Die 9 wichtigsten Weizen Krankheiten
Weizen gehört zu den wichtigsten Kulturpflanzen im Ackerbau und ist wirtschaftlich von hoher Bedeutung. Doch während der Vegetationsperiode ist Weizen zahlreichen Schädlingen und Krankheiten ausgesetzt.
Krankheiten im Weizen, wie Fusarium, Steinbrand und Halmbruch, können Ertrag, Qualität und Vermarktungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen. Ein frühzeitiges Erkennen von Symptomen ist entscheidend, um Schäden zu begrenzen. Erfahren Sie bei uns, …
- woran Sie Weizenkrankheiten erkennen,
- mit welchen Maßnahmen Sie Krankheiten effektiv vorbeugen und
- wie Sie einen Befall mit Gelbrost, Flugbrand und dem Weizenverzwergungsvirus bekämpfen können.
Unsere Services rund um den Pflanzenschutz beim Weizen
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Fusarium im Weizen
Fusarium ist eine Pilzerkrankung des Weizens, die sowohl als Fußkrankheit (am Halmgrund) als auch als Ährenkrankheit (Ährenfusariose) auftreten kann. Die Infektion erfolgt vor allem über geöffnete Blüten. Feuchte und warme Witterung während der Blüte begünstigen den Befall stark.
Fusarium stellt beim Winterweizen in Jahren mit niederschlagsreicher Blüte ein hohes Risiko dar. Ein Befall mit Fusarium kann fatale Folgen haben und zu Ertragsverlusten und reduzierter Kornqualität führen.
Eine direkte Bekämpfung der Ährenkrankheit des Weizens ist nur zur Blüte möglich. Berücksichtigen Sie daher von Anfang an vorbeugende Maßnahmen, zum Beispiel:
- eine angepasste Fruchtfolge
- die Wahl geeigneter Sorten
- einen gezielten Pflanzenschutz im Weizen zum richtigen Zeitpunkt
Wenn Sie mehr zum Weizen Fusarium und Pflanzenschutz erfahren möchten, lesen Sie auf unserer Spezialseite zum Weizen Fusarium weiter.
Krankheitsbild & Symptome des Fusariums
Die Pilzkrankheit Fusarium befällt beim Weizen überwiegend die Ähren. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Ährenfusariose. Kurz nach der Blüte treten in der Regel die ersten Symptome auf.
Befallene Ähren zeigen vorzeitig ausgeblichene Ährenteile (strohgelb bis weißlich), die ungleichmäßig verteilt sind. Teilweise treten rosa bis orangefarbene Pilzbeläge auf, während der Rest der Ähre noch grün ist. Die Körner aus befallenen Ähren sind häufig klein, schrumpelig und rötlich verfärbt (Kümmerkörner).
Neben sichtbaren Symptomen kommt es meist zu reduzierter Kornqualität, unter anderem durch die Bildung von Mykotoxinen. Auch bei äußerlich gesunden Beständen gilt Vorsicht, denn sie können Schimmelpilzgifte enthalten. Ein starker Fusariumbefall führt zu Ertragsverlusten und Qualitätsminderungen, wodurch eine Vermarktung oft nicht wie geplant möglich ist.
Die Ausprägung der Symptome hängt von Witterung, Infektionszeitpunkt und Sorte ab und kann unterschiedlich stark ausfallen.
Voraussetzungen für den Befall mit Fusarium
Insbesondere eine feuchte und warme Witterung kann das Risiko eines Fusariumbefalls deutlich erhöhen, da Niederschläge und hohe Luftfeuchtigkeit das Eindringen des Pilzes in die Blüte begünstigen. Das BBCH-Stadium der Weizenblüte (BBCH 61–65) gilt als das entscheidende Infektionsfenster für die Ährenfusariose.
Zur Reduzierung des Befallsrisikos ist es zudem ratsam, Mais als Vorfrucht zu vermeiden. Erntereste von Mais und Getreide gelten als eine wichtige Infektionsquelle. Befinden sich keine entsprechenden Ernterückstände auf der Bodenoberfläche, wird das Infektionspotenzial deutlich reduziert.
