Kartoffeln bewässern

Professionelle Kartoffel Bewässerung und Beregnung in der Landwirtschaft

Eine gezielte Bewässerung von Kartoffeln sichert in Trockenperioden und in Regionen mit niedrigen Niederschlägen die Entwicklung und die Qualität der Knollen. Ob Beregnung oder moderne Tröpfchenbewässerung – die Wahl der richtigen Technik wirkt sich dabei direkt auf Ertrag, Pflanzen-Gesundheit und Wirtschaftlichkeit aus. In unserem Ratgeber erfahren Landwirte, wie sie ihre Kartoffeln richtig bewässern, ihr Wassermanagement optimieren und welche Faktoren für eine bestmögliche Wasserversorgung entscheidend sind.

Inhaltsverzeichnis

BayWa-Services rund um die Bewässerung von Kartoffeln

Wir bieten Ihnen hochwertige Produkte, zuverlässige Beratung und beste Services rund um das Thema Bewässerung – von der Feldbewässerung bis hin zur Bewässerung von Kartoffeln. Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie bei der Auswahl der richtigen Technik, der Planung, Umsetzung und Steuerung Ihrer Bewässerungslösungen. Sie erreichen uns bequem per E-Mail, über das Kontaktformular oder direkt an unseren Standorten – wir beraten Sie gerne persönlich und individuell.

Kartoffeln bewässern: Wann es nötig ist und warum es sich lohnt

Kartoffeln zählen auch bei uns zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Als Ackerkultur gelten sie zwar als vergleichsweise wassereffizient, dennoch ist eine durchdachte Bewässerung der Kartoffelpflanzen entscheidend, um stabile Erträge und eine gleichbleibend hohe Knollenqualität zu erzielen.

Ziel der Kartoffelbewässerung ist es vor allem, …

  • ein gleichmäßiges Pflanzen-Wachstum sicherzustellen
  • optimale Bedingungen für die Knollenbildung und Sortierung zu schaffen
  • Stress in kritischen Wachstumsphasen zu vermeiden
  • Ertragsschwankungen vorzubeugen
  • Pflanzen-Gesundheit zu verbessern und Krankheiten zu reduzieren
  • die Wertschöpfung pro Hektar zu steigern

Regelmäßige Beregnung hilft außerdem, Missbildungen und Wachstumsstörungen zu vermeiden, die häufig durch wechselnde Feuchtigkeitsverhältnisse entstehen.

Vor allem in Regionen mit unregelmäßigen oder geringen Niederschlägen ist die Bewässerung von Kartoffeln mittlerweile Standard – insbesondere in sensiblen Entwicklungsphasen wie Blüte und Knollenbildung.

Der tatsächliche Wasserbedarf hängt dabei stark von den Standortbedingungen ab. Neben der Bodenbeschaffenheit beeinflussen auch Witterung, Standortklima und Sorten-Eigenschaften den Wasserbedarf und müssen in einem durchdachten Bewässerungskonzept berücksichtigt werden.

Mehrjährige Versuchsergebnisse des LfL ↗ zeigen, dass eine gezielte, über das natürliche Niederschlagsangebot hinausgehende Bewässerung zu signifikanten Ertragssteigerungen führen kann. Gleichzeitig erhöht sie die Ertragsstabilität und damit die Planungs- und Liefersicherheit im Kartoffelanbau – ein zunehmend wichtiger Aspekt unter wechselhaften klimatischen Bedingungen.

Kartoffelfeld

Ab wann Kartoffeln bewässern? Wasserbedarf nach Entwicklungsphase

Auf den Punkt gebracht: Die wichtigste Bewässerungsphase beim Anbau von Kartoffeln beginnt mit der Knollenbildung. Vorher reicht in der Regel die natürliche Bodenfeuchte aus, spätere Trockenperioden erfordern jedoch teilweise methodische Bewässerung. Trockenstress ist ebenso zu vermeiden wie zu viel Wasser.

