Weizenernte: Mit dem richtigen Timing mehr Ertrag sichern

Die Weizenernte markiert den Abschluss eines intensiven Vegetationsjahres und entscheidet maßgeblich über Ertrag, Qualität und Wirtschaftlichkeit des Anbaus. Mit zunehmender Abreife verändern sich Kornfeuchte, Halmstabilität und Bestandesbild innerhalb weniger Tage.

Besonders beim Winterweizen kann die richtige Terminwahl über Vermarktungsfähigkeit und Lagerfähigkeit bestimmen. In diesem Beitrag erfahren Sie alles zum Erntezeitpunkt des Weizens, woran Sie die optimale Druschreife erkennen und mit welchen Maßnahmen Sie Ertrag und Kornqualität bestmöglich sichern.

Die Weizenernte auf einen Blick

Haben Sie das selbst schon erlebt? Über Monate hinweg haben Sie Ihren Weizenbestand begleitet, vom Auflaufen über das Schossen bis zur Kornfüllung. Die Bestände stehen gleichmäßig, die Ähren sind gut ausgebildet, die Halme beginnen sich goldgelb zu färben. Alles scheint auf eine erfolgreiche Saison hinzudeuten.

Doch gerade in den letzten Wochen vor dem Drusch entscheiden Details über Ertrag und Qualität. Schwankende Witterung, Restfeuchte im Korn oder Lager können den optimalen Erntezeitpunkt schnell verschieben. Eine erfolgreiche Weizenernte ist das Ergebnis …

  • gezielter Bestandesführung
  • richtiger Terminwahl
  • aufmerksamer Feldkontrollen.

Wir zeigen Ihnen, worauf es jetzt ankommt, wie Sie die Druschreife sicher bestimmen und welche Maßnahmen Ihnen helfen, das Beste aus Ihrer Weizenernte zu holen.

Inhaltsverzeichnis

Unsere besten Services rund um die Weizenernte

Steht die Ernte bevor oder möchten Sie sich frühzeitig optimal vorbereiten? Wir unterstützen Sie mit praxisnaher Expertise entlang der gesamten Saison.

Unsere Pflanzenbauberater und Außendienstmitarbeiter begleiten Sie von der Bestandesbeurteilung über die Optimierung von Dünge- und Pflanzenschutz-Strategien bis hin zur Ernte. Dabei beraten wir Sie unter anderem zum gezielten Einsatz von Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern, um Ihre Bestände gesund und standfest zu halten.

Kurz vor dem Drusch analysieren wir gemeinsam Ertragspotenziale, Kornfeuchte und Vermarktungs-Möglichkeiten, um den optimalen Erntezeitpunkt festzulegen. Auch bei Fragen zur Erntetechnik, Lagerung und Qualitätssicherung stehen wir Ihnen zuverlässig zur Seite.

Sie erreichen uns unkompliziert per E-Mail, über das Kontaktformular oder persönlich an einem unserer BayWa-Standorte. Wir sind gerne für Sie da.

Checkliste für die Weizenernte

Gut für die Weizenernte Besser vermeiden

✔ Reifegrad prüfen (Ähre, Korn, Feuchte)

✖ Weizen zu früh ernten (Teigreife)

✔ Kornfeuchte messen vor Drusch

✖ überreife Bestände

✔ optimalen Druschzeitpunkt wählen

✖ nur nach Kalender ernten („immer ab Juli“)

✔ gleichmäßige Schnitthöhe

✖ extrem kurze Stoppel, viel Stroh im Dreschwerk

✔ scharfes Schneidwerk, korrekt eingestellte Haspel

✖ stumpfe Messer, aggressiv eingestellte Haspel

✔ passende Mähdrescher-Einstellungen für Weizen (Trommel/Korb)

