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Aussaat Sommerweizen

Der richtige Zeitpunkt für hohe Erträge

Sommerweizen wird bei uns vor allem als Ersatzkultur angebaut, wenn Winterweizen witterungsbedingt ausgefallen ist. Er spielt eine größere Rolle im ökologischen Landbau, weil der Frühjahrstermin eine bessere Unkrautregulierung ermöglicht. Darüber hinaus wird Sommerweizen wegen seines meist höheren Proteingehalts gezielt zur Erzeugung von Qualitätsweizen genutzt.

Doch warum wird in Deutschland so wenig Sommerweizen ausgesät? Das Bayerische Landesamt für Landwirtschaft sagt: „Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden heuer [2025] im Frühjahr rund 6 300 ha Sommerweizen gesät. Das entspricht einem Anteil von weniger als 1 Prozent an der Getreidefläche.“ Sommerweizen hat mit einer Vegetationszeit von nur 110 bis 130 Tagen deutlich weniger Zeit als Winterweizen, um Ertrag zu bilden. Fehler bei der Aussaat wirken sich also unmittelbar auf den Ernteerfolg aus. Was spricht da noch für die Aussaat von Sommerweizen?

In Skandinavien, Kanada, Sibirien und den nördlichen Bundesstaaten der USA ist Sommerweizenanbau der Normalfall, weil die harten Winter dort den Winterweizenanbau unmöglich machen. Daher ist der Erfahrungsschatz über die Aussaat von Sommerweizen recht hoch.

Inhaltsverzeichnis

Unser Service für Sie rund um das Thema Weizen

Bei allen Fragen rund um den Anbau von Sommerweizen beraten Sie unsere erfahrenen Pflanzenbauberater und Außendienstmitarbeiter der BayWa kompetent.

Ihre Vorteile bei der BayWa:

  • professionelle Saatgutberatung und Sortenwahl
  • professionelle Bodenanalyse für optimale Bestandsetablierung

Nehmen Sie unkompliziert Kontakt mit uns auf – per E-Mail oder über unser Kontaktformular – oder besuchen Sie uns persönlich an einem unserer BayWa-Standorte. Darüber hinaus unterstützen wir Sie als etablierter Agrarhandelspartner auch bei der erfolgreichen Vermarktung Ihres Sommerweizens.

Wann Sommerweizen säen? Der optimale Aussaatzeitpunkt

Der Sommerweizen hat einen etwas irreführenden Namen. Im englischen Sprachraum wird er „Spring Wheat“ genannt, Frühlingsweizen. Dies bezeichnet den alles entscheidenden Aussaatzeitpunkt, der die wichtigste Stellschraube für hohe Erträge ist.

Grundsätzlich gilt für die Sommerweizen Aussaat: So früh wie möglich bei gleichzeitig optimalen Bodenbedingungen säen.

Die optimalen Saatzeiten für Sommerweizen liegen in Deutschland zwischen Mitte Februar und Ende März. Diese Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle:

  • Bodentemperatur: mindestens 4 bis 5 °C in 5 cm Bodentiefe
  • Bodenzustand: abgetrocknet, aber ausreichend feucht, weder nass noch verschlämmt
  • Regionale Lage: in milderen Lagen früher, in Höhenlagen später
  • Witterungsprognose: 5 bis 7 Tage stabiles Wetter nach der Aussaat

Als wasseranspruchsvollste Sommergetreide-Art sollte Sommerweizen laut Landwirtschaftskammer NRW vor Sommerhafer zur Aussaat gelangen, um die restliche Winter-Feuchtigkeit optimal zu nutzen. Der Sommerweizen muss die Bestände vor der trockeneren Jahreszeit schließen. Eine Verzögerung bei der ohnehin kurzen Vegetationszeit kann nicht durch spätere Reife ausgeglichen werden. Laut der University of Minnesota sank der Ertrag von Sommerweizen im Durchschnitt um ein Prozent pro Tag, wenn die Aussaat über den optimalen Saatzeitpunkt hinaus verzögert wurde.

