
Rapsanbau leicht gemacht! Expertenwissen für die Landwirtschaft
Raps – eine der wichtigsten Ölsaaten weltweit, eine der besten Vorfrüchte für viele Kulturpflanzen und ein begehrter Rohstoff für Speiseöl, Kraftstoff oder Viehfutter. Im Mai färben sich weite Rapsfelder quer durch die Republik leuchtend gelb. Das intensiv duftende Blütenmeer des Kreuzblütlers prägt Landschaften von der Ostsee bis zum Alpenvorland. Längst schon ist der Rapsanbau in der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken.
Botanisch Brassica napus genannt, gehört Raps zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und ist mit dem Kohl verwandt – was man in der Blütezeit auch gut am Geruch erkennen kann. Dabei spielt Sommerraps nur eine geringe Rolle. Klarer Favorit im Rapsanbau ist und bleibt der Winterraps. Erfahren Sie bei uns alles über die wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze und profitieren Sie von unserem Know-How in Sachen Rapsanbau, Düngung, Pflanzenschutz und Co.
Besser geht‘s nicht – unsere Rundum-Services für Raps
Dank über 100 Jahren Erfahrung in der Landwirtschaft ist die BayWa Ihr Ansprechpartner Nummer eins beim Rapsanbau! Bei uns erhalten Sie eine umfassende Beratung von der Rapssaat bis zur Ernte und darüber hinaus. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse angepasste Pflanzenbau-Strategie, geben Ihnen gern regionale Anbauempfehlungen und unterstützen Sie bei allen weiteren Fragen rund um den Winterraps. Kontaktieren Sie uns einfach via E-Mail oder unser Kontaktformular. Wir freuen uns schon auf Sie!
Das bieten wir Ihnen für einen erfolgreichen Rapsanbau:
Beratung
Exzellente Beratung zu Sorten, Pflanzenbau und Technik
Produkte
Hochwertiges Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie weiterführende Produkte
Bodenuntersuchung
Professionelle Bodenproben für Ihre Düngeplanung
Düngebedarfsermittlung
Den Düngebedarf zuverlässig ermitteln lassen – persönlich oder mithilfe unserer Agrarsoftware
N-Manager Raps Pro
Digitale Unterstützung bei der Stickstoffdüngung
Aktuelles und Neuigkeiten
Wissenswertes und aktuelle Nachrichten aus der Welt des Rapsanbaus
BayWa-Standorte
Besuchen Sie einen unserer BayWa Standorte und profitieren Sie von unserem Know-how bei Sortenwahl, Düngung oder Pflanzenschutz. Als Agrarhandelspartner sind wir darüber hinaus gern bei der Vermarktung Ihrer Agrarerzeugnisse behilflich.
Herkunft des Rapses – Eine Erfolgsgeschichte
Seit Jahrhunderten kennt und nutzt der Mensch das Rapsöl aus den stark ölhaltigen Samen des Winterrapses. Seinen Ursprung hat der Raps vermutlich im östlichen Mittelmeerraum. Schon in der römischen Antike war er weit verbreitet, auch wenn er anfangs meist nur zu Lampenöl verarbeitet wurde. In Deutschland ist Raps etwa seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Seine erste Blütezeit erlebte er im 16. und 17. Jahrhundert, als sich Winterraps zur wichtigsten Ölfrucht im Norden des Landes entwickelte. Weiter südlich setzte man zunächst noch auf die nah verwandten Rübsen, die leichter anzubauen waren. Doch inzwischen hat der wesentlich ertragreichere Winterraps das Rennen um die Spitzenposition längst gewonnen. Erst Züchtungen moderner Doppelnull-Rapssorten in den 1980er Jahren machten die Nutzung für Lebens- und Futtermittel möglich. Zuvor führte der Verzehr von Rapsprodukten aufgrund von Erucasäure und Glucosinolaten zu Verdauungsproblemen oder gar Organschäden bei Mensch und Tier. Doch das ist zum Glück Geschichte – Global betrachtet ist Raps nach der Sojabohne die am häufigsten angebaute Ölfrucht.
Vorhang auf für die Rapspflanze – Aussehen und Entwicklung
Winterraps ist eine einjährige Pflanze, deren heutige Form aus einer Kreuzung von Rübsen und Gemüsekohl hervorgegangen ist. Daher bestehen die Erbanlagen von Raps aus 38 Chromosomen der Rübsen und 18 Chromosomen des Gemüsekohls. Nach der Aussaat und Keimung entwickelt der Raps bis zum Herbst eine Rosette. In dieser Form überdauert die Pflanze den Winter. Winterraps benötigt zwingend kühle Temperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius, um blühhemmende Stoffe abzubauen und in die Vegetationsphase des Schossens eintreten zu können. Dieser Vorgang wird Vernalisation genannt. Erst im darauffolgenden Frühjahr entwickelt sich die Rapspflanze weiter.