✖ zu hohe Trommeldrehzahl, Bruchkorn

✔ Siebe & Gebläse auf Bestand anpassen

✖ verstopfte Siebe, zu wenig/zu viel Luft

✔ Fahrgeschwindigkeit an Masse anpassen

✖ zu schnelles Fahren, hohe Druschverluste

✔ Verluste hinter dem Drescher kontrollieren

✖ Verluste nicht prüfen, „auf Gefühl“ fahren

✔ trockenen Weizen rasch einlagern

✖ feuchten Weizen ohne Trocknung einlagern

✔ Logistik & Lager vor Weizenernte organisieren

✖ volle Anhänger/Wartezeiten am Feldrand

Weizenanbau & Weizenernte: Grundlagen

Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf den Zeitpunkt des Weizen-Anbaus und der Ernte, sowohl bei Wintergetreide als auch bei Sommergetreide.

  • Winterweizen: Aussaat im Herbst, Ernte im Sommer.
  • Sommerweizen: Aussaat im zeitigen Frühjahr, Ernte ebenfalls im Sommer.

In Deutschland macht Winterweizen rund 99 Prozent der Weizenfläche aus, Sommerweizen nur circa ein Prozent. Sommerweizen erreicht im Mittel nur ungefähr 80 Prozent der Erträge des Winterweizens, was unter anderem an der kürzeren Vegetationszeit aufgrund der späteren Aussaat im Frühjahr liegt.

Die durchschnittliche Weizenernte pro Hektar liegt in Deutschland bei rund 7,5 Tonnen.

Die Sortenwahl des Weizens orientiert sich dabei häufig an Ergebnissen aus Landessortenversuchen, die Hinweise zu Kornerträge, Standfestigkeit und Krankheitsanfälligkeit geben.

  • Hand hält reife Weizenähren

Weizen-Erntezeit: Wann wird Weizen geerntet?

A) Erntezeitpunkt Winterweizen

Wann wird Winterweizen geerntet? Die Ernte des Winterweizens beginnt in Deutschland meist ab Anfang/Mitte Juli und geht bis in den August, hängt allerdings auch von Region, Weizensorte und Witterung ab.

Diese Faktoren sind entscheidend für den Winterweizen Erntezeitpunkt:

  • Reifegrad (Kornfeuchte, Teigreife/Hartreife)
  • Standorteigenschaften (Lage, Boden)
  • Witterungsverlauf (Hitze, Niederschläge)
  • Zustand des Bestandes (Lager, Krankheiten)

In der Praxis orientiert sich die Winterweizen-Ernte daran, wann der Bestand druschreif ist, also technisch und physiologisch erntereif. Das bedeutet:

  • Das Korn hat die Vollreife (BBCH 89) erreicht.
  • Die Kornfeuchte liegt idealerweise bei etwa 14 bis 15 Prozent (je nach Lagerstrategie auch etwas höher bei anschließender Trocknung).
  • Die Halme und Blätter sind weitgehend abgestorben, das Korn ist hart und lässt sich mit dem Fingernagel kaum noch eindrücken.

Gleichzeitig darf die Ernte nicht zu spät erfolgen, da sonst die Gefahr von Auswuchs-Weizen steigt.

B) Sommerweizen Erntezeit

Und wann wird Sommerweizen geerntet? Der Sommerweizen Erntezeitpunkt ist meist nur geringfügig später als bei Winterweizen. Oft findet die Sommerweizen Ernte sogar in den gleichen Wochen statt, da die spätere Aussaat durch eine kürzere Vegetation kompensiert wird.

Juli bis Anfang August gelten als klassische Ernte-Monate beim Sommerweizen. Aber auch hier gilt: Der konkrete Erntezeitpunkt hängt von dem genauen Saattermin, der Sorte und dem Wetter ab.

Da Sommerweizen empfindlicher auf Trockenstress reagiert, können die Erträge des Sommerweizens stärker schwanken als die Erträge des Winterweizens.

Kalenderdaten vs. Reife

Es ist wichtig zu betonen, dass das Datum zur Ernte nur als grobe Orientierung dient. Maßgeblich ist, wann Weizen erntereif aus Sicht von Kornreife und Feuchte ist.

