Schattenrasen
Liegen größere Rasenflächen die meiste Zeit im Schatten höherer Pflanzen oder Gebäude, hat es der Rasen schwer. Es sprießen Moose und Pilze umso leichter aus dem Boden, der hier sein Schattendasein fristet. Wenn Sie jedoch auch an lichtarmen Plätzen einen sattgrünen Rasen bevorzugen, dann sollten Sie zu besonderen Saatgut-Mischungen greifen. Diese sind speziell für schattigere Gartenflächen konzipiert und daher unter dem Namen „Schattenrasen“ bekannt. Mit diesem Schattenrasen können Sie auch lichtarme Bereiche unter ausladenden Bäumen ganzjährig flächendeckend begrünen.
Standortbedingungen: Hier grünt Ihnen was!
Auch wenn diese speziellen Schattenrasen-Mischungen eher wenig Licht benötigen – so ganz ohne Licht geht es natürlich nicht. Ein wenig Licht benötigt jede noch so schattenliebende Pflanze für ihre Keimung und Photosynthese. Folgende Bedingungen an Standort und Bodenbeschaffenheit erleichtern zusätzlich das Keimen und Gedeihen des Schattenrasens:
- Nährstoff- und humusreicher Boden
- Eher feuchter als trockener Boden mit guter Wasserspeicherfähigkeit
- Neutraler pH-Wert von 6-7
Augen auf beim Rasenkauf
Damit Ihr Rasen aus seinem Schattendasein befreit wird, sollten Sie beim Kauf von Schattenrasen nicht am falschen Ende sparen. Je hochwertiger Ihre spezielle Saatgutmischung, desto besser wird auch das Ergebnis Ihrer Arbeit sein.
Der Anteil an besonders schattenverträglichen Grassorten sollte also möglichst hoch sein. Auch die Keimfähigkeit ist nicht immer die gleiche. Je älter die Grassamen, desto schwerer tun sich diese mit der Keimung.
Lagerfehler können die Keimrate ebenfalls drastisch reduzieren. Es rentiert sich, mit alten Rasensamen für den Schattenrasen eine Keimprobe durchzuführen. Fällt diese nicht zufriedenstellend aus, sollten Sie ohnehin besser neues und hochwertiges Schattenrasen-Saatgut kaufen.
Beim Kauf von Schattenrasen spielt zusätzlich die zukünftige Beanspruchung der zu begrünenden Fläche eine wichtige Rolle. Ein Freizeitrasen, auf dem Tischtennis oder Fußball gespielt wird, muss wesentlich robuster sein als eine Fläche, die kaum betreten wird. Auch hier gibt es unterschiedliche Angebote an Mischungen für den besonderen Bedarf.
Schattenrasen: So erkennen Sie seine Qualität
Ein Schattenrasen von besonderer Qualität besitzt eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber typischen Rasenkrankheiten und ist überdies eher pflegeleicht. Darüber hinaus sollte eine ausgewogene Mischung nicht nur für den absoluten Schattenbereich, sondern ebenso für sonnigere Flächen und verschiedene Bodenarten geeignet sein.
Folgende Gräser sind typisch für clever kombinierte Schattenrasen-Mischungen und können in unterschiedlichen Anteilen enthalten sein:
- Schaf-Schwingel
- Haarblättriger Rotschwingel
- Gewöhnlicher Rotschwingel
- Deutsches Weidelgras
- Wiesenrispe und andere Rispenarten
Ein Qualitätsmerkmal, auf dass Sie achten sollten, ist die Bezeichnung RSM. Das Kürzel steht für „Regel-Saatgut-Mischung“. Nur Mischungen, die durch die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. empfohlen werden, tragen diese Sonder-Bezeichnung. Ein Schattenrasen von RSM-Qualität verspricht also eine hohe Keimfähigkeit, weilseine Zusammensetzung optimal angepasst ist.
