Feldbewässerung & -beregnung

Die Feldbewässerung und Feldberegnung haben in vielen Regionen Deutschlands an Bedeutung gewonnen, denn: Die Rahmenbedingungen für den Ackerbau haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert.

Längere Trockenperioden und unregelmäßige Niederschläge führen dazu, dass der natürliche Wasserhaushalt an vielen landwirtschaftlichen Standorten nicht ausreicht, um Ernten und Qualität zuverlässig abzusichern.

Verschaffen Sie sich bei uns einen Überblick über die gängigen Feldbewässerungs-Systeme, ihre Einsatzbereiche sowie ihre Wirtschaftlichkeit und erfahren Sie, bei welchen Feldfrüchten Bewässerung sinnvoll ist und wo sie nur begrenzte Effekte zeigt.

 

Inhaltsverzeichnis

BayWa-Services und Produkte rund um die Feldbewässerung

Wir begleiten Sie kompetent bei Auswahl, Planung und Umsetzung von Beregnungs- und Bewässerungsanlagen für Feld und Acker. Gemeinsam finden wir die passende Technik für Ihre landwirtschaftlichen Flächen, ermitteln den optimalen Wasserbedarf und sorgen dafür, dass Ihre Anlagen effizient und zuverlässig arbeiten. Unser erfahrenes Experten-Team unterstützt Sie außerdem bei Fragen zu Energieeinsparungen, Verschleißteilen, Zubehör sowie Lieferung und Montage.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf – per E-Mail, über unser Kontaktformular oder direkt an einem unserer BayWa-Standorte. Wir freuen uns darauf, Sie bald persönlich zu beraten!

Auswahlkriterien für die Feldbewässerung

Die Wahl der richtigen Bewässerungstechnik ist entscheidend für Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Ertragsstabilität in der Landwirtschaft. Doch: Es gibt keine universelle Lösung – jedes Beregnungs- und Bewässerungssystem muss individuell auf den Betrieb und die Standortbedingungen abgestimmt werden. Wir unterstützen Sie gern durch persönliche Beratung und Planung.

A) Schlaggröße, Flächenstruktur und Topografie

Größe und Anordnung der Felder beeinflussen maßgeblich, welche Systeme wirtschaftlich einsetzbar sind. Auch die Form der Schläge – rechteckig, unregelmäßig oder zerschnitten – spielt eine wichtige Rolle. Hügelige oder unregelmäßig geformte Schläge können bestimmte Systeme einschränken.

  • Mobile Beregnungsmaschinen sind flexibel, eignen sich aber eher für kleinere oder mittelgroße Parzellen. Sie sind oftmals auch auf topografisch anspruchsvolleren Flächen einsetzbar.
  • Teil- und ortsfeste Anlagen wie Kreis- oder Linearberegnung sind dagegen besonders effizient auf großen, zusammenhängenden sowie ebenen Flächen.

B) Kulturarten und Fruchtfolge

Nicht jede Kultur reagiert gleichermaßen auf Bewässerung beziehungsweise Beregnung. Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais profitieren besonders von regelmäßiger Wasserzufuhr, während Raps oder Wintergerste meist nur geringe Mehrerträge erzielt. Auch die Fruchtfolge und unterschiedliche saisonale Wasserbedarfe müssen berücksichtigt werden.

C) Wasserverfügbarkeit und wasserrechtliche Auflagen

Die verfügbare Wassermenge, Brunnenkapazität und regionale Genehmigungen setzen den Rahmen für die Bewässerung. Planen Sie Ihre Systeme bei der Feldbewässerung so, dass genehmigte Wassermengen effizient genutzt und Wasserverluste minimiert werden.

D) Arbeitskapazität und Automatisierungsgrad

Mobile Systeme erfordern mehr Personal für Aufbau, Umsetzen und Kontrolle. Teil- oder ortsfeste Anlagen können stärker automatisiert werden. Arbeitszeit, Personalressourcen und digitale Steuerungsmöglichkeiten beeinflussen somit die Wahl der Technik entscheidend.

E) Investitions- und Betriebskosten

Anschaffung, Energieverbrauch, Wasserbedarf und Wartung unterscheiden sich je nach System. Eine fundierte Kosten-Nutzen-Analyse ist daher unverzichtbar, um wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen zu treffen.