Regionale Beratungen, Wettermodelle und Erntebarometer sind hilfreich, um den optimalen Weizenernte-Zeitpunkt zu bestimmen.

Tendenziell findet die Weizen-Erntezeit durch wärmere Vegetationsperioden früher statt, was auf den Klimawandel hindeutet.

Weizen ernten: Kriterien für den optimalen Druschzeitpunkt

Visuelle Reifemerkmale

Reifen Weizen erkennt man an äußerlichen Merkmalen. Dazu zählen zum Beispiel, wenn Halm und Blätter weitgehend gelb bis strohfarben sind und die Ähre leicht nickt. Das Korn ist hart und hat eine mehlige bis glasige Konsistenz (hier hilft die Fingernagelprobe).

Drusch ist bei circa 14 bis 20 Prozent Kornfeuchte möglich. Der ideale Weizen-Erntezeitpunkt ist jedoch betriebsabhängig. Herrscht eine höhere Feuchte, fallen die Trocknungskosten höher aus, findet die Ernte von Weizen zu spät statt, steigt das Risiko für Ausfall und Auswuchs beim Weizen.

Physiologische Reife & Risiken des Wartens

Was genau bedeutet physiologische Reife? Physiologische Reife meint, dass ein Maximum an Trockenmasse im Korn erreicht ist, anschließend findet kaum weiterer Ertragszuwachs statt.

Kommt es zu einer zu späten Weizenernte, können Keimung in der Ähre (Auswuchs des Weizens), Fallzahlabfall, Qualitätsverlust und Bruchkorn die Folge sein. Auch vermehrter Brösel- und Ausfallverlust beim Dreschen wird häufiger beobachtet.

Spätestens wenn erste Auswuchsrisiken durch Dauerregen auftreten, sollte so zügig wie möglich gedroschen werden.

Weizenernte-Erträge bei Winter- & Sommerweizen: Was ist realistisch?

A) Winterweizen Ertrag

Der Winterweizen-Ertrag pro Hektar liegt im Praxisbetrieb häufig zwischen 70 und 90 dt/ha, in Gunstlagen sogar über 90 dt/ha.

Und was bedeutet das für den Deckungsbeitrag des Winterweizens und somit für den Betriebsgewinn? Ein einfaches Rechenbeispiel anhand eines typischen Ertrags von 80 dt/ha gibt Aufschluss:

Wirkung von ±10 dt/ha:

  • + 10 dt/ha (also 90 dt/ha statt 80 dt/ha) = mehr Erlös = Deckungsbeitrag und Gewinn steigen.
  • – 10 dt/ha (also 70 dt/ha statt 80 dt/ha) = weniger Erlös = Deckungsbeitrag und Gewinn sinken.

Die Faustformel lautet: Wenn sich nur der Ertrag ändert, dann gilt näherungsweise:

Änderung Gewinn/ha ≈ 10 dt/ha x (Preis €/dt) – zusätzliche variable Kosten

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität, insbesondere bei Weichweizen, der überwiegend als Backweizen vermarktet wird, oder bei Hartweizen, der vor allem für die Pasta-Herstellung genutzt wird. Je nach Qualitätseinstufung wird die Partie als Qualitätsweizen oder Futterweizen vermarktet. Dabei spielen Ertrag, Proteingehalt und Fallzahl eine entscheidende Rolle.

B) Ertrag Sommerweizen

Durchschnittlich fallen die Sommerweizen-Erträge geringer aus. Sommerweizen erreicht nur ungefähr 80 Prozent des Winterweizenertrags und liegt meist bei 40 bis 65 dt/ha, abhängig von Standort und Wasserverfügbarkeit.

Der geringere Sommerweizen-Ertrag pro Hektar im Vergleich zum Winterweizen wirkt sich direkt auf den Deckungsbeitrag aus. Selbst bei ähnlichen Marktpreisen bedeutet ein Minderertrag von zum Beispiel 15 bis 20 dt/ha einen erheblichen Erlösunterschied pro Hektar. Allerdings spielen weitere Faktoren in die Anbauentscheidung hinein.

