeit der Ähre

    Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft die Zeiligkeit der Ähre. Er beeinflusst die Saatstärke direkt.

    • Mehrzeilige Sorten bilden viele Körner je Ähre. Der Ertrag entsteht vor allem über Kornzahl und Tausendkornmasse. Sie brauchen daher tendenziell geringere Saatstärken und vertragen etwas spätere Termine.
    • Zweizeilige Sorten bilden weniger Körner je Ähre. Ihr Ertrag hängt stärker von der Bestandesdichte ab. Sie brauchen höhere Saatstärken und sind meist weniger winterfest.
    Gersten Saatgut kaufen

    Verwendung der Gerste & ihr Einfluss auf die Aussaat

    Der Verwendungszweck bestimmt die Sortenwahl. Die Sorte wirkt sich wiederum direkt auf Saatstärke, Aussaatzeitpunkt und Stickstoffführung aus. Gerste wird für sehr unterschiedliche Zwecke angebaut:

    • Futtergerste: der wichtigste Verwendungszweck in der Landwirtschaft
    • Braugerste: hochwertige Gerste für Mälzereien und Brauereien
    • Lebensmittelverarbeitung: Produktion von Graupen, Flocken und Mehl
    • industrielle Nutzung: Gewinnung von Stärke, Alkohol und weiteren industriellen Produkten
    • energetische Nutzung: Einsatz als Substrat für Biogasanlagen oder zur Bioethanolherstellun

    Für die Aussaat ist vor allem der Unterschied zwischen Futter- und Braugerste entscheidend.

    a) Futtergerste ist überwiegend mehrzeilige Wintergerste. Sie zielt auf hohen Ertrag und kommt mit geringeren Saatstärken aus.

    b) Braugerste braucht dagegen einen niedrigen Eiweißgehalt und eine gleichmäßige Kornqualität. Dafür werden zweizeilige Sorten bevorzugt, die höhere Aussaatstärken benötigen. Braugerste wird in der Regel als Sommergerste im Frühjahr gesät, da die kurze Vegetationszeit den Eiweißgehalt niedrig hält. Zusätzlich sollte die Stickstoffversorgung vor Winter begrenzt bleiben, N-reiche Böden sowie Leguminosen als Vorfrucht sind zu meiden.

    c) Speise-, Industrie- und Energiegerste folgen bei der Aussaat dem jeweils gewählten Sortentyp. Hier richtet sich die Saatstärke nach Zeiligkeit und Ertragserwartung wie bei Futter- oder Braugerste.

    Welche Nutzungsrichtung passt zu Ihrem Betrieb? Unsere Berater helfen bei der Sortenwahl.

    Sämaschine auf Feld

    Der richtige Aussaatzeitpunkt für Gerste

    Der Aussaattermin ist die erste ertragsentscheidende Stellschraube. Er unterscheidet sich deutlich zwischen Winter- und Sommergerste.

    Wintergerste: Aussaatzeitpunkt

    Der optimale Saattermin für Wintergerste liegt regional zwischen Mitte September und Anfang oder Mitte Oktober. Ziel ist, dass die Gerste mit vier bis sechs Bestockungstrieben in den Winter geht (BBCH 24 bis 26). Auf ertragsstarken Standorten im Flachland hat sich der Zeitraum vom 20. September bis spätestens 10. Oktober bewährt.

    Regionale Orientierung:

    • Höhenlagen und raue Lagen: eher früher, ab Mitte September
    • Gunstlagen und mildere Regionen: bis Anfang oder Mitte Oktober
    • Zweizeilige Sorten: nicht zu spät säen, da sie weniger winterfest sind

    Warum der Termin so wichtig ist:

    • Zu frühe Saat kann zu zu üppiger Herbstentwicklung mit höherem Krankheitsdruck (Mehltau, Netzflecken, Schneeschimmel) und stärkerem Befall durch virusübertragende Blattläuse und Zikaden führen.
    • Zu späte Saat kann die Bestockung schwächen. Der Bestand fällt im Ertrag ab. In Versuchen betrug der Rückgang im Mittel rund 2,5 dt/ha je Woche Saatzeitverzögerung.

    Sommergerste: Aussaatzeitpunkt

    Sommergerste wird so früh wie möglich gesät, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet und befahrbar ist. Das optimale Fenster liegt zwischen Ende Februar und Ende März, in Höhenlagen über 400 Meter bis Anfang April. Eine frühe Saat fördert eine lange Bestockungsphase.