Die optimalen Aussaattermine nach Region

Region Optimaler Zeitraum Späteste Aussaat Bodentemperatur
Rheinland Mitte Februar–Mitte März Anfang April 4–5 °C
Süddeutschland Ende Februar–Ende März Mitte April 5–6 °C
Ostdeutschland Anfang März–Ende März Mitte April 4–5 °C
Norddeutschland Ende Februar–Mitte März Anfang April 4–5 °C

 

Bearbeiteter Ackerboden

Bodenbearbeitung & Saatbettbereitung für Sommerweizen

Wegen seines schwächeren Wurzelsystems hat Sommerweizen höhere Ansprüche an Boden und Saatbettqualität als Winterweizen. Ein optimales Saatbett für die Weizen Aussaat im Frühjahr erfüllt folgende Kriterien:

  • feinkrümelige Struktur: gute Durchlüftung und Wasserführung
  • rückverfestigt: nach unten fest, nach oben locker
  • ausreichend feucht: Sommerweizen verträgt feuchtere Saatbetten als andere Sommergetreidearten
  • tiefgründig gelockert: gute Durchwurzelbarkeit der gesamten Krume
  • frei von Verdichtungen: keine Pflugsohle oder Fahrspuren
  • unkrautfrei: reduzierte Konkurrenz in der Jugendentwicklung

Bodenbearbeitungssysteme

Bodenbearbeitungssysteme sind ein weiteres Kriterium, um die Sommerweizen-Aussaat für eine erfolgreiche Ernte zu optimieren.

  • Pflugfurche: Die wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug ist besonders nach späträumenden Vorfrüchten wie Mais, Zuckerrüben oder Feldgemüse üblich. Für den Sommerweizen ist es vorteilhaft, die Herbstfurche bei trockener Witterung zu erledigen, um Strukturschäden zu vermeiden. Im Frühjahr genügen dann wenige Arbeitsgänge zur Saatbettbereitung.
  • Pfluglose Bearbeitung: Bei frostgaren, lockeren Böden ist auch eine pfluglose Bearbeitung mit einem Grubber oder der Scheibenegge möglich. Das spart Arbeitszeit und schont die Bodenstruktur. Der Strohbedeckungsgrad sollte zum Aussaatzeitpunkt jedoch maximal 40 Prozent betragen.

Checkliste – Saatbettqualität

Die Saatbettqualität ist noch wichtiger als der Saattermin: Bei Sommerweizen sollten Sie lieber einige Tage warten, bis der Boden optimal abgetrocknet ist, als ein verschlämmtes oder zu nasses Saatbett zu riskieren. Die kurze Vegetationszeit von Sommerweizen verzeiht keine Fehler bei der Bodenbearbeitung.

Optimales Saatbett: 7 Qualitätskriterien

  • feinkrümelige, ebene Oberfläche
  • Rückverfestigung zur Tiefe
  • keine Bodenverdichtungen
  • ausreichende Bodenfeuchtigkeit
  • Strohbedeckung unter 40 %
  • frei von Unkraut
  • tiefgründig durchwurzelbar

Aussaatstärke Sommerweizen: die richtige Saatstärke

Da die Bestockungsphase durch die späte Frühjahrsaussaat deutlich verkürzt ist, kann eine zu geringe Aussaatstärke nicht kompensiert werden. Also muss die Saatstärke von Sommerweizen so präzise wie möglich auf den Standort und den Aussaattermin abgestimmt werden.

Standard-Empfehlungen

Optimale Saatstärke Frühsaat (bis Anfang März):

  • 280 bis 350 keimfähige Körner/m²
  • entspricht ca. 150 bis 180 kg/ha (je nach Tausendkornmasse)

Normaler Aussaattermin (Mitte bis Ende März):

  • 320 bis 380 keimfähige Körner/m²
  • entspricht ca. 160 bis 200 kg/ha

Spätsaat (ab Anfang April):

  • Erhöhung um 10 bis 15 Prozent notwendig
  • bis zu 450 Körner/m² auf schwächeren Standorten

Saatstärken nach Saatzeitpunkt und Standortqualität

Aussaattermin Gute Standorte (>60 BP) Mittlere Standorte (40-60 BP) Schwache Standorte (<40 BP)
Mitte Februar–Anfang März 280–320 Körner/m² 320–350 Körner/m² 350–380 Körner/m²
Mitte März–Ende März 320–350 Körner/m² 350–380 Körner/m² 380–420 Körner/m²
Anfang April–Mitte April 380–420 Körner/m² 420–450 Körner/m² 450–480 Körner/m²