Wann Sommerweizen sinnvoll sein kann:

  • nach Auswinterung von Winterweizen.
  • in Fruchtfolgen mit hoher Krankheitsbelastung.
  • bei Problemen mit Herbstbefahrbarkeit.
  • in Betrieben mit reduzierter Herbstarbeitsbelastung.
  • als Qualitätsweizen mit Zuschlägen.

Strategische Abwägung für den Betrieb

Die Entscheidung zwischen Winter- und Sommerweizen ist daher nicht nur eine reine Frage der Kornerträge, sondern eine Kombination aus:

  • Standortbedingungen
  • Witterungsrisiko
  • Fruchtfolgegestaltung
  • Arbeitswirtschaft
  • Vermarktungschancen (z.B. Qualitätsweizen oder Futterweizen)
  • Nährstoffmanagement mit Stickstoff und Mineraldünger
  • Risikostreuung im Betrieb
  • Empfehlungen von Beratungseinrichtungen wie der Landwirtschaftskammer

In ertragsstarken Lagen mit guter Herbstbestellbarkeit bleibt Winterweizen meist wirtschaftlich überlegen. In Risikolagen oder bei Fruchtfolge-Problemen kann Sommerweizen jedoch eine wichtige strategische Ergänzung darstellen.

Weizenernte international: Fokus Österreich

Der durchschnittliche Weizenertrag pro Hektar in Österreich liegt – je nach Region – bei etwa 5 bis 6 t/ha. In Deutschland bewegen sich die durchschnittlichen Erträge mit rund 7,5 bis 7,8 t/ha auf einem höheren Niveau. Solche Kennzahlen dienen vor allem der Orientierung und helfen dabei, den eigenen Weizenertrag im jeweiligen betrieblichen und regionalen Kontext besser einzuordnen.

  • Erntemaschine auf Weizenfeld

Ernteverfahren: So wird Weizen gedroschen

1) Mähdreschertechnik im Überblick

Das Grundprinzip bei der Weizenernte sieht wie folgt aus: Das Schneidwerk des Mähdreschers schneidet die Halme, die dann über die Schnecke vom Dreschwerk eingezogen werden. In einem nächsten Schritt werden Stroh und Körner abgeschieden, die Reinigung läuft über Siebe und Gebläse.

Bei den Mähdreschern, die Weizen ernten, unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Konzepten:

  • Tangentialdrescher (klassisches Dreschsystem): Hier sitzt die Dreschtrommel quer zur Fahrtrichtung. Das Dreschgut wird über die Trommel und den Korb ausgedroschen und danach über den Strohschüttler getrennt. Das ist eine bewährte, robuste Technik, die für eine gute Strohverteilung sorgt, bei der das Stroh strukturierter bleibt. Der Tangentialdrescher eignet sich vor allem bei kleineren bis mittleren Leistungen. Bei sehr hohen Durchlaufmengen muss man allerdings mit etwas höheren Verlusten rechnen.
  • Axialdrescher (Rotordrescher): Bei diesem Drescher verläuft der Rotor längs zur Fahrtrichtung. Das Dreschen und Abscheiden erfolgt in einem Arbeitsgang, es werden keine klassischen Strohschüttler eingesetzt. Der Axialdrescher hat eine sehr hohe Durchsatzleistung mit einem gleichmäßigen Gutfluss. Es kommt zu einer intensiveren Korn-Stroh-Trennung und das Stroh wird stärker zerkleinert.

Bei beiden Mähdreschern steht eine hohe Flächenleistung bei gleichzeitig geringen Verlusten und sauberem Korn im Vordergrund.