    • Günstige Bodenbedingungen sind wichtiger als ein möglichst frühes Datum. Sommergerste reagiert empfindlich auf zu nasse Böden.
    • Der Saathorizont sollte krümelig und gut abgetrocknet sein.
    • Als Orientierung dient ein stabiles Wetterfenster von einigen Tagen nach der Aussaat.

    Tipp: Nicht nach Kalender säen, sondern nach Bodenzustand und Witterung. Ein tragfähiges, abgetrocknetes Saatbett ist hier wichtiger als der Kalendertermin.

    Gerstenkörner

    Saatstärke & Bestandesdichte richtig berechnen

    Die Saatstärke ist der am häufigsten gesuchte Wert bei der Gerstenaussaat. Wichtig ist das Grundprinzip: Zielgröße ist nicht die Saatmenge selbst, sondern die angestrebte Bestandesdichte, also die Zahl der ährentragenden Halme je Quadratmeter. Aus dem erwarteten Feldaufgang und den einkalkulierten Winterverlusten ergibt sich die passende Aussaatstärke.

    Die Saatstärke wird in keimfähigen Körnern je Quadratmeter angegeben und daraus in Kilogramm je Hektar umgerechnet. Diese vier Faktoren beeinflussen sie:

    •         Saatzeit (je später, desto höher die Saatstärke)
    •         Saatbettzustand und Standort (ungünstige Bedingungen erhöhen die Verluste)
    •         Tausendkornmasse und Keimfähigkeit des Saatguts
    •         Bestockungsvermögen und Zeiligkeit der Sorte

    Saatstärke Wintergerste

    Als Standard gelten für Wintergerste rund 280 bis 350 keimfähige Körner/m². Der genaue Wert hängt von Zeiligkeit, Termin und Standort ab.

     

    Saatstärke Wintergerste nach Sortentyp

    SortentypMehrzeilig
    Saatstärke (keimf. Körner/m²)ca. 280 bis 320

    Ziel-Bestandesdichte

    ca. 450 bis 600 Ähren/m²
    SortentypZweizeilig
    Saatstärke (keimf. Körner/m²)ca. 320 bis 350

    Ziel-Bestandesdichte

    ca. 700 bis 850 Ähren/m²

     

    Für zweizeilige Winterbraugerste nennt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft 320 bis 360 keimfähige Körner/m² als optimal. Der Ertragseinfluss ist im Bereich zwischen 300 und 450 Körnern/m² gering. Unter 300 und über 450 Körnern/m² nimmt der Ertrag in der Regel eher wieder ab. Weniger als 300 Körner/m² führen bei zweizeiligen Sorten schnell zu Mindererträgen.

    Zuschläge einplanen: Unter ungünstigen Bedingungen, etwa bei später Saat, in rauen Lagen oder bei ungünstigem Saatbett, ist ein Zuschlag von 5 bis 10 Prozent bei der Aussaatstärke sinnvoll. Bei nichtwendender Bodenbearbeitung (Mulchsaat) sollte die Saatstärke tendenziell leicht erhöht werden.

    Saatstärke Sommergerste

    Für Sommergerste liegt die Saatstärke etwas höher, weil die Bestockungszeit kürzer ist. Als Faustregel gelten rund 300 bis 350 keimfähige Körner/m².

    • Bei sehr früher Saat und auf leichten Böden reichen oft rund 280 bis 300 Körner/m².
    • Saatstärken über 400 Körner/m² steigern den Krankheitsdruck und verschlechtern die Kornqualität.
    • Auf leichten Böden mindert eine nicht zu hohe Saatstärke die Folgen von Wassermangel.

    Von Körnern/m² zu kg/ha umrechnen

    Die reine Angabe in Kilogramm je Hektar ist ohne Tausendkornmasse ungenau, da diese je nach Sorte schwankt (bei Gerste grob 40 bis 55 g). Für die Umrechnung gilt folgende Berechnungsformel:

    Aussaatmenge (kg/ha) = (Zielkörner/m² × Tausendkornmasse in g) ÷ (Keimfähigkeit in Prozent × Feldaufgang in Prozent) × 100

    Beispiel: 320 Körner/m², Tausendkornmasse 46 g, Keimfähigkeit 96 Prozent, Feldaufgang 85 Prozent ergeben rund 180 kg/ha. Als grobe Orientierung entsprechen 300 bis 350 Körner/m² bei einer Tausendkornmasse um 45 g etwa 150 bis 190 kg/ha.