Anfällige Sorten erhöhen die Befallswahrscheinlichkeit ebenso wie dichte Bestände mit langsamer Abtrocknung. Gleiches gilt für lagernde Bestände mit längerer Blatt- und Ährennässe.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz gegen Fusarium
Damit es gar nicht erst zum Fusariumbefall kommt, sollten bereits im Vorfeld vorbeugende ackerbauliche Maßnahmen ergriffen werden:
- Enge Getreidefolgen sind zu vermeiden.
- Nicht-Getreide als Vorfrucht führen zu einem geringeren Fusarium-Risiko.
- Auch der Umgang mit Ernteresten hat einen Einfluss. Getreide- und Maisstroh sollte zerkleinert und rasch zersetzt werden, damit es keine potenzielle Infektionsquelle darstellt.
- Generell ist es empfehlenswert, weniger anfällige Weizensorten, zum Beispiel Ambientus, Asory, Axioma und Exsal, zu wählen.
- Bei der Bestandesführung sollten zu dichte Bestände vermieden werden, sodass die Ähren schneller abtrocknen. Trockene Ähren haben auch bei der Lagerung ein reduziertes Befallsrisiko.
- Gezielt eingesetzte Fungizide beim Winterweizen und Sommerweizen können den Befallsdruck zusätzlich senken, wirken jedoch nur vorbeugend. Der Einsatz von Fungiziden macht ausschließlich im engen Zeitfenster zur Blüte Sinn (optimaler Zeitpunkt: Beginn bis Mitte der Blüte, BBCH 61–65). Hierzu sollten nur zugelassene, fusariumwirksame Fungizide eingesetzt werden.
- Auch die Nutzung von Warndiensten und Prognosemodellen kann hilfreich sein, um einen Fusariumbefall zu vermeiden.
Die höchste Wirksamkeit besteht letzten Endes aber nur durch das Zusammenspiel aus Vorbeugung und gezieltem Pflanzenschutz, Fungizide allein reichen nicht aus.
Halmbruch im Weizen
Beim Halmbruch handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die die Halmbasis des Weizens befällt. Er wird durch boden- und strohbürtige Pilzerreger verursacht. Eine Infektion mit Halmbruch erfolgt meist früh im Vegetationsverlauf. Besonders im Winterweizen tritt Halmbruch bei früher Aussaat und langen, milden Herbst- und Winterphasen auf. Der Pilz schwächt das Halmgewebe im unteren Bereich, wodurch der Halm eine verminderte Standfestigkeit hat.
Halmbruch erhöht deutlich die Lagergefahr. Lagernde Bestände führen zu Ertragsverlusten und erschwerter Ernte. Das Befallsrisiko steigt bei engen Getreidefruchtfolgen, frühen Saatterminen und dichten Beständen.
Krankheitsbild & Symptome des Halmbruchs
Der Halmbruch sitzt an der Halmbasis nahe der Bodenoberfläche. Erste Symptome sind von außen kaum sichtbar. Typische äußere Merkmale sind hellbraune bis dunkle, augenförmige Flecke am Halm.
Befallenes Gewebe ist geschwächt und brüchig, da die Leitbahnen im Halm beeinträchtigt werden. Dadurch sind die Pflanzen nicht mehr standfest und zeigen eine erhöhte Lageranfälligkeit. Bei starkem Befall knicken die Halme ab, wodurch es zu einer schlechteren Nährstoffversorgung in den Ähren kommt. Symptome werden häufig erst kurz vor oder während der Abreife sichtbar.
Voraussetzungen für den Befall mit Halmbruch
Enge Getreidefruchtfolgen, insbesondere wenn Weizen nach Weizen gepflanzt wird, begünstigen den Befall mit Halmbruch. Auch eine frühe Aussaat und dichte Bestände erhöhen das Risiko und fördern eine Infektion. Milde Winter sowie feuchte Böden sorgen dafür, dass die Entwicklung des Pilzes besser voranschreitet. Wer kann, sollte zudem auf anfällige Sorten verzichten. Sommerweizen gilt insgesamt als weniger anfällig für Halmbruch.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz gegen Halmbruch
Eine angepasste Fruchtfolgegestaltung kann dabei helfen, Halmbruch zu vermeiden. Wählen Sie keine engen Weizenfolgen, sondern bauen Sie auch Nicht-Getreidekulturen ein. Auch der Saattermin spielt eine Rolle. Verzichten Sie besser auf sehr frühe Aussaaten, um das Befallsrisiko zu minimieren. Ebenso sollten dichte Bestände vermieden und weniger anfällige Sorten bevorzugt werden.