Grundsätzlich liegt der Gesamtwasserbedarf der Kartoffel bei circa 350–550 Millimeter pro Vegetationsperiode (entspricht 3.500–5.500 m³/ha). Je nach Entwicklungsphase variiert der Wasserbedarf.

Auf einen Blick: Wasserverbrauch von Kartoffelpflanzen pro Tag

  • Auflauf & Reihenschluss: 2–3 mm/Tag
  • Knollenansatz & Knollenwachstum: 4–6 mm/Tag
  • Abreifephase: 2–3 mm/Tag

Keimung & Auflaufphase à Wasserbedarf gering: In der Keimphase und während des Auflaufens ist der Wasserbedarf eher gering und liegt bei etwa 2–3 Millimeter pro Tag. Dennoch verlangt die Kartoffel einen gleichmäßig feuchten Boden. Ist der Acker zu trocken, keimt die Kartoffel zu spät. Zu feuchte Erde oder Staunässe führt dagegen schlimmstenfalls zu Fäulnis. Eine Bodenfeuchte von rund 50 bis 75 Prozent der Feldkapazität wird als ideal betrachtet.

Beginn Wachstumsphase à Wasserbedarf moderat: Sobald sich Blätter und Stängel ausbilden, steigt der Wasserbedarf der Kartoffel. Gleichzeitig entwickeln sich die zunächst flachen Wurzeln weiter. In dieser Phase ist der Wasserbedarf moderat. Dennoch sollte eine regelmäßige Wasserversorgung sichergestellt sein, um den Aufbau eines möglichst tiefreichenden und leistungsfähigen Wurzelsystems zu fördern. Dies verbessert sowohl die Wasser- als auch die Nährstoffaufnahme. Kurzzeitiger, moderater Trockenstress ist in dieser Entwicklungsphase weniger kritisch als in früheren oder späteren Stadien und kann das Wurzelwachstum sogar stimulieren.

Knollenansatz (BBCH 40–49) à Wasserbedarf moderat: Die Bewässerung während des Knollenansatzes ist ein zentraler Ertragsfaktor. In dieser Entwicklungsphase entscheidet die Wasserverfügbarkeit maßgeblich darüber, ob und wie viele Knollen angelegt werden. Wasserstress oder Trockenheit reduzieren den Knollenansatz deutlich und begrenzen damit das Ertragspotenzial. Eine übermäßige Wasserversorgung wirkt sich ebenfalls negativ aus, da sie das Krautwachstum fördert und Energie und Nährstoffe zulasten der Knolle im Kraut bindet. Für eine optimale Knollenbildung ist daher eine gleichmäßige, moderat dosierte Bewässerung erforderlich (Wasserverbrauch circa 4–6 Millimeter pro Tag).

Knollenwachstum (BBCH 50–79) à Wasserbedarf hoch: In der Phase des Knollenwachstums erreicht der Wasserbedarf der Kartoffel seinen Höchstwert. Eine unzureichende Wasserversorgung kann zu Rissbildung und Verformungen der Knollen führen. Gleichzeitig wird in diesem Stadium maßgeblich die spätere Knollengröße bestimmt. Eine regelmäßige Bewässerung unterstützt eine gleichmäßige Entwicklung und ermöglicht das Erreichen optimaler Größen. Empfohlen wird eine möglichst konstante Bodenfeuchte von etwa 60 bis 80 Prozent der Feldkapazität.

Reifephase à Wasserbedarf gering: Während der Abreife wird die Wassergabe schrittweise reduziert, da der Wasserbedarf der Knollen nun abnimmt und sich bei etwa 2–3 Millimeter pro Tag einpendelt. Eine zu hohe Bodenfeuchte kann die Abreife verzögern. Leicht trockenere Bedingungen fördern hingegen die Ausbildung einer festen Schale. Entsprechend wird die professionelle Beregnung der Kartoffeln in dieser Phase eingestellt.

Kartoffelfeld mit Tropfschläuchen

Wasserbedarf nach Standort- und Bodenfaktoren

Neben den Entwicklungsstadien hängt der Wasser- beziehungsweise Bewässerungsbedarf im landwirtschaftlichen Anbau von Kartoffeln stark von klimatischen Einflüssen, Standort und Bodenbeschaffenheit ab. Eine kontinuierliche Kontrolle der Bodenfeuchte ist entscheidend, um sowohl Unter- als auch Überbewässerung zu vermeiden.

