Maisschädlinge effektiv bekämpfen

Schmetterlinge und Käfer sowie deren Larven, aber auch Vögel und Schwarzwild – zahlreiche Schädlinge bedrohen den Mais. Einige befallen gleich zu Beginn der Saison das frisch ausgebrachte Saatgut, wieder andere schädigen die Keimlinge, die Wurzeln und Blätter oder fressen noch während der Reife die Maiskolben. Mit uns können Sie sich einen Überblick über die wichtigsten Maisschädlinge verschaffen. Und das Wichtigste: Sie erfahren alles über effektive Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung – sowohl für die konventionelle Landwirtschaft als auch für den ökologischen Maisanbau.

Maisschädlinge im Überblick

Kaum ist der Mais gesät, stehen schon die ersten Schädlinge bereit. Doch kennen Sie das Erscheinungsbild des Maiszünslers oder wissen Sie, was die Baumwoll-Kapseleule ist? Wer nicht vorbereitet ist, muss bald um Saatgut, Pflanzen und vor allem um die Ernte fürchten. Doch keine Angst – Bei uns lernen Sie die elf bedeutendsten Maisschädlinge kennen. Mit unserer Hilfe können Sie Drahtwürmer, Stängelälchen und Maiswurzelbohrer kinderleicht identifizieren, Blattläusen und Fritfliegen optimal vorbeugen und sogar gegen Wildschweine effektiv vorgehen.

 

BayWa-Services für besten Pflanzenschutz bei Mais

Sind Ihnen gelblich gefärbte Schmetterlinge in der Nähe Ihrer Maisfelder aufgefallen oder haben Sie Löcher in den Blättern entdeckt? Zögern Sie nicht und fordern Sie unsere Unterstützung an. Unsere Expertinnen und Experten für Mais stehen für alle Fragen rund um die Schädlingsbekämpfung bereit. Kontaktieren Sie uns einfach via E-Mail oder unser Kontaktformular oder besuchen Sie einen unserer BayWa Standorte und profitieren Sie von unserem Know-how bei Pflanzengesundheit, Sortenwahl und Düngung. Als Agrar-Handelspartner sind wir darüber hinaus gern bei der Vermarktung Ihrer Erzeugnisse behilflich.

Wenn Sie sich darüber informieren möchten, welcher Maisschädling derzeit in Ihrer Region auftritt, bietet Ihnen das Maismonitoring ↗ von isip (Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion e.V.) jederzeit aktuelle Informationen über den Befall.

Marina Reiff
Marina Reiff
Expertin für Mais
Christopher Heindl
Christopher Heindl
Experte für Mais
Maiszünsler

Maiszünsler

Der Maiszünsler – wissenschaftlich auch Ostrinia nubilalis – zählt zu den wirtschaftlich gefährlichsten Maisschädlingen in Deutschland und kann bis zu 50 Prozent der Ernte vernichten. Der anpassungsfähige Schädling vermehrt sich besonders bei wärmeren Temperaturen mitunter massenhaft. In Deutschland entwickeln sich bis zu zwei Generationen pro Jahr. Nur mithilfe vorbeugender Maßnahmen und gründlich durchgeführter Bekämpfungsmethoden kann dem Kleinschmetterling Einhalt geboten werden.

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Maiswurzelbohrer

Maiswurzelbohrer

Erst 2007 wurde er in Deutschland als neuer, eingeschleppter Schädling im Mais entdeckt – seitdem treibt der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) auch bei uns sein Unwesen und breitet sich unaufhaltsam aus. Durch den Käfer und seine Larven werden jährlich etwa zehn Prozent der Maiserträge zerstört. Intensiv bewirtschaftete Maisfelder begünstigen die Vermehrung. Die Bekämpfung gestaltet sich schwierig, da in Deutschland keine Insektizide zugelassen sind. Durch vorbeugende Maßnahmen können Sie den Maiswurzelbohrer jedoch in Schach halten.

Drahtwürmer

Drahtwürmer zählen zu den häufigsten Schädlingen im Maisanbau. Doch der Name täuscht: Es handelt sich nicht etwa um Würmer, sondern um die Larven verschiedener Käfer aus der Familie der Schnellkäfer (Elateridae). Die Larven, die mit ihrer länglichen Gestalt tatsächlich an Würmer erinnern, treiben Jahr für Jahr auf Maisfeldern ihr Unwesen und richten dabei zunehmend immer größere Schäden an – unter anderem auch, weil im Pflanzenschutz mittlerweile keine Neonikotinoide im Mais mehr genutzt werden dürfen. Bis zu 30 Prozent der Ernte können durch den Schädling vernichtet werden. Der Druck wächst folglich – und erfordert neue Wege bei der Bekämpfung.