Befreien Sie den Boden von Stroh- und Ernteresten, damit diese nicht als zusätzliche Infektionsquelle fungieren. Um den Weizen darüber hinaus zu schützen, können Weizen-Fungizide früh im Vegetationsverlauf, vor allem in den Stadien Bestockung bis Schossen, eingesetzt werden. Dies ist allerdings nur bei erhöhtem Befallsrisiko sinnvoll.
Insgesamt ist zu empfehlen, risikoorientierte Entscheidungen zu treffen und Vorfrucht, Saattermin, Sorte und Witterung zu berücksichtigen. Eine Kombination aus mehreren Maßnahmen erhöht die Wirksamkeit.
Gelbrost im Weizen
Auch beim Gelbrost handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die vor allem Weizen befällt. Gelbrost bevorzugt vor allem kühle, feuchte Witterungsverhältnisse.
Gelbrost tritt beim Winterweizen häufig bereits früh im Frühjahr auf und kann sich unter günstigen Bedingungen sehr schnell im Bestand ausbreiten. Ist die Pflanze schon in einem frühen Stadium befallen, sorgt der Weizen-Gelbrost dafür, dass die Fotosynthese stark eingeschränkt wird. Dies führt zu Ertragsverlusten und verminderter Kornqualität.
Bei starkem Befall, der nicht behandelt wird, kann es zu erheblichen Ertragseinbußen kommen. Wenn Sie sich ausführlicher über Weizen Gelbrost und geeignete Pflanzenschutzmaßnahmen informieren möchten, finden Sie weitere Informationen auf unserer Spezialseite zum Weizen Gelbrost.
Krankheitsbild & Symptome des Gelbrosts
Typische Merkmale für die Erkrankung sind gelbliche, streifenförmig angeordnete Pusteln auf den Blättern des Weizens, die meist parallel zu den Blattadern verlaufen. Der Befall beginnt häufig an jüngeren Blättern. Ein starker Befall verursacht Vergilbung und das Absterben von Blattgewebe. Die Fotosynthese findet dann nur noch reduziert statt.
Voraussetzungen für den Befall mit Gelbrost
Kühle Temperaturen begünstigen die Infektion ebenso wie eine hohe Luftfeuchtigkeit oder Blattnässe. Längere feuchte Witterungsphasen stellen somit den perfekten Nährboden für Gelbrost dar. Besonders gefährdet sind anfällige Weizensorten. Dichte Bestände mit langsamer Abtrocknung und ein früher Vegetationsbeginn begünstigen einen frühen Befall.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz gegen Gelbrost
Setzen Sie auf den Anbau von weniger anfälligen oder resistenten Sorten, um bereits im Vorfeld das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten. Wenn es um die Bestandesführung geht, sollten dichte Bestände vermieden werden, damit die Blätter schnell abtrocknen können.
Regelmäßige Feldkontrollen, besonders im Frühjahr, ermöglichen ein frühes Erkennen des Gelbrosts, woraufhin auch ein rechtzeitiges Eingreifen gewährleistet werden kann. Erhöhte Aufmerksamkeit ist vor allem bei kühler, feuchter Witterung geboten. Warndienste zur Risikoeinschätzung können hierbei hilfreich sein. Sobald die ersten Anzeichen von Gelbrost auftreten, sollte gezielt mit Fungiziden gearbeitet werden. Ein früher Behandlungszeitpunkt ist dabei entscheidend für die Wirkung. Erfolgreicher Gelbrost-Schutz beruht auf Vorbeugen und gezieltem Weizen-Pflanzenschutz.
Braunrost im Weizen
Verursacht durch den Rostpilz Puccinia triticina befällt die Pilzkrankheit Braunrost vor allem die Weizenblätter. Im Vegetationsverlauf tritt Weizen-Braunrost meist später auf als Gelbrost. Warme Temperaturen begünstigen die Entwicklung und Ausbreitung des Braunrosts am Weizen.