1) Einfluss klimatischer Faktoren

Niederschläge, Temperaturen, Strahlung und Wind haben Auswirkungen auf den Bewässerungs-Bedarf im Kartoffelanbau. Lange Trockenphasen im Juni und Juli sowie Temperaturen über 25 Grad Celsius können sich vor allem in Kombination problematisch auswirken und zu Wachstumsdepressionen, Hohlherzigkeit oder Wachstumsrissen führen. Auch eine zu hohe Sonnenstrahlung und Wind können aufgrund höherer Verdunstung den täglichen Wasserbedarf um bis zu 30–40 Prozent erhöhen.

2) Einfluss der Bodenbeschaffenheit

Unterschiedliche Bodenarten bringen unterschiedliche Wasserspeicherfähigkeiten mit sich. In der Landwirtschaft spricht man in diesem Zusammenhang von der nutzbaren Feldkapazität (nFK). Diese beschreibt die Wassermenge, die ein Boden nach Abzug des permanenten Welkepunkts für Pflanzen speichern kann. Sie ist also das wasserverfügbare Volumen für Pflanzen. Die optimale Bodenfeuchte für Kartoffeln liegt bei etwa 50–75 Prozent der Feldkapazität. Werte unter 50 Prozent führen zu Trockenstress, Werte über 80 Prozent können Staunässe und Knollenfäule begünstigen.

  • Sandige Böden zeichnen sich durch eine gute Drainage aus, trocknen jedoch schnell aus, weshalb häufigere, jedoch kleinere Bewässerungsmengen und -intervalle sinnvoll sind. Ohne Bewässerung sind sie oftmals langfristig kaum wirtschaftlich.
  • Lehmige Böden hingegen speichern Wasser über einen längeren Zeitraum, sodass Bewässerungen seltener erforderlich sind, die Wassermenge dabei jedoch oft höher ausfallen sollte.
  • Tonhaltige Böden verfügen über eine besonders langsame Drainage und neigen zur Staunässe. In der Praxis sind hier bei der Bewässerung kleinere Gaben mit längeren Pausen oft sicherer, um Staunässe zu vermeiden und um optimale Wachstumsbedingungen zu gewährleisten.
Bodenart nFK (mm/m) Bewässerungsbedarf Bewässerungsmethode
Sand 60–90 sehr hoch Tröpfchenbewässerung / Tropfbewässerung (kurze, häufige Gaben), ggf. bodennahe Beregnung
sandiger Lehm 100–140 hoch Tröpfchenbewässerung / Tropfbewässerung oder bodennahe Beregnung, ggf. Zentralrohrberegnung
Lehm 140–180 mittel Tröpfchenbewässerung / Tropfbewässerung oder bodennahe Beregnung, ggf. Zentralrohrberegnung
Ton/Schluff 180–220 geringer, aber Staunässegefahr Beregnung (seltener, größere Gaben), Tröpfchenbewässerung / Tropfbewässerung möglich, vorsichtig planen, Staunässe vermeiden

 

Bodenfeuchte prüfen

Um die Bewässerung von Kartoffeln optimal zu steuern, ist die regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchte entscheidend. Dazu stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Mit einem Tensiometer lässt sich die Bodenwasser-Saugspannung direkt messen – besonders geeignet für tiefgründige Böden.
  • Bodensensoren oder Fühler ermöglichen eine elektronische Messung der Bodenfeuchte und lassen sich direkt in die Bewässerungsplanung integrieren.
  • Die Handprobe bietet eine schnelle Möglichkeit, die Feuchte oberflächlich zu beurteilen, erfasst jedoch nur die oberste Bodenschicht.

Praxis-Tipp: Der Einsatz von Sensoren hilft, die Bewässerung bedarfsgerecht zu steuern, Wasser effizient zu nutzen und Staunässe zu vermeiden.