 

Weitere Einflussfaktoren auf die Aussaatmenge

Die Aussaatmenge in kg/ha richtet sich nicht nur nach dem Aussaattermin und der Bodenqualität, es spielen noch einige weitere Kriterien für den Sommerweizen eine Rolle:

  • Tausendkornmasse (TKM): kann je nach Sorte zwischen 35 und 50 g betragen
  • Keimfähigkeit: sollte mindestens 90 Prozent betragen
  • Feldaufgang: erwarteter Auflauf 70 bis 85 Prozent
  • Anbausystem: im Ökolandbau 450 Körner/m²

Berechnung der Aussaatmenge

Mit dem folgenden Rechenbeispiel lässt sich die optimale Aussaatmenge von Sommerweizen berechnen.

Formel: Aussaatmenge (kg/ha) = (Körner/m² × TKM in g) ÷ Keimfähigkeit in Prozent

Für eine präzise Aussaat empfiehlt sich die Verwendung eines Aussaatrechners ↗, wie ihn etwa das Landesamt für Landwirtschaft Bayern zur Verfügung stellt.

Beispiel

  • gewünschte Bestandesdichte: 350 Körner/m²
  • TKM: 45 g
  • Keimfähigkeit: 92 Prozent

Berechnung: Aussaatmenge = (350 × 45) ÷ 92 = 15.750 ÷ 92 = 171,2 kg/ha

Saattiefe Sommerweizen: Wie tief Weizen säen?

Die optimale Saattiefe liegt bei 2 bis 4 cm, das ist bei Sommerweizen ebenso der Fall wie bei Winterweizen. Aber auch bei der Saattiefe sind einige Faktoren zu beachten, die Ihre Sommerweizen-Saat für ein optimales Ergebnis tieferlegt oder weiter oben im Boden ablegt.

Anpassung der Sommerweizen Saattiefe an Standortbedingungen

Die optimale Saattiefe für Sommerweizen wird angepasst an:

  • Bodenart: schwere Böden 2–3 cm, leichte Böden 3–4 cm
  • Bodenfeuchtigkeit: bei Trockenheit lieber etwas tiefer säen
  • Saatbettqualität: feines Saatbett ermöglicht präzisere Ablage
  • Korntyp: großkörnige Sorten vertragen eine etwas tiefere Ablage

Noch wichtiger als die absolute Tiefe der Saatgutablage ist die Gleichmäßigkeit der Aussaattiefe. Schwankungen in der Saattiefe führen zu ungleichmäßigem Auflauf, versetzter Entwicklung und damit auch zu Problemen beim Pflanzenschutz und bei der Ernte.

Sämaschinen auf dem Acker

Sommerweizen: Aussaatmethoden & Aussaattechnik

Für die Aussaat von Weizen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. In der Praxis hat sich vor allem die Drillsaat als Standard etabliert, insbesondere beim Sommerweizen. Mit diesem Aussaatverfahren wird das Saatgut in Reihen mit einem Abstand von etwa 12,5 bis 15 cm abgelegt und innerhalb der Reihe gleichmäßig verteilt.

Moderne Sämaschinen sorgen mit ihrer präzisen Tiefenführung dafür, dass die Körner in einer einheitlichen Saattiefe liegen. Andruckrollen gewährleisten zusätzlich einen guten Bodenschluss und fördern so einen zügigen und gleichmäßigen Feldaufgang. So wird die Saatmenge optimal genutzt.

Einstellung der Sämaschine

Eine erfolgreiche Weizenaussaat hängt also auch maßgeblich von der korrekten Einstellung der Sämaschine ab.

  • Eine gleichmäßige Tiefenführung, die durch einen konstanten Druck auf die Schare erreicht wird, ist bei der Weizenaussaat besonders wichtig.
  • Ebenso wichtig ist die exakte Saatgutdosierung, die auf die jeweilige Sorte sowie das Tausendkorngewicht (TKM) abgestimmt werden sollte.
  • Die Andruckintensität muss an die aktuelle Bodenfeuchtigkeit angepasst werden, um optimale Keimbedingungen zu schaffen.

