Rotlauf bei Schweinen: Symptome, Behandlung & Vorbeugung*

Ein Tier frisst nicht, ein anderes lahmt, ein drittes zeigt seltsame Flecken auf der Haut. Wer Rotlauf beim Schwein erkennen möchte, muss genau hinschauen. Rotlauf ist eine bakterielle Schweinekrankheit und kommt in Schweinebeständen weltweit vor. Sie kann bei verzögerter Behandlung schwere Schäden anrichten.

Das Tückische: Der Erreger Erysipelothrix rhusiopathiae schlummert oft unbemerkt im Bestand und wartet auf einen günstigen Moment. Stress durch Transport, Hitze oder Umstallung kann genügen, um einen Ausbruch auszulösen. Dieser Beitrag erklärt, auf welche Symptome Sie achten sollten, wie Sie Rotlauf von ähnlichen Krankheiten unterscheiden, was im Ernstfall zu tun ist und wie Sie Ihren Bestand langfristig schützen.

 

* Haftungsausschluss: Die hier bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen weder eine tierärztliche Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung noch eine individuelle tierärztliche Beratung. Sie stellen keine Handlungsempfehlung dar und können die fachliche Beurteilung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt nicht ersetzen. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte sowie für wirtschaftliche Ergebnisse oder Entscheidungen übernommen werden.

Inhaltsverzeichnis

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    Auf einen Blick – Checkliste bei Schweine-Rotlauf*

    Symptome

    Perakuter Verlauf: plötzliche Todesfälle, Hochfieber, Apathie, oft ohne sichtbare Vorzeichen

     

    Akuter Verlauf: Fieber 41 bis 42 °C, Fressunlust, Apathie, Bewegungsunwilligkeit, rautenförmige Hautflecken („Rotlaufdiamanten“) an Bauch, Flanke und Rücken, Lahmheiten

     

    Chronischer Verlauf: chronische Arthritis (verdickte, schmerzhafte Gelenke), Endokarditis (Leistungsabfall, Atemnot), dauerhafter Leistungsverlust
    Vorbeugen

    Impfung:

    ✔ regelmäßige Schutzimpfung aller Schweine ab 8 bis 12 Wochen

    ✔ Auffrischung alle 6 Monate

     

    Haltung & Hygiene:

    ✔ Stressauslöser minimieren (Transport, Hitze, Umstallung)

    ✔ Bestandesdichte reduzieren

    ✔ Buchten regelmäßig reinigen und desinfizieren

    ✔ Schadnager bekämpfen (Ratten als Vektoren)

     

    Fütterung:

    ✔ abrupte Futterumstellungen vermeiden

    ✔ Parasitenbefall kontrollieren und behandeln
    Behandeln

    ✔ Tierarzt umgehend hinzuziehen

     

    ✔ antibiotische Behandlung (z. B. Penicillin), frühzeitig und konsequent

     

    ✔ fiebersenkende Maßnahmen

     

    ✔ betroffene Tiere separieren und schonen

     

    ✔ Wasser- und Futterversorgung sicherstellen

     

    ✔ Blutbild und Erregerdiagnostik zur Absicherung der Diagnose

     

    ✔ Nachbehandlung und Überwachung des Bestands

    * Haftungsausschluss: Die hier bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen weder eine tierärztliche Untersuchung, Diagnosestellung oder Behandlung noch eine individuelle tierärztliche Beratung. Sie stellen keine Handlungsempfehlung dar und können die fachliche Beurteilung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt nicht ersetzen. Trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte sowie für wirtschaftliche Ergebnisse oder Entscheidungen übernommen werden.

    Schweine-Rotlauf: Erreger & Grundlagen

    Der Erreger des Schweine-Rotlaufs ist Erysipelothrix rhusiopathiae, ein grampositives, stäbchenförmiges Bakterium, das keine Sporen bildet. Da es sich um eine Zoonose handelt, kann der Erreger vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Somit ist Rotlauf beim Schwein ansteckend, auch für den Menschen. Beim Menschen verursacht die Krankheit das sogenannte Erysipeloid, eine lokale Hautinfektion, in seltenen Fällen auch eine Endokarditis, also eine Entzündung der Herzinnenhaut und der Herzklappen. Das Thema Rotlauf beim Schwein und Menschen ist daher nicht nur für die Tiergesundheit, sondern auch aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht relevant, insbesondere für Personen mit direktem Tierkontakt.