Überblick über Bewässerungssysteme für Feld & Acker

Feld-Bewässerungssysteme lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien einteilen:

  • mobile Anlagen: Alle Komponenten sind beweglich und werden häufig auf verschiedenen Feldern auf- und abgebaut, zum Beispiel Trommelregner inklusive Düsenwagen und Starkregner.
  • teilmobile Systeme: stationäre Brunnen mit Pumpen und Leitungen kombiniert mit einem beweglichen Bewässerungsgestänge, zum Beispiel Kreis- und Linearberegnung.
  • ortsfeste Anlagen: auf einem Feld vollständig installierte Systeme, meist in Dauerkulturen wie Obst, Wein oder Hopfen, zum Beispiel Rohr- und Tropfbewässerung.
Trommelregner

1) Trommelregner bei der Feldbewässerung

Trommelregner –auch Regenmaschinen genannt – sind mobile Beregnungsmaschinen, die am Rand des Feldes aufgestellt werden. Sie bestehen aus einer Trommel, auf der ein langer PE‑Schlauch aufgewickelt ist. Am Schlauchende befindet sich der Düsenwagen, der das Feld mithilfe von Düse, Regnerkanone oder Starkregner bewässert. Der Wagen wird entweder über das Feld zurückgezogen oder fährt selbstständig – letztere Variante ist auf großen, gleichmäßigen Feldern besonders effizient, da sie den Arbeitsaufwand reduziert.

Vorteile & Nachteile von Trommelberegnung

Für große, offene Ackerflächen und Betriebe mit wechselndem Bewässerungsbedarf sind Trommelregner eine wirtschaftlich sinnvolle Bewässerungs-Option, – besonders wenn Wasser regelmäßig und großflächig ausgebracht werden muss.

Trommelregner passen sich unterschiedlichen Feldgrößen an, haben eine hohe Flächenleistung, geringe Fixkosten und sind zuverlässig im Dauereinsatz. Je nach Modell ist ein gewisser Automatisierungsgrad möglich (zum Beispiel programmierbare Steuerung, einstellbare Düsen und Fahrgeschwindigkeit).

Bei kleineren, komplex geformten Feldern, sehr empfindlichen Kulturen oder schwieriger Topografie (Hanglagen) sind Trommelregner oft nicht wirtschaftlich beziehungsweise weniger geeignet. Hinzu kommen der aufwendigere Auf- und Abbau, eine ungleichmäßige Wasserverteilung bei Wind sowie ein im Vergleich zu Niederdrucksystemen höherer Energiebedarf, insbesondere bei großen Wurfweiten und Starkregnern.

Einsatzempfehlung von Trommelregnern auf Feld & Acker

Kultur Empfehlung

Mais, Zuckerrüben

große Trommelregner mit hoher Flächenleistung

Kartoffeln

mittlere bis große Modelle, robuste Bereifung wichtig

Gemüse

kleinere Trommelregner mit feineren Düsen

Grünland

mittlere Modelle für wechselnde Parzellen

Landwirt vor Feld mit Center Pivot

2) Linear- & Kreisregner bei der Feldbewässerung

Kreis- und Linear-Beregnungsanlagen zählen zu den teil- oder vollstationären Beregnungssystemen und werden vor allem auf großen, zusammenhängenden Ackerflächen eingesetzt. Sie bestehen aus einer zentralen Wasserzufuhr, mehreren auf Türmen montierten Regner-Elementen sowie einer elektrisch oder hydraulisch angetriebenen Fahrkonstruktion.

  • Bei der Kreisbewässerung (Center Pivot) dreht sich die Anlage kreisförmig um einen festen Mittelpunkt und bewässert so große Kreisflächen gleichmäßig.
  • Die Linearberegnung hingegen bewegt sich geradlinig über das Feld und eignet sich besonders für rechteckige oder längliche Schläge, da nahezu die gesamte Fläche ohne Randverluste bewässert wird.

Beide Systeme arbeiten mit Niederdruck-Regnern oder Tropfschläuchen nahe am Boden, was eine effiziente und gleichmäßige Wasserverteilung ermöglicht.

Vorteile & Nachteile von Kreis- und Linearberegnung

Kreis- und Linear-Beregnungsanlagen sind besonders für große Betriebe mit langfristig planbarem Bewässerungsbedarf geeignet. Sie zeichnen sich durch eine sehr gleichmäßige Wasserverteilung, hohe Flächenleistung und einen vergleichsweise geringen Arbeitsaufwand im laufenden Betrieb aus. Durch den niedrigen Betriebsdruck sind sie zudem energieeffizient und bodenschonend.

Ein hoher Automatisierungsgrad (zum Beispiel GPS-Steuerung, variable Wassermengen, Fernüberwachung) macht diese Systeme besonders attraktiv für den professionellen Ackerbau. Die lange Lebensdauer relativiert die hohen Anschaffungskosten über mehrere Jahre.

Nachteilig kann vor allem die eingeschränkte Flexibilität sein. Die Beregnungsanlagen sind kaum für kleine, unregelmäßige oder stark geneigte Flächen geeignet. Zudem erfordert diese Art der Feldbewässerung eine gut ausgebaute Wasser- und Energieinfrastruktur sowie eine sorgfältige Planung vor der Installation.