2) Mähdrescher Einstellungen beim Weizen

Wichtige Parameter für die Mähdrescher Einstellungen beim Weizen sind:

  • Dreschtrommeldrehzahl: Diese sollte so hoch wie nötig und so niedrig wie möglich sein, um Bruchkorn zu vermeiden.
  • Dreschkorbabstand: Passen Sie ihn am besten an die Sortierung und die Druschbarkeit an. Er sollte enger bei grünen Partien und weiter bei trockenen Beständen eingestellt sein.
  • Sieböffnungen und Gebläseluft: Beides ist abhängig von der Korn- und Spreugröße. Das Ziel ist sauberes Korn und geringe Verluste. Bitte beachten: Bei Sommerweizenpartien sind Anpassungen nötig.

Auch eine regelmäßige Kontrolle ist von Bedeutung. Überprüfen Sie Verluste hinter dem Mähdrescher mit einer Verlustschale und korrigieren Sie die Einstellungen des Mähdreschers laufend. Eine erfolgreiche Weizenernte benötigt regelmäßige Nachjustierungen, je nach Feuchte, Weizensorten und Schlagbedingungen.

3) Schneidwerk & Fahrweise

Die Fahrgeschwindigkeit sollte auf den Weizen-Dreschen-Zeitpunkt und die Strohmenge abgestimmt sein. Es ist wichtig, konstant dieselbe Fahrgeschwindigkeit zu halten, um die Druschqualität zu sichern.

Wir raten außerdem dazu, einen Hangausgleich und Funktionsoptimierungen des Schneidwerks, wie eine automatische Haspelsteuerung, einzusetzen, um die Ernte von Weizen auch unter schwierigen Bedingungen stabil zu halten.

Winterweizen- vs. Sommerweizenernte

A) Ernte Winterweizen

Die Winterweizen Ernte ist meist der Hauptschlag der Getreideernte. Höhere Bestandesdichten und Strohmengen stellen allerdings auch größere Anforderungen an die Druschleistung und Strohverteilung.

Bei Qualitätsweizen (zum Beispiel A- oder E-Weizen) entscheidet nicht nur der Ertrag, sondern vor allem die Backqualität über den Preis. Zwei zentrale Kennzahlen stehen dabei im Fokus.

1. Fallzahl: Die Fallzahl ist das Maß für die Aktivität des Enzyms Alpha-Amylase, das im Weizenkorn während des Keimprozesses Stärke in Zucker (Maltose) abbaut, was für die Energieversorgung des Keimlings essenziell ist. Außerdem gibt die Fallzahl indirekt Auskunft über die Auswuchsgefahr. Eine hohe Fallzahl bedeutet “gute Backfähigkeit”. Eine niedrige Fallzahl hingegen deutet auf einen Stärkeabbau durch Keimung im Korn hin

Das Problem: Wird die Winterweizen-Erntezeit zu spät gewählt und es regnet in der Abreife, kann das Korn in der Ähre zu keimen beginnen und es kommt zum Auswuchs. Dadurch steigt die Enzymaktivität, die Fallzahl sinkt und die Partie verliert Backqualität, wodurch Preisabschläge drohen.

2. Rohproteingehalt: Der Proteingehalt ist wichtig für die Kleberbildung und die Teigeigenschaften. Er wird stark durch die Stickstoffversorgung und den Ertrag beeinflusst.

Das Problem: Bei später Ernte kann es zu Witterungsstress oder Auswuchs kommen. Beides kann die Qualität zusätzlich mindern. Fallzahlverluste wirken sich außerdem oft stärker aus als leichte Proteinschwankungen.

B) Ernte Sommerweizen

Sommerweizen wird vor allem in Regionen und Lagen eingesetzt, in denen Winterweizen nicht optimal ist, oder er dient als Sanierungsfrucht. Sommerweizen bringt geringere Strohmengen mit sich, aber oft spätere Erntezeiten bei gleichzeitig höherem Trockenstressrisiko.