Walzen

Nach der Saat kann das Walzen sinnvoll sein, insbesondere auf lockeren und trockenen Böden oder bei einem grobscholligen Saatbett. So kann der Bodenschluss weiter verbessert und die Wasserverfügbarkeit für die Keimlinge erhöht werden. Auf zu feuchten Böden sollte jedoch auf das Walzen verzichtet werden, da hier die Gefahr von Verschlämmung besteht. Wenn das Saatbett bereits ausreichend rückverfestigt ist, ist das Walzen nicht notwendig.

Blindstriegeln zur Unkrautregulierung

Vor dem Auflaufen des Weizens besteht die Möglichkeit, ein Blindstriegeln durchzuführen. So kann der Unkrautdruck reduziert werden, ohne den Weizenbestand zu schädigen – für ein sauberes Feld in der frühen Entwicklungsphase.

Standort & Bodenansprüche von Sommerweizen

Beim Sommerweizen sind die Ansprüche an den Boden aufgrund der kurzen Vegetationszeit besonders hoch. Sommerweizen fühlt sich auf tiefgründigen, gut durchwurzelbaren Böden mit einer Mindesttiefe von etwa 60 Zentimetern wohl. Besonders geeignet sind nährstoffreiche Standorte mit einer guten Nährstoffnachlieferung, da Sommerweizen aufgrund der ziemlich kurzen Vegetationszeit eine kontinuierliche Versorgung braucht.

Optimal sind kalkhaltige Böden mit einem pH-Wert zwischen 6,1 und 7,5. Bevorzugt werden mittlere bis schwere Bodenarten, also lehmige bis tonige Böden, die Wasser und Nährstoffe gut speichern können. Für sichere und stabile Erträge gelten Standorte mit mindestens 50 Bodenpunkten als ideal.

Grenzstandorte mit lediglich 30 bis 40 Bodenpunkten sind nur dann für den Anbau von Sommerweizen geeignet, wenn eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist. Insbesondere auf leichten, sandigen Böden besteht ein erhöhtes Risiko für Trockenstress, was sich negativ auf Bestockung, Kornansatz und Ertrag auswirken kann.

Sommerweizen hat hohe Ansprüche an die Wasserversorgung. Der Boden muss während der gesamten Vegetationsperiode eine möglichst gleichmäßige Wasserverfügbarkeit sicherstellen. Sommerweizen benötigt ausreichend Winterfeuchtigkeit zum Vegetationsbeginn, während der Bestockung und des Schossens sind regelmäßige Niederschläge oder gegebenenfalls eine Beregnung erforderlich. Längere Trockenphasen während der Blüte und der Kornfüllung sind besonders kritisch, da Wassermangel in diesen Entwicklungsstadien zu deutlichen Abweichungen von der ursprünglichen Ertragserwartung führen kann.

Sie sind sich unsicher, welche Weizensorte zu Ihren Anforderungen passt? Informieren Sie sich bei den Landessortenversuchen ↗ oder lassen Sie sich von einem unserer BayWa-Fachberater unterstützen.

Standorteignung nach Bodenpunkten

Bodenpunkte Eignung Ertragspotenzial Besonderheiten
>60 BP sehr gut 60–70 dt/ha optimale Bedingungen
50–60 BP gut 55–65 dt/ha sichere Erträge
40–50 BP mittel 45–55 dt/ha auf Wasserversorgung achten
30–40 BP Grenzstandort 35–45 dt/ha nur bei guter Wasserversorgung
<30 BP nicht geeignet <35 dt/ha hohes Ausfallrisiko

 

Kartoffelfeld

Fruchtfolge & Vorfrucht für Sommerweizen

Der Anbau von Sommerweizen ist in Deutschland zwar nicht sehr verbreitet, doch die Anbauzeit im Frühjahr macht ihn zu einer wertvollen Fruchtfolge-Komponente nach späträumenden Kulturen.

Geeignete Vorfrüchte

Sehr gut geeignet:

  • Zuckerrüben: klassische Vorfrucht für Sommerweizen
  • Körnermais: besonders in Fruchtfolgen mit hohem Maisanteil
  • Kartoffeln: gute Bodenstruktur hinterlassend
  • Hafer: Getreidevorfrucht mit geringerem Krankheitsdruck

Mit Vorsicht:

  • Winterweizen: erhöhtes Risiko für Fruchtfolgekrankheiten

Bei der Planung der Fruchtfolge sollten Sie die Fruchtfolgekrankheiten unbedingt beachten, da insbesondere bei Getreide nach Getreide, mit Ausnahme von Hafer, das Risiko für verschiedene Schadorganismen deutlich ansteigt.

