Rapsanbau leicht gemacht! Expertenwissen für die Landwirtschaft

Raps – eine der wichtigsten Ölsaaten weltweit, eine der besten Vorfrüchte für viele Kulturpflanzen und ein begehrter Rohstoff für Speiseöl, Kraftstoff oder Viehfutter. Im Mai färben sich weite Rapsfelder quer durch die Republik leuchtend gelb. Das intensiv duftende Blütenmeer des Kreuzblütlers prägt Landschaften von der Ostsee bis zum Alpenvorland. Längst schon ist der Rapsanbau in der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken.

Botanisch Brassica napus genannt, gehört Raps zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und ist mit dem Kohl verwandt – was man in der Blütezeit auch gut am Geruch erkennen kann. Dabei spielt Sommerraps nur eine geringe Rolle. Klarer Favorit im Rapsanbau ist und bleibt der Winterraps. Erfahren Sie bei uns alles über die wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze und profitieren Sie von unserem Know-How in Sachen Rapsanbau, Düngung, Pflanzenschutz und Co. 

Besser geht‘s nicht – unsere Rundum-Services für Raps

Dank über 100 Jahren Erfahrung in der Landwirtschaft ist die BayWa Ihr Ansprechpartner Nummer eins beim Rapsanbau! Bei uns erhalten Sie eine umfassende Beratung von der Rapssaat bis zur Ernte und darüber hinaus. Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine auf Ihre Bedürfnisse angepasste Pflanzenbau-Strategie, geben Ihnen gern regionale Anbauempfehlungen und unterstützen Sie bei allen weiteren Fragen rund um den Winterraps. Kontaktieren Sie uns einfach via E-Mail oder unser Kontaktformular. Wir freuen uns schon auf Sie!

Das bieten wir Ihnen für einen erfolgreichen Rapsanbau:

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  • Produkte

    Hochwertiges Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie weiterführende Produkte

  • Bodenuntersuchung

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  • Düngebedarfsermittlung

    Den Düngebedarf zuverlässig ermitteln lassen – persönlich oder mithilfe unserer Agrarsoftware

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    Wissenswertes und aktuelle Nachrichten aus der Welt des Rapsanbaus

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Raps Kompakt 2024

Raps Kompakt 2024

Ihr Wissen auf die Hand, rund um den Rapsanbau.

Herkunft des Rapses – Eine Erfolgsgeschichte

Seit Jahrhunderten kennt und nutzt der Mensch das Rapsöl aus den stark ölhaltigen Samen des Winterrapses. Seinen Ursprung hat der Raps vermutlich im östlichen Mittelmeerraum. Schon in der römischen Antike war er weit verbreitet, auch wenn er anfangs meist nur zu Lampenöl verarbeitet wurde. In Deutschland ist Raps etwa seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Seine erste Blütezeit erlebte er im 16. und 17. Jahrhundert, als sich Winterraps zur wichtigsten Ölfrucht im Norden des Landes entwickelte. Weiter südlich setzte man zunächst noch auf die nah verwandten Rübsen, die leichter anzubauen waren. Doch inzwischen hat der wesentlich ertragreichere Winterraps das Rennen um die Spitzenposition längst gewonnen. Erst Züchtungen moderner Doppelnull-Rapssorten in den 1980er Jahren machten die Nutzung für Lebens- und Futtermittel möglich. Zuvor führte der Verzehr von Rapsprodukten aufgrund von Erucasäure und Glucosinolaten zu Verdauungsproblemen oder gar Organschäden bei Mensch und Tier. Doch das ist zum Glück Geschichte – Global betrachtet ist Raps nach der Sojabohne die am häufigsten angebaute Ölfrucht.