Sortenunterschiede

Der Wasserbedarf von Kartoffeln kann je nach Sorte, Reifegruppe und Wuchstyp variieren und sollte bei der Bewässerungsplanung berücksichtigt werden.

  • Frühe Sorten reagieren besonders empfindlich auf Wassermangel während des Knollenansatzes. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist hier entscheidend, um Ertrags- und Qualitätsverluste zu vermeiden.
  • Mittelfrühe und späte Sorten verteilen ihren Wasserbedarf über einen längeren Zeitraum und können kurze Trockenphasen besser ausgleichen, benötigen jedoch während der Knollenfüllung hohe Wassermengen.
  • Sorten mit starker Krautentwicklung haben einen höheren Wasserverbrauch, während Sorten mit gut entwickeltem Wurzelsystem Wasser effizienter nutzen.
  • Großknollige Speise- und Verarbeitungssorten reagieren empfindlich auf schwankende Bodenfeuchte und neigen bei ungleichmäßiger Wasserversorgung zu Rissbildung oder Hohlherzigkeit.

Bewässerungsstrategie und -zeitpunkt sollten an die jeweilige Sorte angepasst werden. Sortenempfehlungen, regionale Versuchsergebnisse und eigene Betriebserfahrungen helfen, Wasser effizient einzusetzen und die Knollenqualität zu sichern.

Tröpfchenbewässerung bei Kartoffeln

Bewässerungstechniken für Kartoffeln

Bei der Bewässerung von Kartoffeln haben sich in der modernen Landwirtschaft vor allem zwei Techniken etabliert: die Beregnung mithilfe von Kreisregner oder Trommelregner und die Tröpfchenbewässerung, Sie kommen je nach technischen, pflanzenbaulichen, betriebswirtschaftlichen und standortbezogenen Faktoren zum Einsatz.

Beregnung von Kartoffeln

Die Beregnung ist das in Deutschland am meisten eingesetzte Bewässerungsverfahren im professionellen Kartoffelanbau. Dabei wird der gesamte Schlag mithilfe fest installierter oder mobiler Anlagen bewässert, was eine flächendeckende und gleichmäßige Wasserversorgung der Kulturen bei vergleichsweise geringem Arbeitsaufwand ermöglicht. Zu den gängigen Ausführungen zählen Kreisregner und Großflächenregner, Sprinkleranlagen, Trommelregner sowie Center Pivot- beziehungsweise Kreisberegnungsanlagen.

Ein wesentlicher Vorteil der Beregnung liegt in der gezielten und gut steuerbaren Dosierung der benötigten Wassermenge, wodurch eine bedarfsgerechte Bewässerung technisch zuverlässig umgesetzt werden kann. Als Herausforderung gilt neben höheren Verdunstungsverlusten das erhöhte Risiko für Blatt- und Krautkrankheiten, da das Wasser von oben auf den Pflanzen-Bestand aufgebracht wird. Dadurch kann eine längere Blattnässe entstehen, die die Entwicklung pflanzenpathogener Pilze begünstigen kann.

Tröpfchenbewässerung für Kartoffeln

Im Kartoffelanbau stellt die Tröpfchenbewässerung (auch Tropfbewässerung) ein zunehmend eingesetztes, besonders effizientes Bewässerungssystem dar. Dabei werden Tropfschläuche entweder auf der Dammkrone (Dammkronenverfahren DKV) oder zwischen den Dämmen (Zwischenkronenverfahren ZKV) verlegt. Über diese Schläuche wird das Wasser zielgenau in den Wurzelraum der Kartoffelpflanzen abgegeben.

Die Tröpfchenbewässerung beziehungsweise Tropfbewässerung zeichnet sich durch eine sehr präzise und effiziente Wasserabgabe aus und gilt sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht als nachhaltiges Bewässerungsverfahren. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass das Kartoffellaub trocken bleibt, wodurch das Risiko für pilzliche Blatt- und Krautkrankheiten deutlich reduziert wird. Eine gleichzeitige Fertigation ist möglich.