    Als Hauptreservoir gilt jedoch das Schwein: Schätzungen zufolge tragen 20 bis 50 Prozent aller gesunden Schweine den Erreger symptomfrei in sich, insbesondere in den Mandeln und der Darmschleimhaut. Grundsätzlich kann der Erreger jedoch auch bei anderen Tierarten vorkommen, darunter Schafe, Ziegen und Rinder, wenngleich er dort deutlich seltener klinische Erkrankungen verursacht.

    Besondere Beachtung verdient die ausgeprägte Umweltstabilität des Bakteriums: In feuchten Böden, Gülle und Kadavern kann es monatelang überleben und bleibt selbst in gepökelten, geräucherten oder gesalzenen Fleischprodukten infektiös. Für Landwirte ist es daher wichtig, diese Eigenschaften des Erregers bei der Beurteilung von Hygienerisiken im Bestand stets zu berücksichtigen.

    Häufig stellen sich Landwirte zudem die Frage, ob Rotlauf beim Schwein meldepflichtig ist: In Deutschland gilt Rotlauf nicht als anzeigepflichtige Tierseuche, im Gegensatz etwa zur Schweinepest, sollte jedoch bei gehäuftem Auftreten stets dem Hoftierarzt gemeldet werden, um eine gezielte Diagnose und Bestandsbetreuung sicherzustellen.

    Ursachen für Rotlauf beim Schwein: Warum erkranken Schweine an Rotlauf?

    Rotlauf gilt als sogenannte Faktorenkrankheit: Der Erreger Erysipelothrix rhusiopathiae ist in vielen Beständen latent vorhanden, führt jedoch erst dann zum Ausbruch, wenn die Erregerlast im Bestand ansteigt oder zusätzliche begünstigende Faktoren das Immunsystem der Tiere schwächen. Dazu zählen:

    Stressauslöser

    • Transport und Umstallung
    • Hitze und schwüle Witterung
    • hohe Bestandsdichte
    • abrupte Futterumstellung
    • Parasitenbefall

    Übertragungswege

    • oral über kontaminiertes Futter oder Wasser
    • perkutan (durch die Haut) über Wunden und Schürfungen
    • indirekt über belastete Böden, Gülle, Gerätschaften sowie Nagetiere (insbesondere Ratten als Vektoren)

    Alters- und Gruppenrisiko

    • Mastschweine im Alter von drei bis zwölf Monaten sind besonders anfällig, da der Schutz durch maternale Antikörper zu diesem Zeitpunkt bereits abgeklungen ist.
    • Ferkel bis zu einem Alter von etwa acht bis zwölf Wochen sind durch mütterliche Antikörper aus der Kolostralmilch noch teilweise geschützt.

    Hygienemängel

    • Feuchte und schlecht gereinigte Buchten begünstigen eine hohe Erregerkonzentration in der Stallumgebung und erhöhen damit das Infektionsrisiko erheblich.
    • Eine fehlende oder unzureichende Desinfektion zwischen den einzelnen Belegungen ermöglicht die Persistenz des Erregers und gefährdet nachfolgende Tiergruppen.

    Rotlauf beim Schwein: Symptome erkennen

    Rotlauf tritt in drei klinischen Verlaufsformen auf: perakut, akut und chronisch. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Schwere, Symptomatik und prognostischer Bedeutung erheblich voneinander. Die frühzeitige Erkennung der jeweiligen Verlaufsform ist entscheidend, um rechtzeitig tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und wirtschaftliche Verluste im Bestand zu minimieren. Die nachfolgenden Beschreibungen können Ihnen dabei helfen, typische Anzeichen zu erkennen. Ergänzend dazu können Bilder vom Rotlauf beim Schwein eine wertvolle visuelle Orientierung bieten, etwa um die charakteristischen Hautveränderungen einordnen zu können.