Rapsfeld

Vorhang auf für die Rapspflanze – Aussehen und Entwicklung

Winterraps ist eine einjährige Pflanze, deren heutige Form aus einer Kreuzung von Rübsen und Gemüsekohl hervorgegangen ist. Daher bestehen die Erbanlagen von Raps aus 38 Chromosomen der Rübsen und 18 Chromosomen des Gemüsekohls. Nach der Aussaat und Keimung entwickelt der Raps bis zum Herbst eine Rosette. In dieser Form überdauert die Pflanze den Winter. Winterraps benötigt zwingend kühle Temperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius, um blühhemmende Stoffe abzubauen und in die Vegetationsphase des Schossens eintreten zu können. Dieser Vorgang wird Vernalisation genannt. Erst im darauffolgenden Frühjahr entwickelt sich die Rapspflanze weiter.

Raps hat eine tief in den Boden greifende Pfahlwurzel und kann sortenabhängig bis zu eineinhalb Meter hoch werden. Der oben verzweigte Stängel ist glatt, die Blätter sind eiförmig ausgebildet, die Ränder leicht gezähnt oder gewellt. An zwei bis drei Zentimeter langen Fruchtstielen bildet die Pflanze ihre vierblättrige, gelbe Rapsblüte aus. Daraus entwickelt sich nach der Selbstbefruchtung oder Befruchtung durch Insekten eine bis zu zehn Zentimeter lange Schote, in deren Inneren bis zu 20 dunkle Rapssamen heranreifen. Geerntet wird im Juli und August.

Die Entwicklung des Winterrapses wird in insgesamt neun, unter den Kürzeln BBCH- oder auch EC-Stadien bekannte Wachstumsstufen eingeteilt. Sie zeigen das morphologische Entwicklungsstadium der Rapspflanze im Jahr.

Entwicklungsstadien
Entwicklungsstadien  BBCH-Stadium  Zeitraum 
0 Keimung  0–09  August/September 
1 Auflaufen  10–19  August/September 
2 Blattentwicklung  20–29  September 
3 Schossen  30–39  März/April 
4/5 Knospenbildung  40–59  April 
6 Blüte  60–69  April–Juni 
7 Schotenbildung  70–79  Mai/Juni 
8 Abreife  80–89  Juli/August 

 

Rapsblüte und Senfblüte
Rapsblüte (links) und Senfblüte (rechts) im Vergleich

Nicht verwechseln – Winterraps vs. Senf

Mit ihrer gelben Blüte ist die Rapspflanze ab Mai weithin sichtbar. Ganz ähnlich blüht auch die Senfpflanze, mit der der Winterraps eng verwandt ist. Beide gehören zur Familie der Kreuzblütler und haben den Kohl als gemeinsamen Vorfahren in ihrer Kulturgeschichte. Während sich aus einer Kreuzung von Kohl und Rübsen die Rapspflanze ergab, stammt der Senf aus der Verbindung von Rübsen und dem Schwarzen Senf.

Merkmale Winterraps  Merkmale Senf 

✔ Stängel glatt 

 

✔ Blätter nur leicht gezähnt oder gewellt 

 

✔ riecht beim Zerreiben nach Kohl 

 

✔ Blütezeit ab Ende April bis Anfang Juni 

✔ Stängel leicht behaart 

 

✔ Blätter am Rand unregelmäßig und stark gezähnt 

 

✔ riecht beim Zerreiben nach Senf 

 

✔ Blütezeit ab Juni bis September 

 

Multitalent Winterraps – Nutzung und Bedeutung in der Landwirtschaft

Der Rapsanbau ist in Deutschland von großer Bedeutung: Hier wurden im Jahr 2021 rund 3,5 Millionen Tonnen geerntet – damit liegt die Bundesrepublik auf Rang fünf der weltweit größten Rapsproduzenten überhaupt. Doch was passiert mit all dem Raps und wofür ist er besonders geeignet?

  • In grauer Vorzeit aufgrund von Bitterstoffen und gesundheitlich bedenklichen Säuren hauptsächlich als Lampenöl oder Schmierstoff verwendet, werden moderne Winterraps-Züchtungen je nach Ölgehalt und Gehalt an Erucasäure nicht nur technisch und energetisch genutzt, sondern haben mittlerweile Einzug in die heimischen Küchen gehalten. Und das völlig zurecht! Auch wenn Rapsöl, das aus den Samen der Rapspflanzen gepresst wird, die Hauptrolle spielt – die Reste der Ölgewinnung und Ernte können ebenfalls in bares Geld verwandelt werden.