Demgegenüber stehen vergleichsweise hohe Anfangsinvestitionen für die erforderliche Bewässerungstechnik, die jedoch – ähnlich wie bei Beregnungssystemen – durch den geringen Wasserverbrauch und die hohe Effizienz der Tröpfchenbewässerung in der Regel innerhalb kurzer Zeit amortisiert werden.

Unterflurbewässerung von Kartoffeln

Eine weitere Variante der Bewässerung im Kartoffelanbau stellt die Unterflurbewässerung dar. Dabei wird ein Röhrensystem unterhalb der Bodenoberfläche verlegt, das die Pflanzen direkt im Wurzelbereich mit der benötigten Wassermenge versorgt. Dieses Verfahren ermöglicht eine sehr effiziente Wassernutzung und reduziert zugleich das Unkrautwachstum, da die Bodenoberfläche trocken bleibt.

Die Unterflurbewässerung kommt in Deutschland in der Praxis nur sehr selten und wenn, dann selektiv zum Einsatz, etwa auf Betrieben mit hochwertigen Speisekartoffeln, in wasserarmen Regionen oder bei intensiv technologisierten Produktionssystemen. Hohe Investitions- und Installationskosten sowie der Anpassungsbedarf bei mechanischen Feldarbeiten beschränken die flächendeckende Nutzung, machen die Methode aber besonders für Betriebe interessant, die präzise Bewässerung, Krankheitsreduktion und Ressourcenschonung anstreben.

Tröpfchenbewässerung & Beregnung im Vergleich

Kriterium Tröpfchenbewässerung Beregnung (Kreis-/Trommelregner)

Wassereffizienz

sehr hoch (kaum Verdunstung, gezielte Abgabe)

mittel bis gering (Verdunstung, Abdrift)

Wasserverfügbarkeit

geeignet bei begrenzten Wassermengen

hoher Spitzenwasserbedarf

Wasserqualität

hohe Anforderungen (Filtration nötig)

geringere Anforderungen

Windanfälligkeit

keine

hoch

Verdunstungsverluste

sehr gering

hoch bei Hitze und Wind

Frostschutz möglich

nein

ja

Blattnässe

keine

stark ausgeprägt

Krankheitsrisiko (z. B. Phytophthora)

geringer

höher

Fertigation (Nährstoffzufuhr)

sehr gut steuerbar und präzise

nur eingeschränkt möglich

Nährstoffauswaschung

gering

höher

Schlaggröße/-form

flexibel, auch bei kleinen/unregelmäßigen Flächen

vorteilhaft bei großen, regelmäßigen Schlägen

Hanglagen

gut geeignet (druckkompensierte Systeme)

problematisch

Arbeitsaufwand

hoch (Verlegen, Rückbau)

mittel

Mechanische Feldarbeiten

eingeschränkt möglich

uneingeschränkt

Automatisierbarkeit

sehr hoch

begrenzt

Investitionskosten

hoch

mittel bis hoch

Lebensdauer

oft kurz (Einjahresleitungen)

lang (mehrjährige Nutzung)

Energiebedarf

gering (niedriger Druck)

hoch (Pumpenleistung)

Ertrags- & Qualitätsstabilität

sehr hoch

mittel

Mehrkulturtauglichkeit

gering

hoch

Eignung für intensiven Kartoffelanbau

sehr gut

gut

Traditionelle Oberflächenbewässerung von Kartoffeln

Die Oberflächenbewässerung stellt ein traditionelles, heute jedoch kaum noch angewendetes Bewässerungsverfahren im Kartoffelbau dar. Dabei wird das Wasser ohne technischen Druck direkt auf die Ackerfläche ausgebracht und verteilt sich überwiegend durch Schwerkraft. Diese Methode erfordert zwar einen geringen technischen und organisatorischen Aufwand, ist jedoch vergleichsweise wasserintensiv und erlaubt insbesondere auf unebenen Flächen keine gleichmäßige Wasserversorgung. Aus diesen Gründen wurde die Oberflächenbewässerung in der modernen Landwirtschaft weitgehend durch effizientere Bewässerungssysteme ersetzt.