    a) Perakuter Verlauf

    Der perakute Verlauf ist durch plötzliche Todesfälle ohne sichtbare Vorzeichen gekennzeichnet. Ursache ist meist eine Septikämie, also eine Blutvergiftung durch das massenhafte Eindringen von Bakterien in den Blutkreislauf. Betroffene Tiere wirken kurz vor dem Tod hochfiebrig und apathisch, sodass die Erkrankung kaum rechtzeitig erkannt werden kann. Diese Verlaufsform tritt besonders häufig bei Jungtieren oder immungeschwächten Tieren auf.

    b) Akuter Verlauf

    Im akuten Verlauf zeigen erkrankte Tiere meist hohes Fieber von 41 bis 42 °C, Apathie, Fressunlust und Bewegungsunwilligkeit. Das klinische Leitsymptom der Rotlauf-Schweinekrankheit sind die sogenannten „Rotlaufdiamanten“ oder „Brennflecken“ (im Volksmund auch Backsteinblattern genannt): erhabene, rötlich-violette, rautenförmige Hautveränderungen, die vorwiegend am Bauch, an der Flanke und am Rücken auftreten. Sie entstehen, weil bakterielle Toxine Entzündungen der kleinen Hautgefäße auslösen und zu einer lokalen Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) führen. Zusätzlich können Lahmheiten infolge einer Gelenkbeteiligung auftreten.

    c) Chronischer Verlauf

    Der chronische Verlauf entwickelt sich häufig als Folge einer nicht oder zu spät behandelten akuten Infektion. Er äußert sich vor allem in zwei Organmanifestationen:

    • Zum einen kommt es zur chronischen Arthritis mit verdickten, heißen und schmerzhaften Gelenken. Insbesondere sind Knie- und Sprunggelenke betroffen, wodurch sich die Tiere kaum noch bewegen, häufig hinsetzen und dauerhaft hinken.
    • Zum anderen kann eine Endokarditis, also eine Herzklappenentzündung, entstehen, die sich in unspezifischen Symptomen wie Leistungsabfall, Atemnot und unregelmäßigem Herzschlag äußert und häufig erst als Zufallsbefund bei der Schlachttieruntersuchung erkannt wird.

    Insgesamt führt der chronische Verlauf zu dauerhaften Leistungseinbußen und einem erhöhten Merzungsrisiko, was für den Betrieb erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen haben kann.

    Verwechslungsgefahren: ähnliche Krankheiten wie Rotlauf

    Eine sichere Diagnose ist bei Rotlauf von besonderer Bedeutung, da mehrere andere Erkrankungen ein ähnliches klinisches Bild zeigen können und eine Verwechslung zu einer falschen oder verzögerten Behandlung führen würde. So können beispielsweise andere fieberhafte Allgemeinerkrankungen, Gelenkinfektionen oder Hautsymptome anderer Ursachen dem Rotlauf zum Verwechseln ähnlichsehen. Es wird daher stets empfohlen, tierärztliche Hilfe hinzuzuziehen und die Diagnose durch ein Blutbild sowie gegebenenfalls eine Erregerkultivierung abzusichern, bevor therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.

    Hier eine Übersicht über Krankheiten, die sich ähnlich äußern können wie Rotlauf

    KrankheitPDNS (Porcine Dermatitis and Nephropathy Syndrome)
    Ähnlichkeit mit Rotlaufrötlich-violette Hautflecken
    Wichtiger UnterschiedFlecken unregelmäßig, großflächig, oft mit Nierenschäden verbunden
    KrankheitMilzbrand (Anthrax)
    Ähnlichkeit mit Rotlaufplötzliche Todesfälle
    Wichtiger Unterschiedmeldepflichtige Seuche, sehr selten, andere Erregerbiologie
    KrankheitStreptokokken-Infektion
    Ähnlichkeit mit RotlaufGelenkentzündungen
    Wichtiger Unterschiedkeine Rhombenflecken, andere Erreger
    KrankheitMykotoxin-Vergiftung
    Ähnlichkeit mit RotlaufApathie, Fieber, Leistungsabfall
    Wichtiger Unterschiedkeine charakteristischen Hautveränderungen, Zusammenhang mit Futterproblemen
    KrankheitSonnenbrand
    Ähnlichkeit mit RotlaufHautrötungen
    Wichtiger Unterschiednur oberflächlich, klarer Zusammenhang mit Sonnenexposition, keine Systemzeichen

     

    Maßnahmen & Behandlung von Rotlauf

    Bei Verdacht auf Rotlauf im Bestand ist schnelles und konsequentes Handeln gefragt. Die richtige Rotlauf-Therapie beim Schwein hilft dabei, die Ausbreitung zu begrenzen, betroffene Tiere bestmöglich zu versorgen und den Bestand langfristig zu schützen.