    • Rapsöl: Sie kennen das hellgelbe Speiseöl auf dem Salat ebenso wie als Zutat für die klassische Margarine. Kaltgepresstes Rapsöl enthält wertvolle Fettsäuren, die für die menschliche Ernährung hervorragend geeignet sind. Es ähnelt in seiner Zusammensetzung dem Olivenöl, hat aber einen höheren Anteil an essenziellen Fettsäuren, besonders an Alpha-Linolensäure. Abseits der Küche und der Futtermittelindustrie kommen über 80 Prozent des Öls – unter anderem in Form von Rapsmethylester speziell aufbereitet – als Treibstoff für Motoren zum Einsatz. Außerdem wird es in der chemischen Industrie als Grundstoff für Hydraulik- und Getriebeöle, Farben, Lacke, Kunststoffe und vieles mehr beötigt.
    • Rapskuchen: Als Nebenprodukt der Verarbeitung fällt der sogenannte Rapskuchen an – die Bestandteile des Samens, die nach dem Pressen übrigbleiben. Diese sind stark eiweißhaltig und werden als Futtermittel für Schweine, Rinder und Geflügel genutzt.
    • Rapshonig: Während der Blütezeit der Rapspflanze herrscht emsiger Flugverkehr auf dem Feld: Bienen holen sich hier den Nektar. Von einem Hektar Raps lassen sich bis zu 100 Kilogramm Rapshonig gewinnen.
    • Rapsstroh: Das Rapsstroh dient nicht nur als nachwachsender Rohstoff für Biogasanlagen, sondern kann auch in der Nutztierhaltung als Einstreu verwendet werden.
  • In der Felderwirtschaft hat der Anbau von Raps eine kaum wegzudenkende Funktion und sich insbesondere bei engeren Fruchtfolgen mit Winterweizen bewährt. Raps unterstützt auf natürliche Art die Bekämpfung von Gräsern und Unkräutern. Die Rapspflanze durchwurzelt den Ackerboden stark und hinterlässt so eine nahezu perfekt aufgelockerte Struktur für den nachfolgenden Weizenanbau. Da Winterraps und Winterweizen ähnliche Ansprüche an den Standort stellen, passt die Kombination umso besser und gehört für viele Landwirte zum bewährten Standard. Neben dem Fruchtwechsel mit Weizen ist Raps auch als Zwischenfrucht beim Anbau von Wintergerste, Mais oder Erbsen geeignet.

    Auch dem Boden tut der Winterraps Gutes: Die überwinternde und frostfeste Rapspflanze ist für die Gründüngung geeignet: Der Untergrund wird vom dichten Wurzelwerk des Rapses aufgelockert, was die Humusbildung fördert. Bei pfluglosem Anbau kann die Blattfrucht ihre konservierende Wirkung entfalten und die Anfälligkeit des Bodens für Erosion deutlich senken. Nicht zuletzt verhindert sie dank ihrer schattenspendenden Eigenschaften die Austrocknung des Bodens und schützt diesen in der kalten Jahreszeit mit ihrem dichten Blattwerk.

  • Spricht man in unseren Breitengraden von Raps ist fast ausschließlich Winterraps gemeint. Sommerraps ist als Ölsaat in Deutschland kaum von Bedeutung und wird dahingehend nur noch selten angebaut. Als Zwischenfrucht oder Bienenweide kann er jedoch durchaus überzeugen. Doch worin liegen die Unterschiede zwischen Winterraps und Sommerraps?

    Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Anbauphase. Während Winterraps im August gesät wird, eine Rosette bildet und in dieser Form überwintert, beginnt die Aussaat von Sommerraps im Frühling. Denn Sommerraps benötigt keinen Kältereiz für seine viermonatige Entwicklung und ist überdies auch gar nicht frostfest. Sommerraps blüht etwas später als Winterraps von Mai bis Juli und bildet bis August Früchte aus. Allerdings fallen die Erträge hierbei geringer aus als bei der überwinternden Rapspflanze.

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