Braunrost kann sich beim Winterweizen in warmen Sommerphasen rasch ausbreiten und erfordert daher eine genaue Bestandsbeobachtung. Ähnlich wie beim Gelbrost reduziert ein stärkerer Befall die Fotosynthese-Leistung der Pflanze. Dadurch kommt es zu Ertragsverlusten und verminderter Qualität. Besonders anfällig für den Braunrost sind empfindliche Sorten und spät entwickelte Bestände.
Krankheitsbild & Symptome des Braunrosts
Äußere Erscheinungsmerkmale sind rostbraune bis dunkelbraune, rundliche Pusteln, die unregelmäßig verteilt auf der Blattoberseite auftreten. Der Befall beginnt häufig an den älteren Blättern. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und Blattgewebe stirbt vorzeitig ab, die Fotosynthese-Leistung der Pflanze wird deutlich eingeschränkt. Außerdem können die Sporen leicht abgerieben werden.
Voraussetzungen für den Befall mit Braunrost
Braunrost bevorzugt warme Temperaturen. Ist es länger warm und feucht, kann das die Infektion und Ausbreitung von Braunrost fördern. Insbesondere anfällige Sorten tragen ein höheres Risiko, an Braunrost zu erkranken. Auch dichte Bestände mit eingeschränkter Durchlüftung fördern den Befall; ebenso verhält es sich mit späten Beständen oder langanhaltender Blattfeuchte.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz gegen Braunrost
Setzen Sie schon von Beginn an auf weniger anfällige Weizensorten. Auch beim Braunrost gilt es, dichte Bestände nach Möglichkeit zu vermeiden, damit eine gute Durchlüftung ein rasches Abtrocknen der Blätter begünstigt.
Ebenfalls empfehlenswert ist eine ausgewogene Stickstoffversorgung. Überhöhte N-Gaben sollten jedoch vermieden werden, da sie die Blattmasse und das Befallsrisiko erhöhen. Ratsam sind außerdem regelmäßige Bestandskontrollen, um Erstbefall frühzeitig zu erkennen. Besonders im Zeitraum vom Schossen bis zur Blüte sollte sorgfältig kontrolliert werden.
Erhöhte Aufmerksamkeit ist vor allem bei länger anhaltender warm-feuchter Witterung geboten. Nutzen Sie dazu Prognosen und regionale Warndienste. Wird Braunrost im Weizen festgestellt, sollte beim ersten sichtbaren Befall eine Fungizidbehandlung erfolgen. Je nach Befallsdruck und Stadium kommen wirksame Fungizide für Sommerweizen oder Winterweizen zum Einsatz.
Die Grundlage für einen erfolgreichen Braunrostschutz bildet die Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen und einem rechtzeitigen Pflanzenschutzeinsatz.
Steinbrand im Weizen
Der Steinbrand ist eine Pilzkrankheit des Weizens, die vor allem die Weizenkörner befällt. Die Infektion erfolgt bereits beim Keimen der Pflanze. Befallene Ähren bilden in der Folge statt normaler Körner Brandbutten (verhärtete, meist schwarze Sporenlager).
Oft erkennt man den Befall am auffälligen, fischartigen Geruch des Ernteguts. Steinbrand führt zu Qualitätsverlusten und nicht vermarktungsfähigem Getreide. Zum Schluss jedoch eine gute Nachricht: Dank Saatgutbeizung tritt Steinbrand heute nur noch selten auf.
Krankheitsbild & Symptome des Steinbrands
Ist eine Weizenpflanze von Steinbrand befallen, betrifft die Krankheit vor allem die Körner in der Ähre, die durch Brandbutten ersetzt werden. Brandbutten sind rundlich, grau bis dunkel gefärbt und mit pulveriger Sporenmasse gefüllt.
Weitere Merkmale:
- Beim Zerdrücken der Brandbutten tritt eine schwarze, staubartige Masse aus.
- Das Erntegut weist einen fischartigen Geruch auf.
Äußerlich erscheinen die Bestände oft weitgehend gesund, sodass der Befall meist erst zur Ernte erkannt wird. Dies macht den Steinbrand besonders tückisch. Das Erntegut ist in der Folge qualitativ stark beeinträchtigt und nicht vermarktungsfähig.
Voraussetzungen für den Befall mit Steinbrand
Vor allem bei der Verwendung von nicht gebeiztem oder infiziertem Saatgut kommt es zum Auftreten von Steinbrand. Der Steinbrand-Erreger befindet sich im oder am Saatgut und wird auf diesem Wege übertragen.