Da der Sommerweizen häufig als E-Weizen, also Qualitätsweizen, angebaut wird, erfordert er besondere Qualitätsanforderungen. Empfehlenswert sind schonende Druscheinstellungen, um den Proteinerhalt zu sichern und den Bruchkornanteil so gering wie möglich zu halten.

Verluste & Qualitätsrisiken zur Ernte

1) Mechanische Verluste

Ursachen für mechanische Verluste können zu schnelles Fahren, falsche Mähdreschereinstellungen oder ein zu niedriger oder zu hoher Schnitt sein.

Um den Ernteverlust zu kontrollieren, ist es ratsam, die Körner, die hinter dem Mähdrescher liegen, auf einer definierten Fläche zu zählen. So können Sie den prozentualen Verlust ableiten.

Das Ziel sollte sein, Verluste unter ein bis zwei Prozent der Weizenernte pro Hektar zu halten.

2) Witterungsbedingte Risiken

Es kann zum Auswuchs beim Weizen kommen, wenn es längere Regenphasen nach Erreichen der Druschreife gibt. Dadurch kann es zur Keimung in der Ähre kommen, was in einem Abfall der Fallzahlen resultiert.

Ein weiteres Risiko ist Lager beim Weizen. Bei Lager liegen die Weizenhalme am Boden, was die Ernte deutlich erschwert, zu höheren Ernteverlusten führen kann und eine angepasste Fahrstrategie mit entsprechender Fahrtrichtung, Schnitthöhe und Haspel-Einstellung erforderlich macht.

3) Lagerung & Nachernteverluste

Es ist wichtig, bei der Trocknung maximal 14 Prozent Feuchte zu haben, weil sonst die Gefahr von Schimmel und Qualitätsverlust steigt.

Achten Sie auf eine sortenreine Lagerung und Temperaturkontrolle im Silo.

Schlechte Lagerung kann den Erlös genauso mindern wie ein suboptimaler Weizenernte Zeitpunkt.

Weizen ernten & verarbeiten: vom Feld bis zum Silo

Die Prozesskette beim Ernten und Verarbeiten von Weizen sieht wie folgt aus: Nach dem Drusch wird die Ernte transportiert und vorgereinigt. Danach wird sie getrocknet und eingelagert.

Wenn Sie die Weizenernte organisieren, ist es wichtig, die Ernteketten (Mähdrescher – Abfahrer – Lager) aufeinander abzustimmen, um Stillstandszeiten zu vermeiden.

Ein Beispiel: Bei einer Weizenernte in Deutschland mit 20+ Millionen Tonnen Winterweizen pro Jahr sind die Logistikkapazitäten (Hoflager, Lohnunternehmer, Handel) die Engpassfaktoren.

Bei der Weizenernte unterstützen viele Erfassungsbetriebe und Genossenschaften mit professioneller Qualitätsanalyse (zum Beispiel Fallzahl-, Protein- und Feuchtemessung), um die Partie korrekt einzustufen und optimal zu vermarkten.

Die Weizenernte als Höhepunkt des Weizenjahres

Eine erfolgreiche Weizenernte heißt, den besten Kompromiss zu finden zwischen:

  • maximalem Ertrag des Winterweizens bzw. Ertrag des Sommerweizens
  • Qualität (Fallzahl, Hektolitergewicht, Proteingehalt)
  • vertretbaren Trocknungs- und Erntekosten.

Wählen Sie die Weizen Erntezeit nicht nur nach dem Kalender, sondern nach der Reife und dem Wetter. Passen Sie zudem die Technik (Mähdrescher Einstellungen) an den Bestand und das Erntefenster an und werten Sie die Weizen Ernte pro Hektar und betriebliche Deckungsbeiträge systematisch aus.

Die Digitalisierung (Sensorik, Ertragskarten) hilft heutzutage, den perfekten Weizen-Erntezeitpunkt zu bestimmen und die Drusch-Einstellungen noch genauer zu steuern. Auch die Anpassung an Klimaextreme wird zunehmend wichtiger, um die stabile Weizenernte in Deutschland aufrechtzuerhalten.

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