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Aussaat Winterweizen

Der richtige Zeitpunkt für hohe Erträge

Die Aussaat gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen beim Anbau von Winterweizen. Winterweizen ist mit rund 2,8 Millionen Hektar Anbaufläche die bedeutendste Getreideart in Deutschland, denn fast die Hälfte der gesamten Getreideanbaufläche entfällt auf Winterweizen. Für Landwirtschaftsbetriebe entscheidet die richtige Aussaat-Strategie maßgeblich über Ertragshöhe, Qualität und Wirtschaftlichkeit der Ernte.

Die wichtigsten Kriterien sind der optimale Saatzeitpunkt, die passende Saatstärke und die korrekte Saattiefe. Hinzu kommen Bodenbearbeitung, Sortenwahl und Anpassung an Standortbedingungen. Wer zu früh sät, riskiert Überwuchs und erhöhten Krankheitsdruck. Sät man den Winterweizen zu spät, gefährdet dies die ausreichende Bestockung vor dem Winter.

Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Winterweizen Aussaat ankommt – von der Wahl des richtigen Saattermins über die Berechnung der Aussaatstärke bis hin zur fachgerechten Bodenbearbeitung. Bei uns erhalten Sie praxisnahe Empfehlungen, Checklisten und konkrete Handlungshinweise für Ihren Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Unser Service für Sie rund um das Thema Weizen

Bei allen Fragen rund um den Anbau von Winterweizen stehen Ihnen unsere erfahrenen Pflanzenbauberater und Außendienstmitarbeiter der BayWa kompetent zur Seite.

Ihre Vorteile bei der BayWa:

  • kompetente Saatgutberatung und Sortenwahl
  • professionelle Bodenanalyse für optimale Bestandsetablierung

Nehmen Sie unkompliziert Kontakt mit uns auf: per E-Mail, über unser Kontaktformular oder besuchen Sie uns persönlich an einem unserer BayWa-Standorte. Darüber hinaus unterstützen wir Sie als verlässlicher Agrarhandelspartner auch bei der erfolgreichen Vermarktung Ihres Winterweizens.

Optimaler Saatzeitpunkt für Winterweizen

Winterweizen wird im Herbst ausgesät und überwintert – daher sein Name. Er benötigt eine Kälteperiode (Vernalisation) und setzt dann sein Wachstum im Frühjahr fort. Diese Eigenschaft bringt höhere Erträge durch eine bessere Nutzung der Winterfeuchtigkeit im Vergleich zu Sommerweizen.

Der Saatzeitpunkt für Winterweizen ist standortabhängig und erstreckt sich in der Regel von Ende September bis Anfang November. Auf schweren Böden wie Ton- und Marschböden sowie in höheren Lagen kann bereits im September gesät werden. Auf leichten bis mittleren Böden in Gunstlagen ist die Aussaat bis Mitte Oktober optimal.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen berichtet, dass sich der Aussaat-Zeitraum in der Praxis über einen sehr langen Zeitraum erstrecken kann, von Anfang Oktober bis teilweise Mitte Januar. Spätsaaten bis Dezember sind also unter günstigen Bedingungen möglich, dabei sinkt jedoch mit zunehmender Verzögerung auch das Ertragspotenzial. Das Ziel: Vor dem Wintereinbruch sollten Sie eine gut etablierte Pflanze im 3- bis 5-Blattstadium (BBCH 13–25) erreichen.

Bei früher Aussaat (September) sollte der Weizen vor dem Winter noch nicht zu weit entwickelt sein, um mögliche Krankheitsrisiken und eine Auswinterung zu vermeiden. Bei später Aussaat im November oder Dezember sollte der Bestand noch ausreichend Zeit haben, um bestocken zu können.