Kühle und feuchte Bodentemperaturen während der Keimung begünstigen die Infektion und erleichtern das Eindringen des Pilzes. Ebenso erhöhen eine längere Keimdauer der Pflanze sowie eine frühe Aussaat das Befallsrisiko.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz gegen Steinbrand
Die Saatgutbeizung gehört zu den wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen gegen Steinbrand, denn sie verhindert eine samenbürtige Infektion zuverlässig. Zusätzlich empfiehlt es sich, zertifiziertes und geprüftes Saatgut zu verwenden, um das Einschleppungsrisiko deutlich zu reduzieren.
Ebenfalls sinnvoll ist es, sehr frühe Aussaaten bei kühlen, feuchten Böden zu vermeiden. Ein zügiges Auflaufen verringert das Infektionsrisiko zusätzlich. Erntemaschinen und Saattechnik sollten zudem immer gereinigt werden, um Brandsporen nicht zu verschleppen.
Eine kurative Bekämpfung im Bestand ist nicht möglich, da Fungizide während der Vegetationsperiode keine Wirkung zeigen. Effektiver Schutz vor Steinbrand beruht daher nahezu vollständig auf vorbeugenden Maßnahmen vor der Aussaat.
Flugbrand im Weizen
Flugbrand ist eine Pilzkrankheit, die die Ähren des Weizens befällt. Samenbürtige Brandpilze wie Ustilago-Arten sind die Verursacher der Weizen Krankheit. Bereits bei der Keimung der Pflanze erfolgt die Infektion. Der Pilz wächst unbemerkt mit der Pflanze bis zur Ährenbildung mit.
Befallene Pflanzen erkennt man daran, dass statt Körnern eine schwarze Sporenmasse gebildet wird. Die Sporen werden bei der Blüte freigesetzt und können benachbarte Pflanzen infizieren. Die Folgen des Flugbrands sind schwerwiegend, es kommt zu Ertragsverlusten und Qualitätsminderungen. Durch konsequente Saatgutbeizung tritt Flugbrand heutzutage jedoch nur noch selten auf.
Krankheitsbild & Symptome des Flugbrands
Ein Befall mit Flugbrand betrifft die Ähre des Weizens. Die Körner fehlen vollständig, die Ähre wird durch eine schwarze, pulverige Sporenmasse ersetzt. Dadurch kommt es zu direkten Ertragsverlusten. Die Sporen sind von einer dünnen Haut umgeben, die leicht aufreißt und die Sporen staubartig freisetzt. Befallene Ähren sind oft schmaler und dunkler als gesunde. Äußerlich wirken die Bestände meist unauffällig, da nur einzelne Pflanzen betroffen sind.
Voraussetzungen für den Befall mit Flugbrand
Infiziertes oder nicht gebeiztes Saatgut kann dafür sorgen, dass sich der Weizen mit Flugbrand infiziert. Feuchte Bodenbedingungen während der Keimphase begünstigen die Ausbreitung ebenso wie kühle Bodentemperaturen, die die Keimdauer verlängern und das Risiko dadurch erhöhen.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz gegen Flugbrand
Die wirksamste Maßnahme gegen Flugbrand ist die Beizung des Saatguts vor der Aussaat, da dies die Übertragung von Infektionen über die Samen zuverlässig verhindert. Ebenso wichtig ist die Verwendung von zertifiziertem, geprüftem Saatgut, um das Risiko einer Einschleppung zu minimieren.
Eine weitere vorbeugende Strategie ist die Wahl weniger anfälliger Sorten. So zeigt beispielsweise die Winterweizensorte Spelzweizen eine deutlich geringere Anfälligkeit als viele andere Winterweizensorten. Früh ausgesäte Pflanzen auf kühlen und feuchten Böden sollten vermieden werden, da diese Bedingungen das Erkrankungsrisiko erhöhen. Darüber hinaus trägt die regelmäßige Reinigung von Saat- und Erntetechnik dazu bei, eine Verschleppung von Brandsporen zu verhindern.
Fungizide sind während der Vegetationsphase nicht wirksam, sodass eine nachträgliche Bekämpfung des Flugbrands nicht möglich ist. Der Schutz vor der Krankheit beruht daher ausschließlich auf vorbeugenden Maßnahmen vor der Aussaat.