Einsatzempfehlung für Kreisregner und Linearberegnung auf Feld & Acker

Kultur Empfehlung

Mais

Center-Pivot-Anlagen mit hoher Durchflussleistung

Zuckerrüben

Kreis- oder Linearberegnung mit gleichmäßiger Niederdruckberegnung

Kartoffeln

Linearberegnung oder Pivot mit bodennaher Ausbringung

Getreide

großflächige Center-Pivot-Systeme

Luzerne/Feldfutter

Kreisberegnung für gleichmäßige Wasserverteilung

Hand und Tröpfchenbewässerung

3) Tröpfchenbewässerung bei der Feldbewässerung

Bei der Tröpfchenbewässerung (auch Tropfbewässerung) wird Wasser über Schläuche und Tropfer gezielt und dosiert direkt an die Wurzelzone der Pflanzen abgegeben. Das System ermöglicht eine gleichmäßige Versorgung der Kulturen und kann auch mit Düngung kombiniert werden (Fertigation). Es eignet sich in der Landwirtschaft besonders für Dauerkulturen, Sonderkulturen und Regionen mit begrenzten Wasserressourcen.

Vorteile & Nachteile von Tröpfchenbewässerung

Abhängig von Kultur und Standort bietet die Tröpfchenbewässerung folgende Vorteile bei der Bewässerung von Feldern und Äckern: Da das Wasser direkt an die Wurzeln gelangt, kommt es kaum zu Verdunstung. Die gleichmäßige und bedarfsgerechte Wasserversorgung der Pflanzen führt oft zu höheren und stabileren Erträgen. Da der Boden zwischen den Reihen und Blätter trocken bleiben entsteht weniger Unkraut- und Krankheitsdruck. Das Bewässerungssystem kann hervorragend automatisiert werden.

Herausfordernd können der höhere Aufwand sowie die Kosten für Planung, Material und Installation sein. Bei unterirdischen Systemen können nötige Reparaturen und Leckagen schwerer zu erkennen sein. Darüber hinaus ist die Tröpfchenbewässerung bei kurzfristigen Fruchtfolgen oder jährlich wechselnden Kulturen weniger flexibel.

Einsatzempfehlung für Tröpfchenbewässerung auf Feld & Acker

Kultur  Empfehlung

Gemüse

oberirdisch hängend (z. B. Tomaten, Gurken) oder mit Bodenkontakt (z. B. Zucchini)

Erdbeeren

oberirdisch mit Bodenkontakt

Spargel

oberirdisch oder unterirdisch

Mais & Soja

oberirdisch mit Bodenkontakt

Wein

oberirdisch oder hängend

Hopfen

oberirdisch oder hängend

Unterflurbewässerung

4) Unterflur- und Rohrbewässerung bei der Feldbewässerung

Unterflurbewässerung – auch als subterrane Bewässerung oder subsurface irrigation bezeichnet – ist ein Bewässerungsverfahren, bei dem Wasser unter der Bodenoberfläche direkt in den Wurzelbereich der Pflanzen eingebracht wird. Je nach Anwendungsbereich stehen verschiedene Varianten der Unterflurbewässerung zur Verfügung.

  • Rohr-Systeme mit integrierten Tropfern (Subsurface Drip Irrigation, SDI)
  • poröse Schläuche/Sickerrohre
  • Kapillar- oder Dochtsysteme (passive Unterflurbewässerung)
  • Unterflur-Staudrainage (Grundwasseranhebung)
  • Ebbe-Flut-Bewässerung

Unterflurbewässerung ist besonders geeignet für Dauerkulturen mit gleichbleibendem Bewässerungsbedarf sowie in Regionen mit Wasserknappheit, unregelmäßigen Niederschlägen oder Windbelastung. Für kurzfristige oder saisonale Fruchtfolgen (zum Beispiel wechselnde Ackerbauflächen) ist der Aufwand oftmals zu hoch.

Vorteile & Nachteile von Unterflurbewässerung auf dem Feld

Die Unterflurbewässerung bietet in der landwirtschaftlichen Feldbewässerung zahlreiche Vorteile. Sie ist besonders wassersparend, da kaum Verdunstungsverluste auftreten und das Wasser gezielt direkt im Wurzelbereich der Pflanzen abgegeben wird. Dadurch bleibt die Bodenoberfläche weitgehend trocken, was das Auflaufen von Unkraut deutlich reduziert. Gleichzeitig sinkt das Krankheitsrisiko für die Pflanzen, da Blätter und oberirdische Pflanzenteile nicht benetzt werden. Zudem sorgt die Unterflurbewässerung für eine gleichmäßige Bodenfeuchte, wodurch die Pflanzen kontinuierlich und bedarfsgerecht mit Wasser versorgt werden.