Faktoren für die Wahl des Saattermins:

  • Vorfrucht: Nach Raps oder Getreide ist eine frühe Aussaat möglich. Nach spät räumenden Vorfrüchten wie Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln verschiebt sich der Termin dagegen bis November oder Dezember.
  • Bodenbedingungen: Der Boden muss ausreichend abgetrocknet und befahrbar sein. Aussaat bei zu nasser Witterung führt zu Bodenverdichtungen.
  • Standort und Höhenlage: In höheren, kälteren Lagen sollten Sie früher säen als in milden Tieflagen.
  • Witterungsverlauf: Niederschläge und Temperatur beeinflussen den optimalen Aussaattermin maßgeblich.
  • Krankheits- und Schädlingsdruck: Frühe Aussaaten erhöhen das Risiko für Virusübertragung, Schwarzbeinigkeit und Halmbruch.
Standortbedingung Optimaler Saatzeitraum Hinweise
schwere Böden (Ton, Marsch) Mitte September–Anfang Oktober frühe Aussaat wegen längerer Bodenbearbeitung
mittlere Böden (Lehm) Ende September–Mitte Oktober Standardtermin für die meisten Lagen
leichte Böden (Sand) Anfang–Mitte Oktober spätere Aussaat möglich
Höhenlagen (> 400 m) Mitte September–Anfang Oktober frühere Aussaat aufgrund von Wintereinbruch
nach Mais/Rüben Ende Oktober–Anfang Dezember Spätsaat, Saatstärke erhöhen

 

Hand verteilt Weizenkörner auf der Erde

Aussaatstärke & Saatstärke Winterweizen

Nicht zu viel, nicht zu wenig, und das zum richtigen Zeitpunkt: Das ist die Kunst beim Aussäen von Winterweizen. Die richtige Saatstärke des Winterweizens ist eine der Hauptkriterien für die Bestandesdichte und damit natürlich auch für den Ertrag. Die Zielbestandsdichte vor dem Winter liegt erfahrungsgemäß bei 280 bis 350 Pflanzen pro Quadratmeter.

Die Aussaatstärke von Winterweizen wird in Körnern pro Quadratmeter oder in Kilogramm pro Hektar angegeben. Standardwerte liegen bei 300 bis 350 Körnern pro Quadratmeter. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ↗ stellt einen Rechner zur Verfügung, der von kg/ha auf Körner/m² umrechnen kann.

Aussaatmenge (kg/ha) = (Körner/m² × TKG in g) / Keimfähigkeit in Prozent

Beispielrechnung Aussaatstärke Weizen

  • Ziel: 320 Körner/m²
  • TKG (Tausendkorngewicht): 48 g
  • Keimfähigkeit: 95 Prozent

Berechnung:

  • Aussaatmenge = (320 × 48) / 95 = 161,7 kg/ha

In der Praxis zeigt die Erfahrung, dass für einen realistischen Feldaufgang von 85 Prozent die Saatstärke auf ca. 190 kg/ha erhöht werden sollte.

Anpassung der Saatstärke nach Saattermin

Winterweizen kann von Ende September bis Ende Oktober ausgesät werden, aber auch noch im Dezember oder Januar ist die Aussaat möglich, je nach Winterverlauf und Niederschlag. Rein statistisch wird Winterweizen, der im Januar gesät wurde, aber als Sommerweizen erfasst.

Je später die Aussaat Winterweizen erfolgt, desto höher muss die Saatstärke sein, um die kürzere Bestockungszeit auszugleichen. Dazu gibt es eine Faustformel für die Spätsaat:

Bei Aussaat nach dem 20. Oktober: Jede Woche Verzögerung = +10 Prozent Saatstärke. Bei Aussaat im Dezember: Mindestens 400 Körner/m² (ca. 220-250 kg/ha).

Aussaattermin Körner/m² kg/ha (bei TKG 45-50 g) Zielbestand vor Winter (Pfl./m²)
Mitte–Ende September 250–300 135–165 220–270
Anfang–Mitte Oktober 300–350 165–190 270–320
Ende Oktober–Mitte November 350–400 190–220 300–350
Ende November–Dezember 400–450 220–250 320–380
Januar (Spätsaat) 450–500 250–280 350–420

 

Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle. Diese Standortfaktoren dienen zur weiteren Anpassung der Berechnung:

  • gute Böden (AZ > 60): niedrigere Saatstärke möglich (untere Werte)
  • schwache Böden (AZ < 40): höhere Saatstärke empfohlen (obere Werte)
  • Trockenstandorte: Saatstärke eher reduzieren (Wasserkonkurrenz)
  • nichtwendende Bodenbearbeitung (Mulchsaat): Saatstärke um 5-10 Prozent erhöhen