Septoria Tritici im Weizen
Als Septoria Tritici bezeichnet man eine Pilzkrankheit, die vor allem die Blätter des Weizens befällt. Verursacher der Blattkrankheit beim Weizen ist der Pilz Zymoseptoria tritici. Septoria zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten Blattkrankheiten im Weizen.
Die Infektion erfolgt überwiegend über Niederschläge (Regenspritzer). Feuchte Witterung mit längerer Blattnässe begünstigt den Befall stark. Die Weizen Krankheit breitet sich im Bestand von unten nach oben aus und kann zu deutlichen Ertragsverlusten und reduzierter Kornqualität führen. Ein wirksames Management erfordert eine frühe Bestandsbeobachtung und stadiengerechten Pflanzenschutz.
Krankheitsbild & Symptome von Septoria Tritici
Vor allem die Blätter des Weizens sind vom Befall betroffen. Die Krankheit breitet sich von den unteren zu den oberen Blättern aus. Zunächst zeigen sich kleine, gelbliche bis hellgrüne Flecke. Die Flecke werden später bräunlich bis grau. Typisch sind zudem schwarze Punkte (Pyknidien) im Zentrum der Flecke, die mit bloßem Auge sichtbar sind und als wichtiges Unterscheidungsmerkmal dienen. Betroffene Blattbereiche sterben ab. Ein Befall des Fahnenblatts führt zu starken Ertragseinbußen.
Voraussetzungen für den Befall mit Septoria Tritici
Langanhaltende Blattnässe (mehrere Stunden bis Tage), häufige Niederschläge und eine hohe Luftfeuchtigkeit im Bestand fördern die Ausbreitung von Septoria Tritici. Aber auch dichte Bestände, enge Getreidefruchtfolgen sowie Stroh- und Erntereste tragen zur Infektion bei.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz bei Septoria Tritici
Um Septoria Tritici vorzubeugen, sollten Sie …
- weniger anfällige Weizensorten wählen,
- enge Weizenfolgen vermeiden und
- Stroh- und Erntereste zerkleinern und einarbeiten.
Vermeiden Sie zudem zu dichte Bestände, um eine schnelle Abtrocknung der Blätter zu fördern. Hilfreich sind regelmäßige Bestandskontrollen, um erste Symptome früh zu erkennen. Richten Sie Ihren Fokus dabei auf die unteren Blattetagen.
Fungizide können helfen, den Weizen zu schützen und das Fahnenblatt gesund zu halten. Hohe Aufmerksamkeit sollte vor allem bei feuchter Witterung herrschen. Warndienste und Prognosemodelle helfen, Gefahren abzuschätzen. Ein wirksames Septoria-Management besteht aus einem Zusammenspiel von Vorbeugung und gezieltem Pflanzenschutz.
Echter Mehltau im Weizen
Als Echter Mehltau wird eine Pilzkrankheit bezeichnet. Die Weizenkrankheit befällt vor allem die Blätter, später auch die Halme und Ähren des Weizens. Auslöser ist der Pilz Blumeria graminis f. sp. tritici. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und tritt regelmäßig im Weizenanbau auf. Echter Mehltau breitet sich über Luftsporen aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzkrankheiten benötigt der Echte Mehltau keine Blattnässe.
Mehltau ist vor allem beim Winterweizen besonders häufig in üppigen Beständen zu finden. Milde Witterungsbedingungen im Frühjahr unterstützen die Entwicklung. Ein starker Befall kann zu Ertragsverlusten und verminderter Kornqualität führen. Eine wirksame Bekämpfung basiert auf der Sortenwahl, der angepassten Bestandesführung und dem gezielten Fungizid-Einsatz.
Krankheitsbild & Symptome des Echten Mehltaus
Zunächst befällt der Echte Mehltau die unteren Blätter, später breitet er sich weiter nach oben aus. Typisch für die Weizenkrankheit sind weiße, mehlartige Beläge auf der Blattoberfläche. Die Beläge können sich auch auf Blattscheiden, Halme und Ähren ausdehnen.
Mit zunehmendem Befall werden die Beläge grau bis bräunlich und kleine schwarze Punkte (Fruchtkörper) werden sichtbar. Betroffene Blätter vergilben und sterben frühzeitig ab. Ist die Weizenpflanze stark befallen, kommt es zu verringerter Fotosynthese-Leistung sowie Ertrags- und Qualitätsverlusten.