    Tipp: Nutzen Sie den Aussaatmengen-Rechner der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Dort geben Sie Kornzahl je m², Tausendkornmasse und Keimfähigkeit ein und erhalten die Aussaatmenge in kg/ha.

    Saatstärke nach Sorte am Beispiel Julia & Organa

    Sortenspezifische Empfehlungen liefern die Züchter und die Landessortenversuche. Eine häufig nachgefragte mehrzeilige Wintergerste ist Julia, eine zweizeilige die Sorte Organa.

    •  Julia ist eine mehrzeilige Wintergerste und ein sogenannter Kompensationstyp. Der Züchter empfiehlt auf guten Böden, in trockenen und günstigen Lagen rund 280 bis 300 Körner/m². Auf mittleren bis schweren Böden und unter ungünstigen Bedingungen rund 330 bis 350 Körner/m² (Deutsche Saatveredelung AG).
    • Organa ist eine zweizeilige, BYDV-resistente Winterfuttergerste, die deutschlandweit durch einen starken Ertrag überzeugt. Unter normalen Aussaatbedingungen werden häufig etwa 280–360 Körner/m² angestrebt.

    Sortenwerte immer prüfen. Empfehlungen können sich je nach Jahr und Anbaugebiet ändern. Maßgeblich sind das Etikett der Saatgutpackung sowie die aktuellen Landessortenversuche Ihres Bundeslandes.

    Saattiefe: 2 bis 4 cm richtig einhalten

    Die optimale Saattiefe für Gerste liegt bei 2 bis 4 cm. Die richtige Ablage sichert einen gleichmäßigen Feldaufgang und eine gute Verankerung der Pflanze.

    • zu flache Ablage unter 2 cm: Austrocknungsrisiko, ungleichmäßiger Aufgang, schwächere Verankerung, erhöhtes Risiko für Vogelfraß
    • zu tiefe Ablage über 4 cm: verzögerter und ungleichmäßiger Feldaufgang, Kraftverlust der Keimlinge beim Auflaufen

    Saattiefe nach Bodenart

    Bodenartleicht (Sand)
    Empfohlene Saattiefe3 bis 4 cm
    Hinweistiefere Ablage sichert Feuchtigkeit
    Bodenartmittel (Lehm)
    Empfohlene Saattiefe2,5 bis 3,5 cm
    HinweisStandardbedingungen
    Bodenartschwer (Ton)
    Empfohlene Saattiefe2 bis 3 cm
    Hinweisflacher wegen Verschlämmungsgefahr

     

    Entscheidend ist nicht nur die absolute Tiefe, sondern vor allem die Gleichmäßigkeit der Ablage. Schwankungen führen zu versetztem Auflauf und damit zu Problemen bei Pflanzenschutz und Ernte. Andruckrollen sorgen für den nötigen Bodenschluss.

    Tipp: Kontrollieren Sie die Ablagetiefe zu Saisonbeginn direkt im Feld und justieren Sie die Sämaschine bei Bedarf nach.

    Bodenbearbeitung & Saatbett

    Ein gutes Saatbett ist die Grundlage für einen gleichmäßigen Bestand. Es sollte rückverfestigt, gleichmäßig krümelig und mit gutem Bodenschluss versehen sein, damit Kapillarwasser an das Korn gelangt.

    • Wintergerste ist weniger winterfest als Weizen. Lagen mit Gefahr von Kahlfrösten und Staunässe sollten gemieden werden.
    • Sommergerste reagiert empfindlich auf zu nasse Böden. Der Saathorizont muss krümelig und abgetrocknet sein.
    • Getreide ist eine gute Vorfrucht. Leguminosen sind wegen ihrer Stickstoffnachlieferung ungünstig, besonders für Braugerste.

    Verfahrenswahl: Ob mit Pflug oder in Mulchsaat, wichtig ist ein tragfähiges, gut abgesetztes Saatbett. Bei nichtwendender Bearbeitung sollte die Saatstärke aber leicht erhöht werden, da die Verluste vermutlich höher sein werden.

    Aussaattechnik & Verfahren

    Die Standard-Aussaattechnik bei Gerste ist die Drillsaat. Das Saatgut wird in Reihen abgelegt und innerhalb der Reihe gleichmäßig verteilt. Der Reihenabstand liegt meist bei etwa 10 bis 13 cm, bei Sommergerste bei rund 9 bis 13 cm.

    • Moderne Sämaschinen sorgen mit präziser Tiefenführung für eine einheitliche Ablage.
    • Andruckrollen gewährleisten guten Bodenschluss und fördern einen zügigen Feldaufgang.
    • Bei leichten Böden und bei Sommergerste kann Walzen nach der Saat den Aufgang fördern.