    A) Sofortmaßnahmen bei Verdacht

    Zeigen Tiere Anzeichen einer Rotlauf-Infektion, sollten diese unverzüglich in einer Krankenbucht separiert werden. Messen und dokumentieren Sie die Körpertemperatur der betroffenen Tiere und kontaktieren Sie umgehend Ihren Tierarzt. Eine Eigentherapie ohne gesicherte Diagnose ist unbedingt zu vermeiden. Stellen Sie in der Zwischenzeit die ausreichende Tränke- und Futterversorgung der kranken Tiere sicher.

    B) Antibiotische Behandlung

    Je nach Diagnose wird häufig Penicillin eingesetzt, da es sehr gut gegen Erysipelothrix rhusiopathiae wirkt. Die Behandlung, die stets in Absprache mit dem Tierarzt stattfinden muss, kann in der Regel je nach Präparat als Einmaldosis oder mehrtägig durchgeführt werden. Bei Unverträglichkeit stehen nach tierärztlicher Verordnung und Antibiogramm auch Tetracycline oder Cephalosporine als Alternativen zur Verfügung. Entscheidend ist, die vorgeschriebene Behandlungsdauer strikt einzuhalten.  Ein zu früher Abbruch der Therapie begünstigt chronische Verläufe. Darüber hinaus sind die geltenden Wartezeiten (Rückstandsfristen) vor der Schlachtung unbedingt zu beachten.

    C) Begleitende Maßnahmen

    Ergänzend zur antibiotischen Therapie können nicht-steroidale Antirheumatika (NSAIDs) zur Fiebersenkung und Schmerzreduktion eingesetzt werden. Auch diese Behandlung sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Bei stark geschwächten Tieren ist zudem – ebenfalls in Absprache mit dem Tierarzt – eine gezielte Elektrolyt- und Flüssigkeitsversorgung angezeigt. Während der Genesungsphase sollten optimale Stallbedingungen, insbesondere Ruhe, Trockenheit und ausreichend Platz, gewährleistet sein.

    D) Hygiene während eines Ausbruchs

    Parallel zur Behandlung der erkrankten Tiere sind hygienische Sofortmaßnahmen im Bestand dringend zu empfehlen. Betroffene Buchten sollten einer Intensivreinigung und Desinfektion unterzogen werden, wobei ausschließlich Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen grampositive Erreger eingesetzt werden sollten. Geeignete Wirkstoffe sind beispielsweise Peressigsäure, Natriumhypochlorit oder quaternäre Ammoniumverbindungen. Gleichzeitig sollte die Schadnagerbekämpfung intensiviert und der Personen- sowie Materialfluss zwischen den einzelnen Stallabteilen konsequent eingeschränkt werden.

    Rotlauf vorbeugen: langfristiger Schutz des Bestandes

    Eine nachhaltige Vorbeugung gegen Rotlauf erfordert ein abgestimmtes Zusammenspiel aus Impfschutz, konsequentem Hygienemanagement und einer vorausschauenden Bestandsführung. Die folgenden Maßnahmen bilden die Grundlage eines langfristigen Schutzes für Ihren Betrieb.

