Ein zukunftsfähiger, tierwohlgerechter Stall muss einerseits wirtschaftlich sein und andererseits die Tiergesundheit fördern sowie Verhaltensstörungen vorbeugen. Das langfristige Ziel ist, tierärztliche Behandlungen und Eingriffe am Schwein, beispielsweise das Kupieren der Schwänze zu vermeiden. Die Basis dafür ist ausreichend Platz, optimales Stallklima und bedarfsgerechtes, hygienisch einwandfreies Futter.
Kriterien für eine gesunde Tierhaltung
Jedem Mastschwein sollten am Ende der Mastperiode im Stall mindestens 1,3 bis 1,6 Quadratmeter zur Verfügung stehen. In Ställen, die über eine Ruhe-, eine Aktiv- und eine Fresszone sowie über einen Kotbereich verfügen, können die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben. Luftkühlungsmaßnahmen im Sommer und Heizen im Winter sorgen für ein angenehmes Stallklima und können gesundheitlichen Belastungen wie Hitzestress vorbeugen. Entsprechende Systeme zur Trennung von Kot und Harn senken die Ammoniakbelastung im Stall. Da Wühlen und Fressen zu den Highlights im Schweineleben gehört, freuen sich Schweine, ergänzend zum Beschäftigungsfutter, über Jutesäcke und Kauspielzeuge im Schweinestall, mit denen sie ihre Rüsselscheibe aktiv halten.
Umbau zum Tierwohlstall
Außenbereiche und Außenklimaställe steigern den Tierwohl-Standard. Der Umbau Ihrer Schweinehaltung hin zu einem Haltungsverfahren mit höherem Tierwohl-Standard macht den Bau eines Auslaufs nötig. Die vierte Stufe der staatlich verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung setzt voraus, dass die Tiere mindestens acht Stunden pro Tag ins Freie können. Die Planung des Außenbereichs muss dabei gut durchdacht sein, um beispielsweise Zugluft zu vermeiden, Emissionen gering zu halten und gute Hygiene zu gewährleisten. Doppelzäune verhindern die Übertragung von erregerbedingten Schweinekrankheiten durch Wildtiere.