Schattenrasen kaufen: Warum Discounter billiger als der Fachhandel sind
Auch immer mehr Discounter bieten mitunter Schattenrasen-Mischungen an. Da sie die Ware meist in sehr großer Stückzahl vom Großhändler beziehen und diese dann in zahlreichen Filialen angeboten wird, können die Preise mitunter sehr verlockend sein. Der Verkauf selbst verläuft ebenfalls recht kostensparend, da dem Kunden kein speziell ausgebildetes Fachpersonal zur Verfügung steht. Meist handelt es sich auch um wenig unterschiedliche Sorten an Schattenrasen, so dass die individuellen Bedürfnisse hier nicht immer berücksichtigt werden.
Im Fachhandel wiederum finden Sie eine große Produktpalette, aus der Sie sich genau das passende Produkt auswählen können. Außerdem steht Ihnen hier stets – entweder im Geschäft vor Ort oder telefonisch – geschultes und erfahrenes Personal mit Rat und Tat zur Seite. Sie finden eine erstklassige Beratung, in der es darum geht, genau den Schattenrasen zu finden, der auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Auch hier lohnt es sich nicht, am falschen Ende zu sparen. Denn ein Billig-Rasen, der nicht aufgeht, ist am Ende ohnehin teurer als ein Schattenrasen vom Fachhandel, an dem Sie jahrelang Ihre Freude haben.
Die Aussaat Ihres Schattenrasens in 3 Schritten
Damit Ihr Schattenrasen innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden sprießt und prächtig gedeiht, sind drei Arbeitsschritte notwendig:
Nicht vergessen: Schattenrasen düngen
Mindestens zwei- bis viermal jährlich sollten Sie Ihren Schattenrasen düngen. Die beste Zeit hierfür ist direkt nach dem Mähen. Denn dann benötigt der Schattenrasen wieder jede Menge Nähr- und Vitalstoffe, um nachwachsen zu können. Je nach Jahreszeit sollten Sie jedoch einen anderen Rasendünger verwenden, der dem Nährstoffbedarf zur jeweiligen Jahreszeit optimal angepasst ist. Nur eine individuell angepasste Düngung fördert ein sattes Grün und starke Widerstandskräfte gegenüber Krankheitserregern, Wind und Wetter.
Ab wann ist der ausgesäte Schattenrasen belastbar?
Bis zu etwa 6 Wochen nach der Keimung sollten Sie die Fläche nach Möglichkeit nicht betreten. Anfangs benötigen die Samen Ruhe, um ungestört keimen zu können. In der ersten Zeit nach der Keimung entwickeln die noch zarten Gräser ihr erstes Wurzelwerk, mit dem sie sich im Boden halten und versorgen.
Sie können den Boden zwar nach etwas 40-45 Tagen vorsichtig betreten. Rennen und Spielen sollte auf dem noch jungfräulichen Schattenrasen für mehrere Wochen dennoch taub sein.
Das Warten lohnt sich: Dort, wo noch vor wenigen Wochen eine kahle, unansehnliche Stelle war, entwickelt sich in dieser Zeit ein ebenmäßiger, sattgrüner Rasenteppich.
Ihr Schattenrasen: Ein empfindsames Stück Grün
Bei aller Pflege und Liebe: Ihr Schattenrasen wird empfindlich und sensibel bleiben. Eine starke Beanspruchung ist also von vornherein ausgeschlossen und Sie sollten ihn stets ein wenig schonen.
Die Regenerationsfähigkeit ist im Vergleich zu anderen Rasensorten nicht besonders stark entwickelt. Daher sollten Sie ihn auch erst ab einer Höhe von 10 Zentimetern mähen, damit er möglichst lange von der Photosynthese profitieren kann. Hierfür benötigt er spezielle Nährstoffe und immer wieder ein wenig mehr Pflege und Aufmerksamkeit als herkömmliche Rasenflächen.
Er ist und bleibt womöglich ein Sorgenkind, Ihr Schattenrasen. Aber dafür belohnt er Sie dennoch mit seinem herrlich satten Grün unter kühl schattigen Bäumen und anderen lichtarmen Bereichen in Ihrem Garten-Paradies.
BayWa Tipp: Schattenrasen benötigt mehr Dünger und Wasser als andere Rasenflächen, weil er durch die geringe Zufuhr von Licht und Wärme höherem Stress ausgesetzt ist.