    Tipp: Kalibrieren Sie die Sämaschine vor dem Saisonstart mit einer Abdrehprobe. So bringen Sie die berechnete Saatstärke real auf das Feld.

    Rechtliche Aspekte kurz erklärt

    Bei der Gerstenaussaat sind einige rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Sie betreffen vor allem Saatgut, Düngung und Dokumentation. Der folgende Überblick ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Fassungen der Verordnungen und die Vorgaben Ihrer zuständigen Landesbehörde.

    • Saatgut: In der Praxis wird überwiegend anerkanntes Z-Saatgut eingesetzt. Beim Nachbau gelten die Regelungen des Sortenschutzes und die Nachbaugebühr.
    • Düngung: Die Düngeverordnung regelt unter anderem die Herbstdüngung. Eine Stickstoffgabe im Herbst ist zu Wintergerste nur eingeschränkt und innerhalb der festgelegten Fristen und Obergrenzen zulässig. Die Düngebedarfsermittlung ist zu dokumentieren.
    • Dokumentation: Betriebe müssen Aufzeichnungen führen, etwa zu Düngung und Pflanzenschutz. Auch die Vorgaben zur Fruchtfolge und zum Bodenschutz im Rahmen der Konditionalität (GLÖZ-Standards) sind einzuhalten.

    Weitere Informationen finden Sie bei den zuständigen staatlichen Stellen:

    Fragen zu Düngung und Dokumentation? Unsere Berater helfen Ihnen weiter.

    Checkliste zur Gerstenaussaat

    Diese Checkliste fasst die wichtigsten Schritte zusammen:
    • Sorte und Zeiligkeit passend zu Standort und Saattermin gewählt
    • Aussaatzeitpunkt nach Bodenzustand und Region festgelegt
    • Saatstärke aus Zielbestandsdichte, Tausendkornmasse, Keimfähigkeit und Feldaufgang berechnet
    • Zuschlag für Spätsaat oder ungünstiges Saatbett eingeplant
    • Saattiefe 2 bis 4 cm eingestellt und im Feld kontrolliert
    • Saatbett rückverfestigt, krümelig und ohne Staunässe
    • Sämaschine mit Abdrehprobe kalibriert
    • Saatgut gebeizt (Fungizidbeize ist Standard, Insektizidbeize bei Frühsaat und Virusdruck prüfen)

    Häufige Fehler bei der Gerstenaussaat

    Fehler

    zu frühe Wintergerstensaat

    Mögliche Folgen

    Überwuchs, hoher Krankheits- und Virusdruck

    Empfohlene Vermeidung

    Termin an Region und Sorte anpassen, nicht überstürzt säen

    Fehler

    zu späte Saat ohne Zuschlag

    Mögliche Folgen

    schwache Bestockung, Ertragsverlust

    Empfohlene Vermeidung

    Saatstärke bei Spätsaat um 5 bis 10 Prozent erhöhen

    Fehler

    nur kg/ha ohne Tausendkornmasse

    Mögliche Folgen

    reale Kornzahl weicht stark ab

    Empfohlene Vermeidung

    immer in Körnern/m² planen und mit Tausendkornmasse umrechnen

    Fehler

    ungleichmäßige Ablagetiefe

    Mögliche Folgen

    versetzter Aufgang, Probleme bei Schutz und Ernte

    Empfohlene Vermeidung

    Saattiefe kontrollieren, Fahrgeschwindigkeit anpassen

    Fehler

    Aussaat bei zu nassem Boden

    Mögliche Folgen

    Bodenverdichtung, Strukturschäden

    Empfohlene Vermeidung

    Befahrbarkeit prüfen, besonders bei Sommergerste

    Fehler

    ungeeignete Vorfrucht (Leguminosen)

    Mögliche Folgen

    zu hoher Stickstoff, Qualitätsprobleme bei Braugerste

    Empfohlene Vermeidung

    Vorfrucht in der Fruchtfolge beachten

    Fehler

    zu frühe Wintergerstensaat

    Mögliche Folgen

    Überwuchs, hoher Krankheits- und Virusdruck

    Empfohlene Vermeidung

    Termin an Region und Sorte anpassen, nicht überstürzt säen

    FAQ: Häufige Fragen zur Gerste Aussaat

    Markus Steinheber
    Markus Steinheber
    Experte für Pflanzenbauberatung