Voraussetzungen für den Befall mit Echtem Mehltau
Faktoren wie milde Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, dichte, üppige Bestände, eine hohe Stickstoffversorgung und eine frühe Aussaat fördern den Befall mit Echtem Mehltau und begünstigen die Krankheitsentwicklung. Manche Sorten sind besonders anfällig für den Echten Mehltau.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz bei Echtem Mehltau
Es empfiehlt sich, bei der Sortenwahl weniger anfällige Sorten zu bevorzugen. Vermeiden Sie zudem dichte Bestände und verwenden Sie nicht zu viel Stickstoff. Durch regelmäßige Bestandskontrollen können frühe Symptome des Echten Mehltaus rechtzeitig erkannt werden. Wenn nötig, können Fungizide gezielt und stadiengerecht bei Befallsbeginn eingesetzt werden.
Weizenverzwergungsvirus (WDV)
Beim Weizenverzwergungsvirus (WDV) handelt es sich um eine Viruserkrankung des Weizens. Die Übertragung erfolgt nicht über das Saatgut, sondern durch Zikaden (hauptsächlich die Zwergzikade). Ein Befall tritt vor allem bei Winterweizen auf und eine Infektion erfolgt meist im Herbst bei frühem Auflaufen. Das Virus stört das Pflanzenwachstum und die Nährstoffverteilung. Typische Folgen sind stark verminderter Wuchs und Ertragsverluste. Eine direkte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich. Schutz vor der Weizenkrankheit basiert vor allem auf Vorbeugung und angepasstem Anbau- und Aussaatmanagement.
Krankheitsbild & Symptome des Weizenverzwergungsvirus
Durch das Weizenverzwergungsvirus kommt es zu einem stark gehemmten Pflanzenwachstum und deutlich verzwergten Pflanzen. Weitere Symptome sind …
- verkürzte Internodien,
- aufrechte, steife Blätter,
- gelbliche bis rötliche Blattverfärbungen und
- eine verminderte Bestockung.
Außerdem ist eine schlechte oder fehlende Ährenbildung zu beobachten, wodurch es zu einem deutlich reduzierten Ertrag kommt.
Voraussetzungen für den Befall mit dem Weizenverzwergungsvirus
Damit es zu einem Befall mit dem Weizenverzwergungsvirus kommt, müssen Vektoren (Überträger), vor allem Zwergzikaden, vorhanden sein. Eine frühe Aussaat von Winterweizen sowie ein langer, warmer Herbst mit hoher Zikadenaktivität begünstigen das Auftreten der Erkrankung zusätzlich. Weitere Risikofaktoren sind das frühe Auflaufen der Bestände sowie nahegelegene Virusreservoire, zum Beispiel Ausfallgetreide oder Gräser. Unterbleibt eine rechtzeitige Bestandskontrolle im Herbst, steigt das Infektionsrisiko insbesondere bei anfälligen Sorten.
Vorbeugende Maßnahmen & gezielter Pflanzenschutz beim Weizenverzwergungsvirus
Der Aussaattermin spielt eine wichtige Rolle, damit es nicht zu einer Infektion mit dem Weizenverzwergungsvirus kommt. Es sollte keine zu frühe Aussaat von Winterweizen stattfinden. Ein späteres Auflaufen reduziert das Infektionsrisiko.
Darüber hinaus sollten Virusreservoire vor der Aussaat beseitigt werden, um die Zikaden-Aktivität zu mindern. Insbesondere im Herbst ist eine Bestandskontrolle ratsam, um einen möglichen Zikadenbefall früh zu erkennen und rechtzeitig Entscheidungen treffen zu können. Gezielter Insektizideinsatz ist nur gegen die Vektoren (Zikaden) wirksam und sollte nur beim Überschreiten von Schadwellen verwendet werden.
Sind weniger anfällige Sorten verfügbar, sollten diese gewählt werden. Vermeiden Sie außerdem Flächen mit bekannter WDV-Problematik, um das Risiko einer Infektion von vornherein so gering wie möglich zu halten. Da keine direkte Bekämpfung des Virus möglich ist, basiert der Schutz vollständig auf der Vorbeugung und Vektorkontrolle.
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