Fehler bei der Kartoffelbewässerung vermeiden

Um den Ertrag und die Qualität der Kartoffeln zu sichern, ist es wichtig, typische Fehler bei der Bewässerung frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Fehlsteuerungen können nicht nur den Wasserverbrauch erhöhen, sondern auch das Risiko für Krankheiten und ungleichmäßige Knollengrößen steigern.

Fehler/Problem Folgen/Auswirkungen Ursache/Bedingung Maßnahme/Vermeidung

zu frühe oder zu späte Bewässerung

ungleichmäßiges Pflanzen-Wachstum, reduzierte Erträge, Stress für die Kartoffelpflanzen

fehlende Planung, Unsicherheit über Wasserbedarf

regelmäßige Ermittlung der Bodenfeuchte, z. B. durch Sensoren oder manuelle Messung; Erstellung eines betriebsspezifischen Bewässerungsplans

zu viel Wasser/zu häufiges Bewässern

Staunässe, Knollenfäulnis, Nährstoffauswaschung

ungenaue Wasserdosierung, Vernachlässigung der Drainage

Anpassung der Wassermenge an Bodenart und Wetter; automatische Bewässerungssysteme nutzen; gute Drainage sicherstellen

Staunässe/Fäulnis der Knollen

Totalausfall von Knollen, Qualitätsverluste, wirtschaftliche Schäden

übermäßige Bewässerung, schlechter Wasserabfluss

Kontrolle der Bodenfeuchte; gute Drainage; Bewässerung nur nach Bedarf

erhöhtes Krankheitsrisiko (z. B. Phytophthora infestans)

Kraut- und Knollenfäule, Stängelnassfäule, Ertrags- und Qualitätsverluste

zu feuchte Bedingungen, feucht-warme Witterung

Blatt trocken halten (Tröpfchenbewässerung bevorzugen), bedarfsgerechte Wassergabe, Wetter- und Klimadaten in Bewässerungsplanung einbeziehen

zu trockene Böden/Trockenstress

Dürrfleckenkrankheit, Trockenfäule, verkümmertes Wachstum

unregelmäßige Bewässerung, lange Trockenperioden

regelmäßige Kontrolle der Bodenfeuchte; automatische Bewässerungssysteme; Bodenmulch oder Bodenpflege zur Feuchtigkeitsspeicherung

Folgekrankheiten bei Trockenstress

Dürrfleckenkrankheit, Kartoffelschorf; Blatt- und Triebsterben, Knollenqualität leidet, Ertragsminderung

Wassermangel, ungleichmäßige Feuchteversorgung

gleichmäßige, bedarfsgerechte Bewässerung; Bodenfeuchtesensoren nutzen; Stressperioden vermeiden

ungleichmäßige Wasserversorgung auf großen Flächen

ungleichmäßige Knollengröße, Qualitätsverluste, ineffiziente Wasser- und Ressourcennutzung

manuelle Bewässerung, fehlende Automatisierung

Einsatz automatisierter Bewässerungsanlagen, ggf. mit Integration regionaler Wetterdaten und Vorhersagen

Integration von Nährstoffgabe (Fertigation)

Bewässerung und Düngung in einem Schritt

Die ideale Kombination für eine optimale Kartoffel-Ernte ist die Fertigation, also die gleichzeitige Ausbringung von Wasser und Dünger. Besonders effizient lässt sie sich in der Tröpfchenbewässerung integrieren.

Dabei wird wasserlöslicher Dünger direkt dem Bewässerungswasser beigemischt. Über Tropfschläuche oder Beregnungssysteme gelangen die Nährstoffe präzise in den Wurzelbereich. Dadurch können wichtige Elemente wie Stickstoff, Kalium und Phosphor exakt in der benötigten Menge bereitgestellt werden.

Vorteile der Fertigation sind unter anderem …

  • geringe Verluste durch Verdunstung oder Auswaschung
  • exakte Nährstoffversorgung für das Wurzelsystem, steigert Effizienz und Ertrag
  • kalkulierbare Versorgung auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen

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