Saattiefe Winterweizen

Die optimale Saattiefe für einen gleichmäßigen Feldaufgang und eine gute Wurzelentwicklung liegt bei Winterweizen zwischen 2 und 4 cm. Aber auch bei der Saattiefe von Winterweizen gibt es Anpassungen je nach Bodenart:

  • leichte Böden (Sand, sandiger Lehm): 3 bis 4 cm Saattiefe
    • tiefere Ablage verhindert Austrocknung der Saatkörner
    • besserer Anschluss an Bodenfeuchtigkeit
  • mittlere Böden (Lehm, schluffiger Lehm): 2 bis 3 cm Saattiefe
    • Standardtiefe für die meisten Standorte
    • guter Kompromiss zwischen Bodenfeuchtigkeit und schnellem Aufgang
  • schwere Böden (Ton, toniger Lehm): 2 bis 3 cm Saattiefe
    • flachere Ablage bei Verschlämmungsgefahr
    • Vermeidung von Sauerstoffmangel bei Nässe

Was kann eine falsche Saattiefe von Winterweizen bewirken?

Wird das Saatgut zu flach abgelegt, also in einer Tiefe von unter 2 cm, kann es leicht austrocknen, weil Bodenkontakt und Feuchtigkeitsversorgung nicht ausreichend sind. Hier sind die Körner auch stärker dem Vogelfraß ausgesetzt. Das Risiko von Frostschäden am Bestockungsknoten steigt erheblich an, da dieser nicht ausreichend durch den Boden geschützt ist. Die mögliche Folge: Es kommt zu einem ungleichmäßigen Feldaufgang, was die weitere Bestandesentwicklung negativ beeinflusst.

Eine zu tiefe Aussaat von mehr als 4 cm ist ebenfalls problematisch. Der Feldaufgang verzögert sich, weil die Keimlinge einen längeren Weg an die Oberfläche schaffen müssen. Dies führt in vielen Fällen zu einer schwachen Jugendentwicklung und einer geringeren Bestockung. Außerdem verbraucht die Pflanze mehr Energie für das Durchstoßen der Bodenschicht, was später ihre Vitalität beeinträchtigen kann.

Es lohnt sich also, bei der Aussaat von Winterweizen die Ablagetiefe genau zu kontrollieren.

So gehen Sie vor:

  • nach den ersten 100 Metern nachgraben und messen
  • Drillmaschine auf gleichmäßige Tiefenablage prüfen
  • Andruckrollen für guten Bodenschluss justieren
  • bei wechselnden Bodenbedingungen Tiefe anpassen
Pflug auf dem Feld

Bodenbearbeitung & Saatbettbereitung

Ein weiterer Aspekt für den Ernteerfolg ist die Vorbereitung des Bodens. Winterweizen stellt vergleichsweise geringe Ansprüche an die Saatbettbereitung und zählt damit zu den flexibelsten Getreidearten. Dennoch ist die Bodenbearbeitung ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Aussaat-Erfolg.

Wendende Bodenbearbeitung (Pflug)

Vorteile:

  • Reduzierung von Fusarium-Infektionen (wichtig nach Mais)
  • effektive Unkrautbekämpfung
  • Unterbrechung von Infektionsketten bei Getreidevorfrucht
  • Einarbeitung von Ernterückständen

Nachteile:

  • höhere Kosten (Arbeitszeit, Kraftstoff)
  • Risiko von Bodenverdichtungen (Pflugsohle)
  • höherer Erosionsschutz notwendig

Wann ist Pflügen sinnvoll?