    A) Impfung (wichtigste Einzelmaßnahme)

    Die Schutzimpfung gilt wohl in der Regel als die wirksamste Einzelmaßnahme zur Vorbeugung schwerer Rotlaufverläufe. Verfügbar sind sowohl inaktivierte als auch attenuierte Impfstoffe gegen Erysipelothrix rhusiopathiae. Die Grundimmunisierung umfasst zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen, die Auffrischung erfolgt je nach Produkt alle sechs Monate. Bei Sauen empfiehlt sich eine Impfung vor dem Abferkeln, da die Ferkel über das Kolostrum, die antikörperreiche Biestmilch, einen passiven Schutz erhalten. Die Impfung kann schwere Krankheitsverläufe verhindern, schließt eine Infektion jedoch nicht vollständig aus. Das betriebsspezifische Impfprogramm sollte stets gemeinsam mit dem Hoftierarzt auf die individuelle Bestandssituation abgestimmt werden.

    B) Hygienemanagement

    Ein konsequentes Hygienemanagement spielt eine zentrale Rolle, um die Erregerlast im Bestand dauerhaft niedrig zu halten. Nach jedem Durchgang sind eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Stallbereiche durchzuführen. Liegebereiche sollten trocken und sauber gehalten werden, da feuchte Buchten das Überleben des Erregers begünstigen. Gerätschaften sollten entweder je Stallabteil getrennt vorgehalten oder konsequent zwischen den Einsätzen gereinigt werden. Ergänzend dazu sind Schutzkleidung und  Stiefelwechsel beim Wechsel zwischen Stallbereichen einzuhalten.

    C) Bestandsmanagement

    Im Bestandsmanagement hat sich das All-In-All-Out-Prinzip bewährt: Stallabteile werden stets vollständig belegt und vollständig geräumt, ohne dass verschiedene Altersgruppen gemischt werden. Dies verhindert eine Erregerverschleppung innerhalb des Bestands. Zukauftiere sind für mindestens zwei bis vier Wochen in Quarantäne zu stellen. Darüber hinaus tragen eine reduzierte Bestandsdichte, langsame Futterumstellungen und eine stressarme Umstallung dazu bei, das Immunsystem der Tiere zu entlasten.

    D) Vektorkontrolle

    Ratten und Mäuse sind wichtige Überträger des Rotlauferregers und sollten systematisch bekämpft werden. Gülle ist sicher zu lagern und eine Verschleppung in andere Bestandsbereiche zu verhindern. Der Zugang von Wildtieren zu Futter- und Wasserlagern ist konsequent zu unterbinden.

    E) Tiergesundheit & Fütterung

    Eine ausgewogene Futterration mit gesicherter Mineralstoff- und Vitaminversorgung kann die Widerstandsfähigkeit der Tiere gegenüber Infektionskrankheiten unterstützen. Regelmäßige Entwurmungsmaßnahmen zur Parasitenkontrolle sind ebenso einzuplanen wie eine kontinuierliche Bestandsbeobachtung, bei der Auffälligkeiten frühzeitig dokumentiert und dem Tierarzt gemeldet werden.

    Fazit: Vorsorge für Tier & Betrieb

    Rotlauf ist eine wirtschaftlich bedeutende Erkrankung, die in vielen Schweinebeständen latent vorhanden ist. Dennoch ist sie bei frühzeitiger Erkennung und konsequentem Handeln in vielen Fällen gut behandelbar. Da der Erreger kaum vollständig aus dem Bestand zu eliminieren ist, kommt dem vorbeugenden Management eine entscheidende Rolle zu: Ein durchdachtes Impfprogramm, konsequentes Hygienemanagement und eine stressarme Haltung können in der Regel wirksame Instrumente sein, um das Ausbruchsrisiko zu reduzieren und die Tiergesundheit nachhaltig zu sichern.

    Treten dennoch Krankheitsanzeichen auf, zählt jede Stunde. Eine frühzeitige tierärztliche Abklärung schützt nicht nur die betroffenen Tiere, sondern bewahrt den gesamten Bestand vor schwerwiegenden Folgen. Im Zweifelsfall gilt daher stets: Suchen Sie die Beratung Ihres Hoftierarztes, er ist Ihr wichtigster Partner in der Tiergesundheit.

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    Trotz sorgfältiger Recherche und regelmäßiger Aktualisierung kann keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen werden. Ebenso wird keine Haftung oder Gewähr für wirtschaftliche Ergebnisse, betriebliche Entscheidungen oder sonstige Folgen übernommen, die auf Grundlage der bereitgestellten Inhalte getroffen werden.