  • Dazu zählt vor allem der Halmbruch, verursacht durch Pseudocercosporella herpotrichoides, der die Standfestigkeit der Bestände beeinträchtigen kann.
  • Ebenfalls problematisch ist die Schwarzbeinigkeit (Gaeumannomyces graminis), die zu Wurzelschäden und Ertragseinbußen führt.
  • Darüber hinaus nimmt die Gefahr eines Befalls durch die Weizengallmücke (Sitodiplosis mosellana) zu, ebenso wie das Auftreten von Nematoden, insbesondere der Gattung Pratylenchus.

Eine vielfältige Fruchtfolge ist daher ein zentraler Baustein, um diese Risiken zu minimieren.

Sommerweizen bietet wichtige Vorteile im integrierten Pflanzenschutz. Durch seinen Anbau wird der Wintergetreide-Zyklus gezielt unterbrochen, so können Sie den Krankheits- und Schädlingsdruck in der Fruchtfolge reduzieren. Außerdem kann der Besatz mit problematischen Ungräsern wie Ackerfuchsschwanz und Windhalm deutlich verringert werden, da diese vor allem auf Winterungen spezialisiert sind.

Zusätzlich schafft Sommerweizen eine hohe Flexibilität bei Auswinterungsschäden, da er als Ersatzkultur genutzt werden kann und so hilft, Ertragsausfälle im Betrieb abzufedern und die jährliche Ertragserwartung zu erfüllen.

Praxisbeispiel für eine bewährte Fruchtfolge

Zuckerrüben → Sommerweizen → Winterraps → Winterweizen

Dies verbindet eine späträumende Vorfrucht mit gezielter Krankheitsvorbeugung und einer bestmöglichen Nutzung der vorhandenen Nährstoffe. Durch den Wechsel von Sommer- und Winterungen werden Schadorganismen unterbrochen und gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit und Ertragsstabilität nachhaltig gefördert.

Rechtliche Vorgaben bei der Sommerweizen Aussaat

Beim Anbau von Sommerweizen sind neben pflanzenbaulichen Aspekten auch rechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Diese ergeben sich unter anderem aus der Düngeverordnung (DüV), den Cross-Compliance-Auflagen sowie regionalen Sonderregelungen.

Düngeverordnung (DüV) und Nitratgebiete

Besonderheiten in Roten Gebieten: In nitratbelasteten Gebieten (sogenannte „Rote Gebiete“) gelten verschärfte Düngevorschriften. Relevant für Sommerweizen sind diese:

  • Spätsaaten nach dem 31. Januar: Ab 2022 dürfen Aussaaten nach dem 31. Januar in Roten Gebieten nur noch mit Stickstoff gedüngt werden, wenn zuvor eine Zwischenfrucht angebaut wurde.
  • Reduzierung der N-Düngung: In Roten Gebieten ist die Stickstoffdüngung um 20 Prozent gegenüber dem ermittelten Düngebedarf zu reduzieren.
  • Herbstdüngeverbot: Keine N-Düngung zwischen Ernte der Vorfrucht und 1. Februar des Folgejahres

Konsequenzen für die Praxis: Planen Sie bei später Aussaat (nach dem 31. Januar) rechtzeitig den Zwischenfruchtanbau in der Fruchtfolge ein, um die Düngeberechtigung zu erhalten.

Cross-Compliance und GLÖZ-Vorgaben

GLÖZ 6 – Mindestbodenbedeckung: Die ab 2023 geltenden verschärften Vorgaben zur Mindestbodenbedeckung beeinflussen die Fruchtfolgegestaltung:

  • Zeitraum: 15. November bis 15. Januar
  • Anforderung: Mindestens 80 Prozent der Ackerfläche müssen bedeckt sein.
  • Ausnahmen: Flächen mit Aussaat bis 1. Oktober sind privilegiert.

Bedeutung für Sommerweizen: Nach späträumenden Kulturen wie Zuckerrüben oder Körnermais kann die Einhaltung der Mindestbodenbedeckung problematisch werden. Sommerweizen bietet hier Flexibilität, da die Fläche im relevanten Zeitraum noch nicht bestellt sein muss.