  • nach Getreide als Vorfrucht (Fusarium-Risiko)
  • nach Mais (Stoppelreste, Fusarium)
  • bei hohem Unkrautdruck
  • auf Standorten mit Krankheitshistorie

Nichtwendende Bodenbearbeitung (Mulchsaat)

Vorteile:

  • Kosteneinsparung (Arbeitszeit, Diesel)
  • Bodenschutz (Erosionsschutz, Humusaufbau)
  • bessere Feuchtigkeitserhaltung
  • schnellere Befahrbarkeit nach Niederschlägen

Nachteile:

  • höherer Herbizid- und Fungizidaufwand
  • Schneckenproblem bei hoher Mulchauflage
  • Fusarium-Risiko nach Mais/Getreide

Voraussetzungen für erfolgreiche Mulchsaat:

  • gleichmäßige, feine Strohverteilung
  • gründliche Stoppelbearbeitung
  • Schneckenmonitoring vor Aussaat
  • angepasste Sortenwahl (Fusarium-Resistenz)

Einfluss der Vorfrucht auf die Bodenbereitung

Auch die Vorfrucht hat einen Einfluss darauf, wie der Boden bearbeitet werden sollte.

Vorfrucht Empfohlene Bodenbearbeitung Besonderheiten
Winterraps pfluglos möglich gute Bodenstruktur, geringe N-Reste
Leguminosen pfluglos möglich N-Nachlieferung beachten
Silomais pflügen empfohlen Fusarium-Risiko, Stoppelreste
Körnermais pflügen empfohlen Fusarium-Risiko, späte Räumung
Zuckerrüben pfluglos möglich gute Durchlüftung, späte Räumung
Kartoffeln pfluglos möglich lockere Struktur
Winterweizen pflügen empfohlen Fusarium, Halmbruch, Unkrautdruck

 

Saatbettbereitung

Einebnung und Rückverfestigung finden direkt vor der Aussaat statt und sind für den Winterweizen Ernteertrag ein weiteres Erfolgskriterium. Ziel eines optimalen Saatbetts:

  • feinkrümelige, aber nicht staubfeine Struktur
  • Rückverfestigung für guten Bodenschluss
  • ebene Oberfläche für gleichmäßige Saattiefe
  • ausreichend abgetrocknet (keine Verdichtungen)

Um Komplikationen zu umgehen, vermeiden Sie:

  • Bodenbearbeitung bei zu nasser Witterung
  • zu feines Saatbett auf schluffigen Böden (Verschlämmung)
  • mehrfache Überfahrten (Verdichtung)
  • Saatbettbereitung lange vor der Aussaat (Austrocknung)

Checkliste für die optimale Saatbettbereitung für Winterweizen

☐ feinkrümelig, aber nicht zu fein (Verschlämmungsgefahr)

☐ rückverfestigt: Saatkorn hat Bodenschluss

☐ eben: gleichmäßige Saattiefe möglich

☐ ausreichend abgetrocknet: keine Schmierbildung

☐ frei von groben Ernterückständen

☐ keine Fahrspuren oder Verdichtungen

☐ bei Mulchsaat: gleichmäßige, nicht zu dicke Mulchauflage

Sämaschine auf dem Feld

Winterweizen Aussaatmethoden & -technik

Die Art und Weise, wie der Winterweizen in den Boden gelangt, ist ebenfalls wichtig. Dabei unterscheidet man zwischen der Drillsaat und der Direktsaat.

Drillsaat (Standard)

Die Drillsaat mit Reihenabständen von 12 cm bis 15 cm ist bei Winterweizen Standard. Diese Methode ist seit Jahrzehnten im Gebrauch und gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung sowie eine gute Flächenausnutzung.

Vorteile:

  • gleichmäßige Verteilung der Körner
  • exakte Saattiefenablage möglich
  • gute Flächenleistung
  • bewährte Technik

Direktsaat

Bei der Direktsaat wird Winterweizen ohne vorherige Bodenbearbeitung in eine Mulchauflage gesät.

Voraussetzungen:

  • spezielle Direktsaattechnik
  • gute Schneckenkontrolle
  • Erfahrung im System
  • angepasstes Pflanzenschutzmanagement

Weizensortenwahl für verschiedene Saattermine

Die Sortenwahl im Winterweizenanbau sollte mit dem Saattermin koordiniert werden. Bei einer frühen Saat im Zeitraum von September bis Anfang Oktober sollten bestockungsfreudige Sorten nicht zum Einsatz kommen, da sie zu Überwuchs neigen. Bevorzugen Sie Sorten mit einer guten Resistenz gegen Frühinfektionen und einer hohen Standfestigkeit, um das Lagerrisiko zu reduzieren.

