Zwischenfrüchte im Anbau

Was leisten Zwischenfrüchte?

Als Bestandteil der ökologischen Bewirtschaftungsweisen erfüllen Zwischenfrüchte vielfältige Aufgaben. Die BayWa Versuchsstation Gründl in Oberbayern prüft die Mischungen von der Aussaat bis zur Nachfrucht. Folgende Ergebnisse und Infos möchten wir Ihnen präsentieren:

  • Durch eine gezielte organische N-Düngung lassen sich die Trockenmasseerträge von Zwischenfrüchten verdoppeln - bis zu 30 dt/ha TM.
  • Phacelia hat die beste Unkrautunterdrückung. 
  • Zwischenfrüchte besitzen Wurzelleistungen von 10 dt/ha TM. 
  • Die Bodendeckung kann durch eine gezielte organische N-Düngung um 40 % gesteigert werden.
  • Der Feldaufgang kann sich bis zu 50 % unterscheiden, wenn man Zwischenfrüchte bei der Aussaat nur „streut“ und nicht „sät“.
  • Bis zu 60 kg N/ha können im Herbst durch Zwischenfrüchte im Boden gespeichert werden.
  • 6–8 dt/ha mehr Körnermais können durch den Anbau von Zwischenfrüchten  geerntet werden.

TIPP: Zwischenfrüchte sind die perfekten Helfer in trockenen Zeiten.

  • Weniger Wasserverluste über Verdunstung.
  • Oberflächenabfluss des Wassers wird stark verringert.
  • Verluste durch Sickerwasser werden eingedämmt.
  • Verringerung der Bodenerosion bei Starkregen.

Liebe Landwirtinnen und Landwirte,

Zwischenfrüchte sind für mich unverzichtbar als Wasserspeicher. Außerdem schützen sie meine Böden vor Erosion und erhalten die Fruchtbarkeit. Das ist in Zeiten des Klimawandels für mich essentiell. Ich versuche deshalt die Böden das ganze Jahr „grün" zu halten und so viel organische Masse wie möglich zu bilden. Die Feuchtigkeit im Boden bleibt mir so trotz Wind an der Oberfläche und starker Sonneneinstrahlung erhalten.

Die Wurzeln der Zwischenfrüchte erzeugen dabei ein gutes Krümelgefüge und ich kann anhand der vielen Regenwurmlöcher sehen, wie das Bodenleben aktiver wird.

Bezüglich der Fruchtfolgen säe ich wie folgt an: Mais, Gerste, Triticale, Kleegras, Luzernegras, Wickroggen und Hafer. Dabei dient der Hafer meist als Gesundungsfrucht und als Feuchtigskeitsspeicher. Er wird auch als eine Art Zwischenfrucht verwendet.

Bei den Mischungen empfehle ich ganz klar die Planterra Zwischenfruchtmischung Vitalis Aqua Safe 4026. Sie enthält viel Kresse, die einen zügigen Bodenschluss garantiert. Zudem ist die Kresse eine sehr trockenheitsresistente Pflanze. Ein weiterer Vorteil dieser Mischung ist für mich, dass sie auch schon bei kurzen Frostperioden im Winter abfriert. Im Frühjahr fällt für mich somit kein Einsatz von Glyphosat an. Wodurch ich mir einerseits Kosten einsparen kann und zum anderen meine Böden und das Bodenleben schone.

Die Gülle, die durch unser Milchvieh anfällt wird von den Zwischenfrüchten sehr gut angenommen. Sie speichern Stickstoff optimal im Boden und meine Auswaschungen sind dadurch gering. Ferner spare ich mir Kosten und einen Arbeitsgang, da ich keinen zusätzlichen mineralischen Dünger ausbringen muss.

Als Tipp kann ich auf jeden Fall sagen: Es ist wertvoll, vielfältige Mischungen zu verwenden. Senf alleine bringt wenig Bodenstruktur und der allgemeine „Zwischenfrucht-Effekt" fällt zu gering aus. Überdies ist es enorm wichtig, die jeweilig empfohlenen Saatstärken und Saattermine möglichst genau einzuhalten, um ein tolles Ergebnis zu erzielen.

– Ihr Landwirt Marcus Albert aus Burgkunstadt in Oberfranken

Wie wirkt sich die Düngeverordnung auf den Zwischenfruchtanbau aus?

In Gebieten mit einer hohen Stickstoffbelastung des Grundwassers („rote Gebiete“) oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern (verstärktes Wachstum von Wasserpflanzen und Algen) durch Phosphat („gelbe Gebiete“) gelten ab 2021 Auflagen bei der Düngung.

Betriebe in wenig belasteten Gebieten („grüne Gebiete“) können im Gegenzug Erleichterungen erhalten, sofern weniger als 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) des Betriebes in Wasserschutzgebieten liegt. 

Nähre Informationen zur aktuellen Düngeverordnung erhalten Sie hier.

(Stand: April 2021)
 

Den Zwischenfruchtanbau betreffende Anforderungen in eutrophierten (gelben) Gebieten:

  • Düngung mit Phosphat nur bei Anbau von Zwischenfrüchten und Sommerungen (bundeseinheitlich)
  • Anbau von Zwischenfrüchten vor allen Sommerkulturen (bundeseinheitlich)

Den Zwischenfruchtanbau betreffende Anforderungen in nitratbelasteten (roten) Gebieten:

  • Keine Herbstdüngung bei Wintergerste und -raps sowie Zwischenfrüchten (Ausnahme Winterraps, falls < 45 kg N/ha) (bundeseinheitlich)
  • N-Düngung bei Kulturen mit einer Aussaat nach dem 1. Februar nur zulässig, wenn auf der betroffenen Fläche im Herbst des Vorjahres eine Zwischenfrucht angebaut und nicht vor dem 15.Januar umgebrochen wurde (Ausnahme wenn letzte Hauptfrucht nach dem 1. Oktober geerntet wurde oder für Flächen in besonders trockenen Gebieten (< 550 mm langjähriges Jahresniederschlagsmittel) (bundeseinheitlich)
  • Anbau von Zwischenfrüchten vor allen Sommerkulturen in der Fruchtfolge (Bayern)

 

Aufgrund der Komplexität dieses Themas und der bundeslandbezogenen unterschiedlichen Auslegungen der Regelungen, empfehlen wir, sich alle benötigten Informationen bei Ihrem zuständigen Landwirtschaftsamt / Landwirtschaftskammer einzuholen.

 

Welche Besonderheiten sind bei der Bodenbearbeitung zu beachten?

Die Bodenbearbeitung nach der Ernte spielt eine zentrale Rolle bei der Etablierung eines guten Zwischenfruchtbestandes.

  • Ausfallgetreide möglichst bald nach der Ernte zum Auflaufen bringen:
    • möglichst flach bearbeiten
    • gut mischend, evtl. Stroh verteilend bearbeiten
    • bei sehr trockenen Bedingungen ist separater Walzgang sinnvoll
  • Ca. 7 Tage später: Beseitigung von gekeimten Ausfallgetreide und Unkraut:
    • Faustregel: 2 cm Bodenbearbeitungstiefe je t Stroh für ein homogenes Stroh-Erdgemisch

Generell gilt: 

  • Je schneller nach der Ernte bearbeitet wird, umso besser krümelt der Boden und lässt sich gut Rückverfestigen.
  • Je früher man die Zwischenfrucht zum Auflaufen bringt, desto höher ist die Biomasse und die Feinwurzelentwicklung.

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Kontakt Zwischenfrüchte

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