GLÖZ 7 – Fruchtwechsel:

  • Grundregel: Auf mindestens 33 Prozent der Ackerfläche muss ein Fruchtwechsel stattfinden.
  • Vorteil Sommerweizen: Der Wechsel von Wintergetreide zu Sommerweizen gilt als Fruchtwechsel und erfüllt die Anforderung.

Häufige Fehler bei der Sommerweizen-Aussaat vermeiden

Der Sommerweizen zeigt sich weit weniger flexibel als der Winterweizen, daher sind Fehler bei der Aussaat auch nur noch sehr schwer zu korrigieren. Vermeiden Sie die folgenden typischen Fehler und der erfolgreichen Sommerweizen-Aussaat steht nichts im Weg:

1. Zu späte Aussaat

  • Problem: Ertragsverlust von einem Prozent pro Tag
  • Lösung: früheren Aussaattermin nutzen, aber Saatbettqualität geht vor

2. Schlechte Saatbettqualität

  • Problem: nasse, verschlämmte oder verkrustete Böden
  • Lösung: optimale Bodenbedingungen abwarten

3. Falsche Saatstärke

  • Problem: zu dünne oder zu dichte Bestände
  • Lösung: Aussaatmenge nach Termin und Standort berechnen

4. Ungleichmäßige Saattiefe

  • Problem: unregelmäßiger Feldaufgang
  • Lösung: Sämaschine korrekt einstellen und prüfen

5. Ungünstige Fruchtfolge

  • Problem: erhöhter Krankheitsdruck
  • Lösung: Getreide nach Getreide vermeiden (außer nach Hafer)

6. Fehlende Bodenanalyse

  • Problem: Nährstoffmängel oder -überschuss
  • Lösung: aktuelle Bodenuntersuchung durchführen

7. Ungeeignete Standortwahl

  • Problem: zu leichte, trockene Böden
  • Lösung: nur Standorte >50 Bodenpunkte wählen

Checkliste: 8 Punkte für erfolgreiche Aussaat

☐ frühestmöglicher Aussaattermin gewählt

☐ Saatbett optimal vorbereitet

☐ Saatstärke berechnet und angepasst

☐ Saattiefe 2 bis 4 cm eingestellt

☐ Sämaschine kalibriert

☐ zertifiziertes Saatgut verwendet

☐ Fruchtfolge berücksichtigt

☐ Bodenanalyse liegt vor

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Sommerweizen Aussaat

  • Der optimale Zeitpunkt liegt zwischen Mitte Februar und Ende März, so früh wie möglich bei abgetrocknetem Boden und Bodentemperaturen ab 4–5 °C.

  • Die empfohlene Aussaatmenge liegt bei 160–200 kg/ha, was 320–380 keimfähigen Körnern pro m² entspricht. Bei Spätsaat sollte diese Menge um 10–15 Prozent erhöht werden.

  • Die optimale Saattiefe beträgt 2–4 cm. Flachere oder tiefere Ablage führt zu verzögertem oder ungleichmäßigem Aufgang.

  • Ja, eine Aussaat bis Mitte April ist möglich, führt aber zu Ertragseinbußen von etwa einem Prozent pro Tag nach dem Optimum.

  • Hauptunterschiede:

    • Aussaatzeitpunkt: Sommerweizen im Frühjahr, Winterweizen im Herbst
    • Vegetationsdauer: 110–130 Tage vs. 280–320 Tage
    • Vernalisation: Sommerweizen benötigt keinen Kältereiz
    • Saatstärke: Sommerweizen höher (320–380 vs. 280–320 Körner/m²)
    • Ertragspotenzial: Sommerweizen geringer (50–70 vs. 75–100 dt/ha)
  • Sommerweizen benötigt tiefgründige, nährstoffreiche Böden mit mindestens 50 Bodenpunkten, pH-Wert 6,1–7,5 und guter Wasserversorgung.

  • Formel: Aussaatmenge (kg/ha) = (Körner/m² × TKM in g) ÷ (Keimfähigkeit in Prozent × Feldaufgang in Prozent)

    Berücksichtigen Sie Tausendkornmasse, Keimfähigkeit und erwarteten Feldaufgang für eine präzise Berechnung.

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