Bei einer normalen Aussaat im Oktober steht Landwirten ein breites Sortenspektrum zur Verfügung. In diesem Zeitraum kann die Sortenwahl gezielt nach Qualitätsgruppe, Ertragspotenzial und den jeweiligen Standortbedingungen erfolgen.

Wenn die Aussaat spät erfolgt, also im November bis Dezember, werden andere Eigenschaften wichtig. Nun sollten bestockungsstarke Sorten gewählt werden, um die geringere Bestandesdichte auszugleichen. Die Winterweizensorte sollte dann einen geringen Vernalisationsbedarf haben, damit die Pflanzen sicher in die generative Phase übergehen. Eine schnelle Jugendentwicklung hat den Vorteil, dass der Winterweizen vor Kälteeinbrüchen noch ausreichend Pflanzenmasse aufbauen kann.

Sie sind sich unsicher, welche Weizensorte zu Ihren Anforderungen passt? Informieren Sie sich bei den Landessortenversuchen ↗ oder lassen Sie sich von einem unserer BayWa-Fachberater unterstützen.

Bestandesdichte & Herbstentwicklung

Bestandesdichte und die Herbstentwicklung sind für den erfolgreichen Anbau von Winterweizen wichtige Indikatoren. Ihr Ziel sollte es sein, vor dem Winter eine Bestandesdichte von etwa 280 bis 350 Pflanzen pro Quadratmeter zu erreichen. So kann sich im Frühjahr durch eine ausreichende Bestockung ein ertragsstarker Bestand mit etwa 400 bis 600 Ähren pro Quadratmeter entwickeln.

Das Entwicklungsstadium vor dem Winter ist ebenfalls wichtig. Optimal ist ein Bestand im Stadium BBCH 13 bis 25, also mit drei bis fünf Blättern und beginnender Bestockung. In diesem Entwicklungszustand sind die Pflanzen einerseits ausreichend kräftig, andererseits noch nicht zu weit entwickelt.

Können Abweichungen von diesem Optimum Risiken bergen? Es gibt einige Gründe, das zu vermeiden: Ist der Bestand im Herbst zu weit entwickelt, spricht man von Überwuchs. Dies erhöht das Risiko für Krankheiten wie Mehltau oder Rost, steigert die Auswinterungsgefahr und begünstigt Lagerbildung. Zudem ist in solchen Beständen häufig ein höherer Fungizideinsatz notwendig.

Entwickeln sich die Pflanzen hingegen zu schwach, steigt ebenfalls die Auswinterungsgefahr. Eine unzureichende Bestockung, erhöhter Unkrautdruck und daraus resultierende Ertragseinbußen können die Folge sein.

So können Sie die Bestandsdichte des Winterweizens kontrollieren und bewerten:

Auszählung 3 Wochen nach Aussaat:

  • Zählrahmen (0,5 × 0,5 m = 0,25 m²) verwenden
  • an 5-10 repräsentativen Stellen im Feld auszählen
  • Pflanzen zählen, nicht Triebe
  • Durchschnitt bilden
  • Umrechnung auf Pflanzen/m²: Gezählte Pflanzen × 4

Bewertung:

  • > 350 Pfl./m²: sehr gut, evtl. Saatstärke künftig reduzieren
  • 280-350 Pfl./m²: optimal
  • 200-280 Pfl./m²: ausreichend, Bestand beobachten
  • < 200 Pfl./m²: zu dünn, Nachsaat oder Umbruch prüfen

8 häufige Fehler bei der Winterweizen-Aussaat

Aus Fehlern soll man lernen, daher haben wir hier für Sie die typischen Fehler bei der Winterweizen Aussaat zusammengestellt, und Tipps, wie man sie vermeidet:

Checkliste: Typische Fehlerquellen vermeiden

1. Zu frühe Aussaat (vor Mitte September) – Risiko: Überwuchs, erhöhter Krankheitsdruck (Viren, Mehltau), Lösung: Optimalen Saattermin für Standort einhalten

2. Zu späte Aussaat ohne Anpassung der Saatstärke – Risiko: Zu dünner Bestand, unzureichende Bestockung, Lösung: Saatstärke um 10 Prozent pro Woche Verzögerung erhöhen