Fritfliegen

Fritfliegen – lateinisch Oscinella frit – aus der Familie der Halmfliegen sind überall in Mitteleuropa heimisch. Bis vor Kurzem nur vereinzelt im Mais beobachtet, ist der Schädlingsdruck in den letzten Jahren gestiegen. Da Fritfliegen zu exponentieller Vermehrung neigen, kann es selbst bei einem leichten Befall innerhalb kürzester Zeit zu hohen Schäden kommen. Bis zu 30 Prozent des Maises können der gefräßigen Larve des Insekts zum Opfer fallen. Weil systemisch wirkende Beizen nicht mehr als Insektizid genutzt werden können, sind Vorbeugemaßnahmen unverzichtbar.

Stängelälchen

Beim Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) handelt es sich um einen Fadenwurm, der rund um den Globus bei zahlreichen Feldfrüchten vorkommt – vorausgesetzt das Klima ist gemäßigt. Je nach Wirtspflanze ist es auch unter den Bezeichnungen Stängelnematode, Rübenkopfälchen, Stockälchen oder Kleeälchen bekannt. Als Maisschädling tritt das Stängelälchen in Deutschland phasenweise – bisher jedoch noch nicht in großen Massen – auf. Dennoch ist die Bekämpfung und Prophylaxe wichtig, denn starker Befall schwächt die Pflanzen nachhaltig und kann zur sogenannten Umfallkrankheit führen.

Blattläuse

Große Getreideblattlaus, Bleiche Getreideblattlaus, Haferblattlaus, Maisblattlaus … eine ganze Reihe von Blattläusen macht Maisbauern das Leben schwer. Bei starkem Befall kann der Schaden bis hin zum totalen Ernteausfall reichen – vor allem, weil die Schädlinge für den Mais gefährliche Viruserkrankungen übertragen können.

Baumwoll-Kapseleule

Landwirte und Gärtner kennen den Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter unter den Namen Baumwoll-Kapseleule, Baumwolleule oder Schädliche Maiseule. Letzterer macht klar: Zu den zahlreichen Wirtspflanzen von Helicoverpa armigera zählt der Mais. Die eigentliche Gefahr für den Mais geht jedoch nicht von den Faltern, sondern von deren Raupe aus. Sie wird als Baumwollkapselwurm bezeichnet, auch wenn der Begriff oftmals synonym für den Schädling an sich verwendet wird. Obwohl der tag- und nachtaktive Falter bevorzugt in tropischen bis subtropischen Gebieten zu finden ist, hat er unter klimatisch milden Bedingungen bereits Wanderungen bis in den Süden Skandinaviens gezeigt. Darum sind die Tiere inzwischen in unseren Breitengraden als Maisschädlinge relevant – auch wenn sie derzeit noch keine nennenswerten Schäden verursachen.

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Schnecke

Schnecken

Besonders in Jahren mit feuchter Witterung werden sie zu einer gefürchteten Plage: Nacktschnecken aus der Familie der Ackerschnecken gelten als Maisschädlinge, die hohe Kulturschäden verursachen. Ob Graue Ackerschnecke (Deroceras agreste) oder Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) – sie alle fressen Saatgut und junge Maispflanzen und können den Bestand bis hin zum Wachstumsstopp schwächen. Die Schneckenplage wird begünstigt, wenn in der Landwirtschaft vermehrt auf den Anbau von Zwischenfrüchten gesetzt oder keine tiefere Bodenbearbeitung vorgenommen wird.

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Fasan als Maisschädling

Schadvögel

Alle Vögel sind schon da … Sperlinge, Fasane sowie gelegentlich auch Tauben und Krähen können je nach Aufkommen große Schäden im Mais verursachen und den Ertrag spürbar schmälern. Dabei sind sowohl das Saatgut als auch die Keimlinge und die Maiskolben in Gefahr.

Wildschweine

Wildschweine

Wildschweine haben sich mittlerweile zu einer Plage für Maisbauern entwickelt. Die dicht bewachsenen Felder bieten den Tieren ein reiches Angebot an Nahrung und hervorragende Rückzugsmöglichkeiten. Dank milder Winter und ausreichend Futter hat sich die Zahl der Wildschweine deutlich erhöht. Von außen sind die Verwüstungen meist nicht einzuschätzen. Welche Schäden die Rotten angerichtet haben, zeigt sich oft erst bei der Maisernte.

Wühlmaus

Wühlmäuse & Maulwürfe

Die Große Wühlmaus, auch Schermaus genannt, die Feldmaus alias Kleine Wühlmaus sowie der Maulwurf können die Entwicklung von Mais stören. Auch wenn sie lieber auf Grünland hausen und im Mais zu keinen nennenswerten Schäden führen, sind sie unter Umständen für lückige Bestände und Futterverschmutzung verantwortlich. Grund genug, ihnen zu Leibe zu rücken.

Marina Reiff
Marina Reiff
Expertin für Mais
Christopher Heindl
Christopher Heindl
Experte für Mais