Die Methode ist jedoch auch mit Herausforderungen verbunden wie höheren Anschaffungskosten und einer aufwendigen Installation. Zudem besteht ei manchen Varianten die Gefahr von Verstopfungen der Tropfer, weshalb eine gute Wasserfiltration erforderlich ist. Da das System unterirdisch verlegt ist, sind Schäden schwer erkennbar. Außerdem eignet sich diese Bewässerungsform nicht für alle Bodenarten, insbesondere nicht für sehr sandige oder stark verdichtete Böden.

Einsatzempfehlung für Unterflurbewässerung auf Feld & Acker

Kultur Empfehlung

Gemüse, Obst, Sonderkulturen

Tropfrohre (SDI)

Gewächshauskulturen

Kapillarsysteme

Gewächshauskulturen, Baumschulen

Ebbe-Flut-System

FAQ – Die wichtigsten Fragen rund um die Feldbewässerung

  • Welche Bewässerungstechnik im Ackerbau am besten geeignet ist, hängt vor allem von Schlaggröße, Flächenform, Kulturart, Wasserverfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit ab. Mobile Beregnungsmaschinen mit Starkregner oder Düsenwagen sind besonders flexibel und in Deutschland am weitesten verbreitet. Für große, zusammenhängende Flächen ab etwa 20–25 Hektar sind teilmobile Systeme wie Kreis- oder Linearberegnung meist effizienter, da sie weniger Arbeitszeit und Energie benötigen. Tropfbewässerung und Unterflurbewässerung sind aufgrund hoher Investitions- und Arbeitskosten in der Regel nur für Sonderkulturen wie Gemüse, Erdbeeren oder Kartoffeln wirtschaftlich sinnvoll.

  • Mobile Beregnungssysteme (zum Beispiel Starkregner oder Düsenwagen) sind flexibel einsetzbar, verursachen jedoch einen höheren Arbeits- und Energieaufwand und sind windanfälliger. Kreis- und Linear-Beregnungsanlagen arbeiten teilortsfest, sind stark automatisierbar, energieeffizient und benötigen wenig Arbeitszeit, setzen jedoch große, hindernisfreie Schläge voraus. Tropfbewässerung und Unterflurbewässerung bringen das Wasser direkt in den Wurzelbereich der Pflanzen und sind sehr wassereffizient, aber teuer in der Anschaffung und besonders arbeitsintensiv, weshalb sie sich hauptsächlich für Dauerkulturen und Spezialkulturen eignen.

  • Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Kreisberegnung das günstigste Bewässerungs-Verfahren. Die Vollkosten liegen bei etwa 3–4 Euro pro Millimeter und Hektar. Mobile Beregnungsmaschinen verursachen rund 4–5 Euro pro Millimeter und Hektar, vor allem aufgrund höherer Energie- und Leitungskosten. Tropfbewässerung ist mit etwa 15–25 Euro pro Millimeter und Hektar deutlich teurer und rechnet sich in der Regel nur bei Kulturen mit hohem Deckungsbeitrag wie Gemüse oder Kartoffeln. Neben den Kosten spielen auch Arbeitszeit, Energiebedarf und mögliche Mehrerträge eine entscheidende Rolle.

  • Nicht alle Kulturen reagieren gleich stark auf Bewässerung. Besonders bewässerungswürdig sind Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Braugerste und Weizen, da hier Mehrerträge von 20 bis über 40 Prozent möglich sind. Kartoffeln profitieren zusätzlich durch eine bessere Knollenqualität und geringeren Krankheitsdruck. Raps und Wintergerste zeigen hingegen nur geringe Ertragssteigerungen und gelten aus wirtschaftlicher Sicht meist nicht als beregnungswürdig. Die tatsächlichen Effekte hängen stark von Standort, Bodenart und Bewässerungs-Strategie ab.

  • Als grober Anhaltspunkt für Landwirte gilt: Die Investitionskosten für eine neue Feldbewässerung liegen bei etwa 5.000 Euro pro Hektar. Je nach Technik können die Gesamtinvestitionen schnell in den sechsstelligen Bereich steigen. Zusätzlich fallen laufende Kosten für Energie, Arbeitszeit, Wartung und Wasser an. Für wassersparende Bewässerungstechniken sind Förderungen von 20 bis 50 Prozent möglich, in speziellen Einzelfällen sogar bis zu 70 Prozent. Mobile Trommelberegnung mit Schlagregner sind derzeit in der Regel nicht förderfähig.

     

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