3. Aussaat bei zu nasser Witterung Risiko: Bodenverdichtungen, Verschlämmung, schlechter Aufgang, Lösung: Abwarten bis Boden ausreichend abgetrocknet ist

4. Zu tiefe oder zu flache Saatgutablage Risiko: Ungleichmäßiger Aufgang, schwache Pflanzen, Lösung: Saattiefe auf 2 bis 4 cm einstellen und kontrollieren

5. Unzureichende Saatbettbereitung Risiko: Schlechte Keimbedingungen, ungleichmäßiger Bestand, Lösung: Feinkrümeliges, rückverfestigtes Saatbett herstellen

6. Falsche Sortenwahl für Saattermin Risiko: Überwuchs oder zu schwache Entwicklung, Lösung: Sorte an Saattermin anpassen

7. Keine Berücksichtigung der Vorfrucht Risiko: Fusarium, Halmbruch, Krankheitsübertragung, Lösung: Bodenbearbeitung an Vorfrucht anpassen (pflügen nach Getreide/Mais)

8. Keine Kontrolle der Bestandesdichte Risiko: Zu dichte oder zu dünne Bestände unbemerkt, Lösung: 3 Wochen nach Aussaat Pflanzen auszählen

Besonderheiten bei Spätsaat & Notaussaat

Winterweizen bis Dezember/Januar säen: Unter bestimmten Bedingungen ist die Aussaat des Winterweizens bis Dezember oder sogar Januar möglich.

Voraussetzungen für die späte Aussaat von Winterweizen:

  • Milde Winterwitterung
  • Sorten mit geringem Vernalisationsbedarf
  • Deutlich erhöhte Saatstärke (400 bis 500 Körner/m²)
  • Angepasste Erwartungen an Ertragspotenzial

Winterweizen bei Frost säen

Die Aussaat bei leichtem Frost ist möglich, wenn der Boden noch nicht vollständig gefroren ist. Sonst sollten Sie abwarten, da weder Saatgutablage noch der Bodenschluss gewährleistet sind.

Zu beachten, wenn Sie Winterweizen im Januar/Februar säen:

  • Nach dem 1. Januar gesäter Weizen wird statistisch dem Sommerweizen zugerechnet
  • Ertragspotenzial deutlich reduziert
  • Saatstärke auf 450 bis 500 Körner/m² erhöhen
  • Nur Sorten mit sehr geringem Vernalisationsbedarf

Winterweizen Aussaat: Rechtliche Vorgaben beachten

Bei der Aussaat von Winterweizen sind einige rechtliche Vorgaben zu beachten:

Düngeverordnung:

  • Sperrfristen für Düngung beachten (meist 1. Oktober bis 31. Januar)
  • Keine Herbstdüngung ohne entsprechende Ausnahmen
  • Nährstoffbilanzierung dokumentieren

Gewässerschutz:

  • Abstandsauflagen zu Gewässern einhalten
  • Erosionsschutzmaßnahmen auf gefährdeten Standorten
  • GLÖZ-Standards (guter landwirtschaftlicher und ökologischer Zustand):
    • Mindestanforderungen an Fruchtfolge
    • Erhalt von Landschaftselementen
    • Schutz von Feuchtgebieten und Mooren

Pflanzenschutz:

  • Sachkundenachweis erforderlich
  • Anwendungsbestimmungen beachten
  • Abdrift vermeiden

Checkliste: Aussaat Winterweizen Schritt für Schritt

Vorbereitung (August/September)

☐ Bodenprobe nehmen und analysieren (pH-Wert, Nährstoffe)

☐ Vorfrucht berücksichtigen (Räumungstermin, Krankheitsrisiko)

☐ Sortenwahl treffen (Qualitätsgruppe, Standorteignung, Saattermin)

☐ Saatgut rechtzeitig bestellen (Verfügbarkeit prüfen)

☐ Keimfähigkeit und TKG ermitteln

☐ Aussaatstärke berechnen (Rechner nutzen)