Raps hat eine tief in den Boden greifende Pfahlwurzel und kann sortenabhängig bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Der oben verzweigte Stängel ist glatt, die Blätter sind eiförmig ausgebildet, die Ränder leicht gezähnt oder gewellt. An zwei bis drei Zentimeter langen Fruchtstielen bildet die Pflanze ihre vierblättrige, gelbe Rapsblüte aus. Daraus entwickelt sich nach der Selbstbefruchtung oder Befruchtung durch Insekten eine bis zu zehn Zentimeter lange Schote, in deren Inneren bis zu 20 dunkle Rapssamen heranreifen. Geerntet wird im Juli und August.
Die Entwicklung des Winterrapses wird in insgesamt neun, unter den Kürzeln BBCH- oder auch EC-Stadien bekannte Wachstumsstufen eingeteilt. Sie zeigen das morphologische Entwicklungsstadium der Rapspflanze im Jahr.
| Entwicklungsstadien | BBCH-Stadium | Zeitraum |
|---|---|---|
| 0 Keimung | 0–09 | August/September |
| 1 Auflaufen | 10–19 | August/September |
| 2 Blattentwicklung | 20–29 | September |
| 3 Schossen | 30–39 | März/April |
| 4/5 Knospenbildung | 40–59 | April |
| 6 Blüte | 60–69 | April–Juni |
| 7 Schotenbildung | 70–79 | Mai/Juni |
| 8 Abreife | 80–89 | Juli/August |
| Entwicklungsstadien | 0 Keimung |
|---|---|
| BBCH-Stadium | 0–09 |
| Zeitraum | August/September |
| Entwicklungsstadien | 1 Auflaufen |
| BBCH-Stadium | 10–19 |
| Zeitraum | August/September |
| Entwicklungsstadien | 2 Blattentwicklung |
| BBCH-Stadium | 20–29 |
| Zeitraum | September |
| Entwicklungsstadien | 3 Schossen |
| BBCH-Stadium | 30–39 |
| Zeitraum | März/April |
| Entwicklungsstadien | 4/5 Knospenbildung |
| BBCH-Stadium | 40–59 |
| Zeitraum | April |
| Entwicklungsstadien | 6 Blüte |
| BBCH-Stadium | 60–69 |
| Zeitraum | April–Juni |
| Entwicklungsstadien | 7 Schotenbildung |
| BBCH-Stadium | 70–79 |
| Zeitraum | Mai/Juni |
| Entwicklungsstadien | 8 Abreife |
| BBCH-Stadium | 80–89 |
| Zeitraum | Juli/August |
Rapsblüte (links) und Senfblüte (rechts) im Vergleich
Nicht verwechseln – Winterraps vs. Senf
Mit ihrer gelben Blüte ist die Rapspflanze ab Mai weithin sichtbar. Ganz ähnlich blüht auch die Senfpflanze, mit der der Winterraps eng verwandt ist. Beide gehören zur Familie der Kreuzblütler und haben den Kohl als gemeinsamen Vorfahren in ihrer Kulturgeschichte. Während sich aus einer Kreuzung von Kohl und Rübsen die Rapspflanze ergab, stammt der Senf aus der Verbindung von Rübsen und dem Schwarzen Senf.
| Merkmale Winterraps | Merkmale Senf |
|---|---|
✔ Stängel glatt
✔ Blätter nur leicht gezähnt oder gewellt
✔ riecht beim Zerreiben nach Kohl
✔ Blütezeit ab Ende April bis Anfang Juni | ✔ Stängel leicht behaart
✔ Blätter am Rand unregelmäßig und stark gezähnt
✔ riecht beim Zerreiben nach Senf
✔ Blütezeit ab Juni bis September |
| Merkmale Winterraps | ✔ Stängel glatt
✔ Blätter nur leicht gezähnt oder gewellt
✔ riecht beim Zerreiben nach Kohl
✔ Blütezeit ab Ende April bis Anfang Juni |
|---|---|
| Merkmale Senf | ✔ Stängel leicht behaart
✔ Blätter am Rand unregelmäßig und stark gezähnt
✔ riecht beim Zerreiben nach Senf
✔ Blütezeit ab Juni bis September |
Multitalent Winterraps – Nutzung und Bedeutung in der Landwirtschaft
Der Rapsanbau ist in Deutschland von großer Bedeutung: Hier wurden im Jahr 2021 rund 3,5 Millionen Tonnen geerntet – damit liegt die Bundesrepublik auf Rang fünf der weltweit größten Rapsproduzenten überhaupt. Doch was passiert mit all dem Raps und wofür ist er besonders geeignet?