Bodenbearbeitung

☐ Stoppelbearbeitung direkt nach Ernte der Vorfrucht

☐ Grundbodenbearbeitung (pflügen oder grubbern) je nach Vorfrucht

☐ bei Mulchsaat: Strohverteilung kontrollieren

☐ Saatbettbereitung unmittelbar vor Aussaat

☐ Bodenstruktur prüfen (feinkrümelig, rückverfestigt)

☐ Bodenfeuchtigkeit kontrollieren (nicht zu nass, nicht zu trocken)

Aussaat

☐ Drillmaschine einstellen (Saattiefe 2–4 cm, Saatstärke)

☐ Testdurchlauf durchführen (erste 100 m)

☐ Saattiefe kontrollieren (ausgraben und messen)

☐ Aussaat bei optimalen Bedingungen (bodenschonend)

☐ gleichmäßige Ablagetiefe sicherstellen

☐ Andruckrollen für Bodenschluss prüfen

☐ Fahrgeschwindigkeit anpassen (nicht zu schnell)

Nach der Aussaat

☐ Schneckenbekämpfung bei Bedarf (besonders Mulchsaat)

☐ Bestandesdichte kontrollieren (3 Wochen nach Aussaat)

☐ Entwicklungsstadium vor Winter beobachten (Ziel: BBCH 13–25)

☐ bei zu dünnem Bestand: Nachsaat oder Umbruch prüfen

☐ Herbstdüngung planen (falls zulässig und erforderlich)

☐ Pflanzenschutz bei Bedarf (Schnecken, Mäuse, Vogelfraß)

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Winterweizen-Aussaat

  • Der optimale Zeitraum für die Aussaat Winterweizen liegt zwischen Ende September und Ende Oktober, abhängig von Standort und Vorfrucht. Auf schweren Böden und in Höhenlagen kann bereits im September gesät werden. Spätsaaten bis Dezember oder Januar sind laut Landwirtschaftskammer NRW in Ausnahmefällen möglich.

  • Winterweizen kann bei milden Bedingungen bis Ende Dezember, in Ausnahmefällen bis Januar/Februar gesät werden. Ab Ende November ist Wechselweizen oft die bessere Alternative, sagt das Landesamt für Landwirtschaft Bayern. Die Saatstärke muss bei Spätsaat deutlich erhöht werden.

  • Die Standard-Saatstärke Winterweizen liegt bei 300 bis 350 Körnern pro Quadratmeter, was je nach TKG etwa 150 bis 220 kg/ha entspricht. Bei Spätsaat ab Ende Oktober sollte die Saatstärke um 10 Prozent pro Woche Verzögerung erhöht werden.

  • Die optimale Saattiefe Winterweizen beträgt 2 bis 4 cm. Auf leichten, sandigen Böden sollte eher 3 bis 4 cm tief gesät werden, auf schweren Böden 2 bis 3 cm. Zu flache Aussaat (<2 cm) führt zu Austrocknung, zu tiefe Aussaat (>4 cm) zu verzögertem Aufgang.

  • Normale Winterweizensorten benötigen Vernalisation (Kältereiz) und sollten nicht im Frühjahr gesät werden. Im Frühjahr sollte auf Sommerweizen oder Wechselweizen ausgewichen werden, empfiehlt das Landesamt für Landwirtschaft Bayern. Wechselweizen kann bis März gesät werden.

  • Die Aussaat bei leichtem Frost ist möglich, wenn der Boden nicht gefroren und noch befahrbar ist. Bei gefrorenem Boden sollten Sie mit der Aussaat warten, da die Saatgutablage und der Bodenschluss nicht gewährleistet sind.

  • Gute Vorfrüchte sind Winterraps, Leguminosen, Kartoffeln und Zuckerrüben. Nach Getreide oder Mais als Vorfrucht sollte gepflügt werden, um Fusarium-Risiken zu reduzieren. Winterweizen nach Winterweizen anzubauen, erhöht den Krankheitsdruck erheblich.

  • Die Zielbestandsdichte vor Winter liegt bei 280 bis 350 Pflanzen pro Quadratmeter. Diese Dichte ermöglicht eine optimale Bestockung im Frühjahr. Unter 200 Pflanzen/m² ist der Bestand zu dünn und sollte nachgesät oder umgebrochen werden.

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